Do., 06.07.2017

Rechte und Pflichten von Hundehaltern Wo Ihr Hund frei laufen darf

Rechte und Pflichten von Hundehaltern : Wo Ihr Hund frei laufen darf

Hunde müssen fast überall Leine tragen. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Münsterland - 

Nach der Beissattacke von vier Deutschen Doggen auf eine Frau in Mersch fordern viele eine grundsätzliche Leinenpflicht für alle Hunde in öffentlichen Bereichen. Dabei sind die Gebiete, in denen Hunde frei laufen dürfen, ohnehin sehr eingeschränkt. Was erlaubt ist und welche Folgen Verstöße haben.

Von Anne Koslowski

Als Faustregel gilt: Leinenpflicht für alle Hunde innerorts - egal welcher Größe und Rasse. Dazu gehören insbesondere Fußgängerzonen, Haupteinkaufsstraßen sowie Straßen und Plätze mit vergleichbarem Publikumsverkehr. Auch abgegrenzte Park-, Garten- und Grünanlagen, die der Allgemeinheit zugänglich sind, fallen unter die allgemeine Leinenpflicht. So sieht es das Landeshundegesetz in Nordrhein-Westfalen vor.

Spielplätze sind tabu

Absolut tabu sind Hunde auf Kinderspielplätzen, in Sandkästen, auf Schulhöfen und Sportanlagen in Schwimmbädern und auf den Wochenmärkten, schreibt das Ordnungsamt Münster in seinem Merkblatt für Hundehalter. Sie dürfen diese Orte nicht betreten, auch nicht angeleint. Diese Merkblätter geben Ordnungsämter in der Regel bei der Anmeldung eines als groß geltenden Hundes (ab 40 Zentimeter Schulterhöhe) heraus. Da kleinere Hunde nicht registriert werden müssen, müssen sich deren Halter das Merkblatt selbst besorgen, entweder in der Behörde oder im Internet.

Kommunen machen Ausnahmen

Manche Kommunen machen Ausnahmen von der Leinenpflicht innerhalb der Stadtgrenzen. Münster zum Beispiel erlaubt das Führen von Hunden ohne Leine im Bereich des westlichen "neuen" Aasees, westlich der Torminbrücke, des Nordparks und den Ufern des Dortmund-Ems-Kanals.

Weiterhin dürfen Vierbeiner in ausgewiesenen Hundeauslaufbereichen innerorts frei laufen - vorausgesetzt eine Kommune hält diese vor. Ahlen zum Beispiel hat offiziell  fünf Freilaufflächen im Stadtgebiet, Warendorf keine einzige. In der Emsstadt müssen Hundehalter bis hinters Ortsschild laufen, um ihren Hund ableinen zu können.

Dabei ist Leine nicht gleich Leine. „Hunde sind an einer geeigneten Leine zu führen“, sagt Tim Sawukaytis. Dazu zähle sicherlich keine zehn Meter lange Schleppleine, so der Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Warendorf. Insbesondere nicht bei Hunden, die anderen Menschen und Tieren gegenüber aggressiv reagieren könnten. Hier habe sich eine Leine unter zweieinhalb Metern bewährt, so der 28-Jährige.

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Sonderfall Wald

Im Wald müssen Hunde laut Landeshundegesetz nur abseits von Wegen angeleint sein. Da Wälder jedoch häufig Natur- oder Landschaftsschutzgebiete sind, müssen Hunde dann doch an der Leine bleiben. Denn in Natur- und Landschaftsschutzgebieten sollen Flora und Fauna vor Hunden geschützt werden. Also auf Schilder achten.

Bußgelder drohen

Wer diese Vorschriften ignoriert und vom Ordnungsamt erwischt wird, muss mindestens mit einer Ermahnung rechnen. „Kommt es zu weiteren Verstößen, arbeiten wir mit Bußgeldern“, sagt Tim Sawukaytis. Die Strafgelder beginnen bei 100 Euro. Bei mehrfachem Missachten verhängen die Beamten mitunter Bußgelder von bis zu 1000 Euro. Im schlimmsten Fall können sie dem Halter sogar den Hund wegnehmen. „Das wäre schon einer der krassen Fälle, der mir bis jetzt noch nicht untergekommen ist“, so der Ordnungsamtmitarbeiter.  

Für "gefährliche" Hunde gelten härtere Auflagen

Ausgenommen von diesen „normalen“ Regelungen sind als „gefährlich“ geltende Hunde sowie bestimmte Rassen. Darunter fallen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler und Tosa Inu sowie Kreuzungen dieser Tiere. Sie müssen immer, auch außerorts, an einer geeigneten Leine laufen und überdies einen Maulkorb tragen. Das gilt, sobald sie das Privatgrundstück ihres Halters verlassen, ganz besonders auch in Treppenhäusern, Fluren und Aufzügen und auf Zuwegen von Mehrfamilienhäusern.

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