Do., 13.07.2017

Schulze Föcking weist Vorwürfe zurück Tierschützer filmten im Schweinestall

Friso Gentsch/dpa

„Ich habe den Betrieb mehrfach kontrolliert und dort auch deutlich andere Bilder gesehen", sagte Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers im Gespräch mit Steffen Hallaschka. Foto: Friso Gentsch/dpa (Symbolbild)

Steinfurt/Düsseldorf - 

Ein TV-Bericht des Magazins „Stern“ setzt die neue NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking unter Druck. Das Magazin berichtete am Mittwochabend über Videoaufnahmen aus dem Schweinestall des inzwischen ihrem Ehemann gehörenden Hofes in Steinfurt, auf denen verletzte Tiere zu sehen seien: Schwänze seien angefressen und entzündet gewesen. Die Bilder wurden offensichtlich von Tierschützern bei mindestens zwei Einbrüchen in die Ställe gefilmt.

Von Hilmar Riemenschneider, Wolfgang Kleideiter

Dass sich insbesondere im Juni die Fälle von verletzten Ferkeln gehäuft haben, bestreitet Frank Schulze Föcking, Ehemann der CDU-Politikerin, in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen auch nicht. Ausführlich stellt er dar, dass sich aus bisher nicht schlüssig erklärbaren Gründen auffällig viele Tiere durch Schwanzbeißen verletzt hätten. Schon frühzeitig sei deshalb die Tierärztin hinzugezogen worden, die auch mehrfach die Nottötung von Ferkeln angeordnet hätte. Innerhalb weniger Tage hätten deshalb 14, insgesamt sogar 31 der 940 Ferkel auf dem Hof getötet werden müssen.

Schulze Föcking weist Vorwürfe zurück

Alle Tiere seien aber vorher fachgerecht behandelt und in Krankenbuchten untergebracht gewesen. Damit weist Schulze Föcking auch den Vorwurf der von Stern TV befragten Aktivisten von „tierretter.de“ aus Münster zurück, die Krankenbuchten habe es nicht gegeben. Nicht nachvollziehbar sei der Vorwurf, die Wasserleitungen seien abgestellt gewesen. Für den Masterfolg ist Wasser elementar. Der Hof habe mit 99,57 und 99,58 von 100 Punkten das Qualitätssiegel erhalten.

Leiter des Veterinäramtes hat keine Missstände festgestellt

Eine Sprecherin des Kreises Steinfurt bestätigte auf Anfrage, dass der Leiter des Veterinäramtes, Christoph Brundiers, noch vor wenigen Tagen im Rahmen einer Routinekontrolle beide Ställe in der Bauerschaft Sellen kontrolliert habe. Dabei seien keine Missstände festgestellt worden. Für die Kontrolle bei Schulze Föcking habe es keinen besonderen Anlass gegeben.

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