Mo., 21.08.2017

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Drei Risiken belasten Häusermarkt auch im Münsterland

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft  : Drei Risiken belasten Häusermarkt auch im Münsterland

­In ländlichen Landkreisen sind mehr als doppelt so viele Einfamilien­häuser gebaut worden wie benötigt. Foto: Klaus Meyer

Münster/köln - 

Am deutschen Immobilienmarkt gibt es keine Blase – so lautet seit Jahren das Credo der meisten Ökonomen und Branchenkenner. Jetzt lässt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln aufhorchen: „In einigen Regionen gibt es Risiken“, heißt es beim IW.

Von Jürgen Stilling

Nach Angaben von Philipp Deschermeier, dem Immo­bilienexperten des Forschungsinstituts, ist auch das Münsterland von diesen Gefahren betroffen. Deschermeier verwies am Montag gegenüber unserer Zeitung auf das auf Dauer zu üppige Angebot an Einfamilien­häusern. Am stärksten betroffen sind laut IW die ­Kreise Steinfurt und Warendorf. „In ländlichen Landkreisen sind mehr als doppelt so viele Einfamilien­häuser wie benötigt gebaut worden“, erklärte IW-Wissenschaftler Michael Voigtländer. In Münster sind die Vorzeichen allerdings umgekehrt. Hier ist Wohnraumbedarf riesig, eine Preisblase nicht erkennbar.

Zu viele Studentenapartments

Deutschlandweit sieht das Kölner Institut noch keine Immobilienblase, benennt aber drei Risikofaktoren: ­Neben dem Überangebot ländlicher Einfamilienhäuser gebe es zu viele Studentenapartments in Großstädten, heißt es. Dazu kämen ­ möglicherweise überoptimistische Erwartungen von ­Immobilieninvestoren in ­Sachen Mietsteigerungen, so Voigtländer. Strenger werdende Mietregulierung könnte den Kalkulationen der ­Investoren zuwiderlaufen, heißt es in der Unter­suchung.

Die Gefahr einer bundesweiten Immobilienblase sieht das Institut derzeit aber nicht. Es werde gerade ­weder zu viel gebaut, noch gebe es eine große Expansion der Immobilienkredite. „Die Chancen stehen gut, dass der Boom mit einer ­weichen Landung endet“, heißt es in dem Studienpapier.

Übersättigung bei Kleinapartments

Eine Übersättigung des Marktes sieht das IW jedoch bei Kleinapartments, etwa in Frankfurt am Main. Die ­sinkende Zahl junger Erwachsener zwischen 18 und 25 sowie der Rückgang der Studentenzahlen könnte die Mieten für Mini-Apartments schon bald kräftig unter Druck setzen.

Das dritte Risiko sehen die Wirtschaftsforscher in einer möglichen Verschärfung der Mietregulierung nach der Bundestagswahl, was Mieterhöhungen in der Zukunft erschweren könnte. Die Mietpreisbremse wirke schon heute als Investitionshindernis. Als Indiz dafür kann gelten, dass im ersten Halbjahr 2017 erstmals seit acht Jahren weniger Wohnungen genehmigt worden sind – laut Statistischem Bundesamt lediglich 169.000 Unterkünfte – ein Minus von 7,3 Prozent gegenüber 2016.

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