Mi., 13.09.2017

Täter waren schon ausgeflogen Drogen-Plantage an der Laerstraße

Selbst das Dachgeschoss diente – ebenso wie alle anderen Räume des Hauses – noch als Gewächshaus für die Cannabispflanzen, deren Zahl die Ermittler auf ungefähr 1000 schätzten.

Selbst das Dachgeschoss diente – ebenso wie alle anderen Räume des Hauses – noch als Gewächshaus für die Cannabispflanzen, deren Zahl die Ermittler auf ungefähr 1000 schätzten. Foto: Bernd Schäfer

Borghorst - 

Die Täter waren schon über alle Berge – ihre Ausrüstung hatten sie zurückgelassen: Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Mittwoch ein Haus an der Laerstraße gestürmt, in dem sie eine Cannabisplantage vermutete.

Von Bernd Schäfer

Bei einem ähnlichen Einsatz in Essen hatten Beamte aus dem Ruhrgebiet, die auf die Bekämpfung organisierter Kriminalität spezialisiert sind, Hinweise auf die Plantage in Borghorst entdeckt.

Hundertschaft im Einsatz

Gegen 13 Uhr dann der Zugriff: Eine Hundertschaft der Polizei sperrte die Laerstraße ab, umstellte das Gebäude und verschaffte sich Zugang zu dem Haus, das sich allerdings als leer stehend entpuppte.

„Die Plantage ist seit ungefähr drei Wochen aufgegeben“, schätzte ein Ermittler später anhand der gefundenen Spuren. Vorher sei sie jedoch mindestens drei Jahre lang in Betrieb gewesen. Und zwar absolut professionell, mit Scheinwerfern, Heizungen und Belüftungsanlagen.

Damit der hohe Stromverbrauch nicht auffiel, hatten die Drogengärtner den Stromzähler im Flur überbrückt.

Ebenfalls noch vorhanden waren die Blumentöpfe mit Resten der abgeernteten Cannabispflanzen. Rund 1000 dieser Pflanzen wurden in dem Borghorster Haus gezogen, schätzte ein Ermittler.

Das ganze Haus voll Cannabis

Von den Räumen im Erdgeschoss des verwinkelten Hauses über die erste Etage bis hin zum Dachbalken wurde nahezu jeder freie Quadratmeter als „Gartenfläche“ genutzt. Abgesehen davon gab es so gut wie keine Einrichtungsgegenstände oder Möbel – lediglich eine kleine Kochstelle in der Küche und ein Bett in einer Zimmerecke.

Die Ermittler schätzen, dass pro Ernte rund 40 Kilogramm verwertbare Drogen zusammenkamen. Geerntet werden kann drei- bis viermal im Jahr – also haben die Täter an der Laerstraße jedes Jahr rund 150 Kilo Cannabis auf den Markt bringen und damit um die 100 000 Euro kassieren können.

Ob die Täter aus Steinfurt selbst kamen oder hier nur ihre Plantage hatten, wollten die Ermittler aus taktischen Gründen noch nicht verraten.

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