Laumann und der Landarzt-Mangel
NRW-Gesundheitsminister sieht Uni-Klinikum Münster in der Verantwortung

Münster -

Deutliche Worte in akademischem Ambiente: Angesichts eines immer dramatischer werdenden Landarztmangels hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Verantwortlichen in Ausbildung und Selbstverwaltung scharf kritisiert. Schon während sei­ner ersten Amtszeit vor zehn Jahren sei der Ärztemangel wiederholt thematisiert worden, sagte er am Montagabend in Münster. Seitdem wurde „diskutiert, diskutiert und nichts ist passiert“.

Dienstag, 10.10.2017, 13:10 Uhr

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kritisiert die Uni-Klinik Münster.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kritisiert die Uni-Klinik Münster. (Archivbild/Collage) Foto: Gunnar A. Pier

Die sechs Universitätskliniken in NRW forderte Laumann auf, sich neben Lehre und Forschung verstärkt um „die Versorgung der Menschen zu kümmern“. Hier habe das Uniklinikum in Münster (UKM) „eine besonders große Verantwortung“, weil es die einzige Uniklinik in Westfalen sei. Das UKM möge sich, so der Minister, verstärkt mit größeren Kliniken in der Region verknüpfen, damit mehr Spitzenexpertise in den ländlichen Raum komme. Sein Vorschlag war nicht nur eine Bitte: 570 Millionen Euro habe das Land NRW dem UKM allein 2016 überwiesen – da dürfe der Geldgeber ja auch ein Wörtchen mitreden…

Land will 200 bis 300 neue Medizinstudienplätze schaffen

Lehre, Forschung und Versorgung: Anders als anderen Universitätskliniken sei dieser Dreiklang dem UKM nicht nur wichtig, er werde auch gelebt, erklärte der Ärztliche Direktor Prof. Robert Nitsch. Kooperationen mit anderen Häusern, die Übernahme des Steinfurter Marienhospitals, der Einsatz der Telemedizin: „Wir haben damit Verantwortung für die Region übernommen“, sagte er.

Ein Viertel der niedergelassenen Ärzte ist inzwischen über 65 Jahre alt. Immer häufiger fehlt der Nachfolger, wenn ein Arzt in Ruhestand geht. Laumann sprach von einer „schwierigen Versorgungslage“. Um dem Mangel perspektivisch zu begegnen, will das Land 200 bis 300 neue Medizinstudienplätze schaffen und in Bielefeld eine neue Fakultät einrichten.

Karl-Josef Laumann in Bildern

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  • "Schwarz. Breit. Stark.": Eher zufällig steht Laumann am 21. Mai 2005 vor einer Reifenreklame bei der Eröffnung des Grevener Maifestes.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • September 2012: Interview in Münster mit WN-Redakteur Frank Polke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Laumann mit seiner Treckersammlung vor sdeinem Büro in Düsseldorf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU, l) unterhält sich am Mittwoch (31.08.2005) während einer Pressekonferenz in Düsseldorf mit seinem Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).

    Foto: dpa
  • Der Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU), spricht am Freitag (06.07.2007) vor dem Deutschen Bundestag in Berlin.

    Foto: dpa
  • Der designierte Parteivorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU, Armin Laschet (l), und der Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann geben am Donnerstag (24.05.2012) vor der Parteizentrale in Düsseldorf ein Pressestatement ab.

    Foto: Patrick Sinkel
  • Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (r, Grüne) und der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Josef Laumann gratulieren sich am Donnerstag (20.10.2011) im Düsseldorfer Landtag nach der Entscheidung für das neue Schulstrukturgesetz gegenseitig.

    Foto: Roland Weihrauch
  • Lachend stehen die Landesminister aus Nordrhein-Westfalen (NRW) für Gesundheit, Karl-Josef Laumann (CDU, l), und Familie, Armin Laschet (CDU, r), am Montag (05.07.2010) vor Beginn der letzten Kabinettssitzung der Landesregierung in der Landesvertretung von NRW in Berlin zusammen.

    Foto: Tim Brakemeier
  • Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann (M), der nordrhein-westfälische Minister für Generation, Familie und Integration, Armin Laschet (CDU, l) und der Landtagsabgeordnete, Ralf Witzel (FDP) sitzen am Mittwoch (19.10.2011) im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann (M), der nordrhein-westfälische Minister für Generation, Familie und Integration, Armin Laschet (CDU, l) und der Landtagsabgeordnete, Ralf Witzel (FDP) sitzen am Mittwoch (19.10.2011) im Plenarsaal des Düsseldorfer Landtags.

    Foto: Victoria Bonn-Meuser
  • 28. Dezember 2009: Interview bei den Westfälischen Nachrichten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Zu Besuch im Rochus-Hospital, Telgte.

    Foto: Jens Rademacher
  • Am 5. April 2010 mit MdL Werner Jostmeier am FMO.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Angela Merkel in Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Karl-Josef Laumann, ist mit 93,2 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden.

    Foto: dpa/Marius Becker
  • Mit Dr. Wilhelm Droste, Justiziar der NRW-CDU, im Gericht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Karl-Josef Laumann am 25. März 2003 beim Redaktionsgespräch

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Viel Spaß hatten Prinz Gerd und die Kiepenkerle Norbert Seiling, Diethelm Heimeier, Wolfram Opperbeck, und Michael Döring (v.l.) mit Karl-Josef Laumann (4.v.l.) und Henning Rehbaum (r.) im Düsseldorfer Landtag.

    Foto: Wolfram Opperbeck
  • September 2012: Interview in Münster mit WN-Redakteur Frank Polke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • 28. Dezember 2009: Interview bei den Westfälischen Nachrichten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 5. April 2010 mit MdL Werner Jostmeier am FMO.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Mit Angela Merkel

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit Dr. Wilhelm Droste, Justiziar der NRW-CDU, im Gericht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • September 2012: Interview in Münster mit WN-Redakteur Frank Polke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Laumann mit seiner Treckersammlung vor sdeinem Büro in Düsseldorf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • September 2012: Interview in Münster mit WN-Redakteur Frank Polke.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Schwarz. Breit. Stark.": Eher zufällig steht Laumann am 21. Mai 2005 vor einer Reifenreklame bei der Eröffnung des Grevener Maifestes.

    Foto: Gunnar A. Pier

Laumanns Kritik

Knapp zehn Prozent der 2000 jährlich in NRW ausgebildeten Ärzte seien bereit, Allgemeinmediziner zu werden. Viel zu wenig, meint Laumann. Die schlechten Zahlen zeigten auch, dass die Fakultäten ihrer Verantwortung in der Vergangenheit nicht gerecht geworden seien. Weil „die Versorgungsfrage des Volkes im Mittelpunkt stehen muss“.

Das sah Prof. Mathias Herrmann, Dekan der münsterischen Fakultät, anders. Der Mangel an Allgemeinmedizinern hänge mit dem Studium nicht unmittelbar zusammen, betonte er. Herrmann kündigte aber an, dass sein Haus „in absehbarer Zeit einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin einrichten wird“. Genau das hatte der Minister kurz zuvor von allen NRW-Unikliniken gefordert. Auch als Zeichen dafür, dass die Allgemeinmedizin gleichberechtigt neben allen anderen medizinischen Disziplinen steht.

NRW-Gesundheitsminister Laumann über die Uniklinik Münster

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