Do., 12.10.2017

Westerkappelner entdecken menschliche Überreste Rätselhafter Schädelfund am Piesberg

Die Polizei Osnabrück sperrte den Fundort ab, sicherte Spuren und nahm die Überreste des Totenkopfs für weitere Untersuchungen mit.

Die Polizei Osnabrück sperrte den Fundort ab, sicherte Spuren und nahm die Überreste des Totenkopfs für weitere Untersuchungen mit. Foto: Jörn Martens

Osnabrück/Westerkappeln - 

Bei Gehölzarbeiten haben zwei Mitglieder des Westerkappelner Vereins „Natur unterwegs“ am Mittwoch am Piesberg in Osnabrück die Überreste eines menschlichen Schädels entdeckt. Alter und Herkunft der Knochen sind unbekannt. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Von Sebastian Stricker

Den Fund machten die beiden Westerkappelner unterhalb des Museums Industriekultur, ganz in der Nähe des alten Steinbrechers in der Vosslinke. Dieser liegt im westlichen Bereich des Piesbergs am Süberweg. Der Totenschädel, von dem fast die gesamte obere Hälfte samt Zähnen erhalten ist, befand sich offenbar dicht an der Oberfläche eines vor nicht allzu langer Zeit aufgeschütteten Haufens aus Erde und Gestrüpp. Einer der beiden Männer trat den Knochen versehentlich los, als er über den Abraum nahe der Böschung kletterte.

Rosaroter Gaumen und Goldzahn erkennbar

„Wir waren dabei, für unseren Verein Holz zu sägen und einzusammeln, als mein Kollege plötzlich auf den Schädel stieß“, sagte Karl-Robert Wolf, einer der beiden Finder. Das Gebein habe auf den ersten Blick keinerlei Beschädigungen aufgewiesen. Auf der Unterseite sei ein Goldzahn erkennbar. Der rosarote Gaumen wirke sogar relativ frisch. „Vielleicht ist es der Schädel eines Zwangsarbeiters aus dem Zweiten Weltkrieg?“, mutmaßte Wolf.

Der Haufen, in dem der Totenkopf ruhte, stamme wohl aus einem tiefer gelegenen Teil der Vosslinke, der sich noch näher bei der alten Steinbrechanlage befindet. Die Erde und das Gestrüpp seien wahrscheinlich von den Osnabrücker Dampflokfreunden abgekippt worden. Der Verein hat die 2003 stillgelegte Steinbrechanlage seit acht Jahren gepachtet und nutzt das denkmalgeschützte Gebäude (Baujahr 1928) als Werkstatt und Lager. Nach vollständiger Restaurierung sollen dort historische Lokomotiven und Waggons untergestellt werden.

Spezialist bestimmt Alter

Die Polizei Osnabrück sperrte den Fundort ab, sicherte Spuren und nahm die Überreste des Schädels für weitere Untersuchungen mit. Am Donnerstag nahmen Beamte den Fundort noch einmal in Augenschein. Der Schädel solle einem Spezialisten zur Altersbestimmung übergeben werden, sagte Mareike Kocar, eine Sprecherin der Polizeiinspektion Osnabrück.

Der Verein „Natur unterwegs“ übernimmt nach Angaben von Karl-Robert Wolf einen Teil der Gehölzpflege in der Vosslinke. Dies geschehe in enger Abstimmung mit den Niedersächsischen Landesforsten als Eigentümer. Am Mittwoch sei es darum gegangen, Robinien zu fällen. Diese Bäume würden zu viele Nährstoffe in den Boden eintragen, erklärte Diplom-Biologe Wolf. Der Verein jedoch könne ihr Holz gut zum Bau etwa von Spielgeräten und Zäunen gebrauchen, weil es besonders fest sei.

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