Übernahme
Münsterisches Geldhaus wird Teil der Sparda-Bank West

Münster/ Düsseldorf -

Paukenschlag bei der Sparda-Bank Münster: Das skandalgeschüttelte Geldhaus wird von der Sparda-West in Düsseldorf übernommen. Wie am Mittwoch aus Bankkreisen bekannt wurde, bleiben alle 16 Filialen erhalten, auch die 234 Arbeitsplätze.

Mittwoch, 29.11.2017, 14:59 Uhr

Übernahme: Münsterisches Geldhaus wird Teil der Sparda-Bank West
Foto: dpa

Versetzungen seien ebenfalls nicht geplant. Die Vertreterversammlung muss den Schritt allerdings noch am 13. Juni 2018 beschließen.

Das konkrete Datum der Fusion ist noch offen. Künftig firmieren dann auch die Filialen in der Region unter „Sparda-Bank West“. Gründe für den überraschenden Zusammenschluss gibt es, so hieß es von informierter Seite, vor allem zwei: die Nullzinsen und zugleich die europaweit strengeren Bilanzvorschriften, die die Bank unter einen enormen Ertragsdruck gesetzt hätten. Auch der Skandal rund um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Enrico Kahl dürfte die Sparda-Bank nachhaltig belastet haben.

Die Sparda-Bank West ist gemessen an der Bilanzsumme etwa viermal so groß wie der münsterische Partner. 69 Filialen und 698 Stellen gibt es schon heute bei dem rheinischen Institut. Dennoch sprachen Vorstandsmitglieder gegenüber den Mitarbeitern von einer „Verschmelzung auf Augenhöhe“. Aktueller und auch wohl künftiger Chef der fusionierten Sparda-Bank West, die dann die zweitgrößte Sparda-Bank Deutschlands ist, ist Manfred Stevermann. Er kennt das münsterische Geldhaus gut. Stevermann war dort ehedem Vertriebschef. Offiziell Stellung nehmen, wollen beide Kredit­institute erst am Donnerstag zu den Plänen.  

Schon im Jahr 2016 hatte die Sparda-Bank Münster einen Fusionsversuch unternommen. Die Verhandlungen mit der Sparda-Bank Hannover waren jedoch später gescheitert. In Turbulenzen steckt die Sparda-Bank Münster seit  Oktober 2015. Damals wurden Ermittlungen gegen Ex-Chef Kahl wegen Untreueverdachts eingeleitet. Wenig später hatte dann der komplette neunköpfige Aufsichtsrat seine Ämter niedergelegt.

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Der Beginn: Auf Fragen unserer Zeitung teilte Enrico Kahl im Oktober 2015 mit, dass der Aufsichtsrat der Sparda-Bank Münster ihm am Wochenende fristlos gekündigt hat. Angeblich geht es um Spesen-Belege.

Chronologie: Schon zu Beginn der Ermittlungen überschlugen sich die Ereignisse. wie unsere Chronologie zeigt.

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