Abenteuer Hausbau, Teil 1: Grundlagen schaffen
100 Quadratmeter und ein bisschen

Ochtrup -

Viele Menschen in der Töpferstadt möchten ein Haus bauen. Doch ein passendes Grundstück zu finden, ist gar nicht so leicht. Und dann der Bau selbst: Was müssen künftige Bauherren beachten? Die WN begleiten beispielhaft Familie Hippe/Menze bei ihrem Wohnbauprojekt. Für unsere Leser sind wir beim ersten Spatenstich dabei, berichten vom Fortgang der Arbeiten, von Problemen und Etappenzielen – eben von dem großen Abenteuer Hausbau

Samstag, 10.03.2018, 06:03 Uhr

Es geht los: Am Donnerstag und Freitag startete das Wohnbauprojekt von Familie Hippe/Menze. Als erstes rollte der Bagger.
Es geht los: Am Donnerstag und Freitag startete das Wohnbauprojekt von Familie Hippe/Menze. Als erstes rollte der Bagger. Foto: Anne Steven

„Auf der Baustelle sagt man ‚du’. Und ich bin der Jupp.“ Josef Menze strahlt über das ganze Gesicht als er das sagt. Der 63-Jährige ist aufgeregt. An diesem Tag soll es endlich losgehen mit dem Hausbau. Aber ist er für solch ein Abenteuer nicht schon zu alt? „Nö“, sagt der gelernte Gas- und Wasser-Installateur schlicht. Und: „Wenn, dann jetzt.“

Eigentlich waren seine Bau-Planungen abgeschlossen. Der frischgebackene Rentner lebt mit seiner Frau Gitta in Ahaus, die Kinder und Enkel in Och­trup. Alles gut. Doch als seine Frau vor einigen Jahren krank wurde, kam der Gedanke auf, näher bei der Familie sein zu wollen. Außerdem wäre es doch schön, wenn alles ebenerdig zu erreichen wäre. Mittlerweile geht es seiner Frau wieder besser, doch der Gedanke blieb.

Gebaut und renoviert hat Josef Menze schon viele Häuser. Das seines Stiefsohnes Frank zum Beispiel. 1995 sei das gewesen. „Das haben wir damals in Eigenregie gestemmt“, erinnert sich der Filius noch gut an diesen Kraftakt, bei dem die ganze Familie mit anpackte. Und jetzt mit Anfang 60 alles noch einmal? Schließlich ist ein solches Projekt auch finanziell kein Pappenstiel.

Doch auch hier war die Familie zur Stelle. „Der Frank hat gesagt ‚Ich mach das‘“, erzählt Josef Menze stolz. Die Idee: Die Kinder bauen für ihre Eltern einen Alterswohnsitz. „Und in dem Bungalow können Frank und Iris, wenn wir mal nicht mehr sind und sie sich vielleicht auch verkleinern wollen, dann selber auch wohnen“, fasst Josef Menze zusammen.

Ein Grundstück finden

Gesagt, getan, könnte man meinen. Doch so einfach ist es in der Töpferstadt nicht, ein Grundstück zu finden. „Als wir das erste Mal gebaut haben, konnte man sich die Grundstücke noch aussuchen“, berichtet Frank Hippe. Doch in 2017 war das schon deutlich schwieriger. Bei der Stadt gab es keine verfügbaren Flächen. Und auch die Makler hatten wenig im Angebot. Das Ehepaar trug sich in Wartelisten ein. Doch einfach abwarten? Nein. Frank und Iris Hippe unternahmen Radtouren durch Wohngebiete. Wenn sie freie Flächen entdeckten, klingelten sie spontan bei Nachbarn und fragten nach. In vielen Fällen hätten Eigentümer aber horrende Kaufpreisvorstellungen gehabt. „Wir hatten uns schon einen finanziellen Rahmen gesteckt. Schließlich muss man ja auch noch leben können“, findet Iris Hippe.

„Abenteuer Hausbau“, Teil 1: Grundlagen schaffen

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  • Familie Hippe/Menze baut ein Haus. Die Westfälischen Nachrichten begleiten die Ochtruper bei diesem Abenteuer. Am 8. und 9. März fiel der Startschuss für das Projekt.

    Foto: Anne Steven
  • Das Grundstück der Bauherren im Buschlandgebiet.

    Foto: Anne Steven
  • Am ersten Bautag rollte zunächst der Bagger.

    Foto: Anne Steven
  • Das Baugebiet im Bereich des Buschlandweges ist reich an Wasser.

    Foto: Anne Steven
  • Der Bagger grub sich tief in den lehmhaltigen Boden ein.

    Foto: Anne Steven
  • Der Bagger grub sich tief in den lehmhaltigen Boden ein.

    Foto: Anne Steven
  • Der abgetragene Boden wurde auf Lkw verladen und abtransportiert.

    Foto: Anne Steven
  • Der abgetragene Boden wurde auf Lkw verladen und abtransportiert.

    Foto: Anne Steven
  • Der abgetragene Boden wurde auf Lkw verladen und abtransportiert.

    Foto: Anne Steven
  • Josef Menze und seine Frau Gitta werden in dem Bungalow seiner Kinder wohnen. Beim Hausbau packt der Rentner tatkräftig mit an.

    Foto: Anne Steven
  • Bis Josef und Gitta Menze in ihr neues Heim einziehen können, wird es noch eine Weile dauern.

    Foto: Anne Steven
  • Bis Josef und Gitta Menze in ihr neues Heim einziehen können, wird es noch eine Weile dauern.

    Foto: Anne Steven
  • Familie Hippe/Menze baut ein Haus. Die Westfälischen Nachrichten begleiten die Ochtruper bei diesem Abenteuer. Am 8. und 9. März fiel der Startschuss für das Projekt. Foto: Anne Steven
  • Tatkräftig packt Josef Menze auf der Baustelle mit an.

    Foto: Anne Steven
  • Bevor der eigentliche Haubau beginnt, müssen erst einmal großen Menge Erde bewegt werden.

    Foto: Anne Steven
  • Familie Hippe/Menze baut ein Haus. Die Westfälischen Nachrichten begleiten die Ochtruper bei diesem Abenteuer. Am 8. und 9. März fiel der Startschuss für das Projekt. Foto: Anne Steven
  • Familie Hippe/Menze baut ein Haus. Die Westfälischen Nachrichten begleiten die Ochtruper bei diesem Abenteuer. Am 8. und 9. März fiel der Startschuss für das Projekt. Foto: Anne Steven
  • Tatkräftig packt Josef Menze auf der Baustelle mit an.

    Foto: Anne Steven
  • Familie Hippe/Menze baut ein Haus. Die Westfälischen Nachrichten begleiten die Ochtruper bei diesem Abenteuer. Am 8. und 9. März fiel der Startschuss für das Projekt. Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Alex Piccin
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Auch bei den Arbeiten für die Fundamente ist Josef Menze mit dabei.

    Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Am zweiten Tag des Bauprojekts bereiten Arbeiter der Firma TS Bau die Fundamente vor.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven
  • iris und Frank Hippe schauen auf der Baustelle vorbei.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen. ]

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven
  • Am Freitagnachmittag werden die Fundamente gegossen.

    Foto: Anne Steven

Und dann kam ein Anruf vom Immobilienservice Grünewald & Niesing. Dort war ein Grundstück im Buschlandgebiet frei geworden. „Da haben wir uns natürlich gefreut“, erinnert sich Iris Hippe. Ihr Schwiegervater begann direkt mit den Planungen. Er kalkulierte bis zum ersten Spatenstich ein Jahr. „Und damit sind wir nicht hingekommen“, sagt er mit Blick in den Kalender, der bereits Anfang März anzeigt.

Pläne machen

Das Grundstück ist 436 Quadratmeter groß. 100 Euro zahlten die Hippes pro Quadratmeter dafür. Darauf entstehen soll ein Bungalow. Josef Menze hat viel Zeit und vor allem auch seine eigenen Ideen in die Planungen gesteckt. Circa 100 Quadratmeter „und ein bisschen“ Wohnfläche sollen später dabei herumkommen. Dazu eine Garage. Die ist vom Haus aus direkt erreichbar. „Da muss niemand mit Einkäufen durch den Regen rennen“, denkt der Rentner praktisch. Und praktisch ist auch, dass der Hauswirtschaftsraum mit dem Garagenzugang direkt an die Küche anschließt. Der private Wohntrakt umfasst das Schlafzimmer, eine Ankleide und das Badezimmer. Keine Treppen, so wenige Schwellen und Hindernisse wie möglich. „Nur für den Fall der Fälle“, blickt der 63-Jährige weit voraus. Auch die Türen plante er mit einer Breite von jeweils einem Meter ein. Im schlimmsten Fall könnte ein Rollstuhl oder auch ein Rollator problemlos passieren, sagt er.

Doch von diesem Traumhaus ist die Familie noch weit entfernt. Bisher sieht das Grundstück eher wie ein Acker aus. „Da muss erst einmal der Boden runter“, erklärt Josef Menze, während an der Baustelle ein Bagger sowie Trecker mit großen Kippladern anrollen. Circa 50 Zentimeter des lehmhaltigen Bodens müssen abgetragen werden. „Man kann ein Haus schließlich nicht auf wackeligem Grund bauen“, sagt Josef Menze.

Kurze Wege

Um ihn herum wird es nun eng. Die Firma Plass aus Wettringen kümmert sich um die Erdarbeiten. Den großen Überblick auf der Baustelle hat die Firma TS Bau aus Gronau. Das Unternehmen hat sich auf den Bau schlüsselfertiger Wohnhäuser in Massivbauweise spezialisiert. Und mit dessen Vorarbeiter Richard Piela versteht sich Josef Menze bereits bestens. „Ein netter Kerl. Mit dem kann man klarkommen“, findet der Rentner. Er schätzt die kurzen Wege auf dem Bau. Da brauche es oftmals nur wenige Worte. Und nach einer kurzen Besprechung geht es dann tatsächlich los. Tief graben sich die Baggerräder in den Lehmboden ein. Stück für Stück wird der Boden abgetragen und auf Lastwagen geschaufelt. Der Bagger legt sich mächtig ins Zeug, fast sieht es so aus, als kniete er im Erdreich. Wie bei einem Staffellauf rollen die Lkw an. Jeder wird beladen. Alles, was daneben fällt, schippt Josef Menze von der Straße. „Das ist zwar nur eine Baustraße, aber ein bisschen Ordnung muss schließlich sein“, findet der 63-Jährige, der während der Bauphase – sein Haus wird eines der letzten auf der Straße sein – Rücksicht auf die Nachbarn nehmen will. Gerade kommt eine von ihnen aus dem Haus. Für ein kleines Pläuschchen ist immer Zeit. Die Nachbarin nutzt zudem eine kurze Pause im Baufahrzeug-Staffellauf und bugsiert ihren Pkw aus der Einfahrt.

Am Abend ist das Grundstück soweit vorbereitet, dass die Arbeiter am Freitag direkt mit dem Auswinkeln weitermachen können. Und dann kommen auch schon die Fundamente. „Wir haben richtig was geschafft“, freut sich Josef Menze am Freitagnachmittag. In der nächsten Woche soll die Bodenplatte fürs neue Eigenheim gegossen werden. Und sowohl der Rentner als auch Iris und Frank Hippe freuen sich schon auf den nächsten Schritt im Abenteuer Hausbau.

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