Andreas Pinkwart in Ahlen
Ein Minister zum Kaffee

Ahlen -

Dass Andreas Pinkwart wirklich die Einladung annimmt, das hat die Windkraftkritiker um Barbara Schwem­mer schon ein bisschen erstaunt. Aber auch erfreut und motiviert. Und so empfingen sie den NRW-Wirtschaftsminister am Mittwoch mit Argumenten und selbst gebackenem Kuchen.

Donnerstag, 19.04.2018, 01:04 Uhr

Gut vorbereitet auf den Besuch sind die Windkraftkritiker aus dem Ahlener Süden. Hier erklärt Bernd Schöler NRW-Minister Andreas Pinkwart, wo die neuen Windräder entstehen sollen.
Gut vorbereitet auf den Besuch sind die Windkraftkritiker aus dem Ahlener Süden. Hier erklärt Bernd Schöler NRW-Minister Andreas Pinkwart, wo die neuen Windräder entstehen sollen. Foto: Sabine Tegeler

Windstill ist es am Mittwochnachmittag dort, wo sich alles ums Thema Wind dreht. Auf der Terrasse von Katja Henrichmann am Pferdekamp brennt die Sonne wie im feinsten Hochsommer. Aber Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, bleibt dennoch konzentriert. Und hört sich ganz genau an, was die Vertreter des Verbandes Wohneigentum (ehemaliger Siedlerbund Ahlen I) endlich mal loswerden wollen. Ihre Kritik an den geplanten Windkraftanlagen im Süden Ahlens nämlich.

Der Minister ist pünktlich um kurz nach 14 Uhr da und wird von Barbara Schwem­mer, Gunda und Marco Drees, Katja Henrichmann, Bernd Schöler und Dr. Hans Günther Schöler herzlich begrüßt. Die Kaffeetafel ist schon vorbereitet und die Windkraftkritiker sind es auch. Modelle und Schautafeln haben sie aufgebaut, um Andreas Pinkwart anschaulich zeigen zu können, was ihnen auf der Seele brennt und was sie in Zukunft nicht von der Terrasse aus sehen möchten: 230 Meter hohe Windkraftanlagen mit all ih­ren Nebenwirkungen. Vorsitzende Barbara Schwemmer, die auch für die Interessengemeinschaft „Gegenwind“ spricht, nutzt den Moment des Ministerbesuchs und bringt ihre Argumente fast schon enthusiastisch vor.

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Locker beim Tässchen Kaffee in Ahlen: Minister Andreas Pinkwart im Gespräch mit Bernd Schöler. Foto: Sabine Tegeler

Beeindruckt vom Fachwissen der Gastgeber

Sie kennt die Verordnungen und Erlasse, weiß, was eine Windschleppe ist, kritisiert die zu geringen Abstände großer Windräder zu Wohnbebauung, verlangt nach Pflichtabständen statt Minimalabständen, verweist auf die Problematik, Windkraftanlagen in der Nähe von Hochspannungsleitungen zu errichten („Wir sind hier Bergsenkungsgebiet!“) und spricht auch den Artenschutz und die TA Lärm (Technische Anweisung gegen Lärm) an.

Minister Pinkwart zeigt sich beeindruckt vom Fachwissen seiner Gastgeber: „Sie haben hier viele Argumente vorgebracht“, attestiert er ihnen „enormen Sachverstand“ und zeigt Verständnis. Er befürworte eine kritisch-konstruktive Haltung zum Thema: „Wir wollen erneuerbare Energien ausbauen. Mit Maß und Mitte. Mit Umsicht.“ Das gelte übrigens nicht nur für Windenergie, sondern auch für Photovoltaik und Geothermie: „Wir müssen uns mit einem Mix breiter aufstellen.“

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Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, ließ sich anhand von Modellen und Schautafeln zahlreiche Argumente gegen den Bau von Windkraftanlagen in unmittelbarer Nachbarschaft erläutern. Foto: Sabine Tegeler

Plan für Bundesratsinitiative 

Was er den Kritikern jetzt zusagen wolle und könne: Sein neuer Windkrafterlass mit einem Mindestabstand von 1500 Metern zu Wohnbebauung werde auf gesetzliche Basis gestellt, auch werde in Kürze mitgeteilt, wie sich das im Landesentwicklungsplan niederschlagen soll und man wolle eine Bundesratsinitiative dazu einleiten. „Wir tun alles, was wir im Wahlkampf versprochen haben und das unverzüglich.“ Allerdings, räumt Pinkwart ein: „So was wie das mit dem Landesentwicklungsplan, das braucht Zeit.“

Die hat der Minister jetzt auch noch, sein nächster Termin in Bocholt ist erst später. Und so lässt er sich gerne an der Kaffeetafel im Schatten nieder, freut sich über selbst gebackenen Kuchen und ein Tässchen Kaffee. Und plaudert ungezwungen und locker mit seinen Gastgebern.

Diese 21 Abgeordneten schickt das Münsterland nach Düsseldorf

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  • 21 Abgeordnete werden das Münsterland künftig im Landesparlament vertreten. Hier die Gesichter:

    Alexander Brockmeier (FDP)

    Den kuriosesten Weg in den Landtag hat der Jura-Student aus Rheine. Er war bei der FDP auf Platz 29 der Landesliste gesetzt. Die Liberalen errangen nur 28 Parlamentssitze. Die durch eine Verwechslung auf Platz 24 statt 48 gesetzte Kandidatin Martina Hannen wollte ihr Mandat ursprünglich nicht annehmen und so den Weg frei machen für Brockmeier. Doch kurz vor der ersten Landtagssitzung die 180-Grad-Wende: Hannen nimmt ihr Mandat doch an. Brockmeier muss jetzt darauf hoffen, dass die FDP im September in den Bundestag zieht und dadurch Christian Lindners Sitz im Landtag frei wird.

    Foto: Jona Poggel
  • Markus Diekhoff (FDP)

    Der Drensteinfurter stand auf Platz 20 der Landesliste und schaffte es sicher in den Landtag.

    Foto: mik
  • Henning Höne (FDP)

    Der gebürtige Coesfelder sitzt schon seit 2012 im Landtag. Listenplatz zehn garantierte, dass es dabei auch bleibt.

    Foto: FDP
  • Norwich Rüße (Grüne)

    bewirtschaftet im Nebenerwerb einen Bio-Bauernhof in Steinfurt. Seit 2010 sitzt er im Landtag und kümmert sich hauptsächlich um die Themen Naturschutz, Landwirtschaft, Tierschutz und Ernährung. Listenplatz elf bei den Grünen reichte zum erneuten Einzug ins Parlament.

    Foto: Axel Roll
  • Josefine Paul (Grüne)

    Auch die Abgeordnete aus Münster, die auf Platz zwölf der Landesliste stand, zieht erneut in den Landtag ein. Bei den Grünen zog die Liste bis Platz 14.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Helmut Seifen (AfD)

    16 Abgeordnete schickt die Alternative für Deutschland in den Landtag. Einer davon ist Helmut Seifen (rechts im Bild), Schulleiter aus Gronau.

    Foto: Frank Zimmermann
  • Christian Blex (AfD)

    Der Sprecher der AfD im Kreis Warendorf zog durch Platz 14 auf der Landesliste ins Parlament ein.

    Foto: Beate Kopmann (Archiv)
  • Frank Sundermann (SPD)

    Der Sozialdemokrat aus Westerkappeln errang als einziger im Münsterland ein Direktmandat für die SPD. Im Wahlkreis 83 (Steinfurt III) setzte er sich knapp gegen seinen CDU-Konkurrenten durch. Kurios: Am Wahlabend hatte Sundermann seine Niederlage schon eingeräumt. Dann wendete sich das Blatt noch.

    Foto: Frank Klausmeyer
  • André Stinka (SPD)

    Drei weitere Sozialdemokraten unterlagen in ihren Wahlkreisen bei der Erststimme, rücken aber über die Landesliste ins Parlament. So auch André Stinka aus Dülmen. Der Generalsekretär der NRW-SPD war mit Listenplatz zwölf abgesichert.

    Foto: SPD
  • Annette Watermann-Krass (SPD)

    Die Sendenhorsterin stand auf Listenplatz 13. Weil die Sozialdemokraten NRW-weit nur 56 Direktmandate gewannen, reichte das gerade noch für den Einzug ins Parlament.

    Foto: SPD
  • Svenja Schulze (SPD)

    Die amtierende NRW-Wissenschaftsministerin konnte ihr Direktmandat in Münster (Wahlkreis 85, Münster II) nicht verteidigen. Durch Listenplatz zwei zieht sie dennoch in den Landtag ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Stefan Nacke (CDU)

    Schulze verlor ihr Direktmandat an Stefan Nacke, der den Wahlkreis Münster II künftig vertreten wird. Übrigens: Alle Christdemokraten im neuen Landtag holten ihren Platz über ein Direktmandat. Die Landesliste zog bei der CDU nicht.

    Foto: Oliver Werner
  • Simone Wendland (CDU)

    Auch den anderen Wahlkreis in Münster (84, Münster I) gewann die CDU. Simone Wendland, Rechtsanwältin aus Gelmer, zieht erstmals in den Landtag ein.

    Foto: Oliver Werner
  • Heike Wermer (CDU)

    Mit 29 Jahren ist die Philologin aus Heek eine der jüngsten Abgeordneten im Landtag. Sie gewann den Wahlkreis Borken II mit 56,3 Prozent.

    Foto: Mareike Katerkamp
  • Wilhelm Korth (CDU)

    Der gelernte Landmaschinenschlosser aus der Bauernschaft Stevede bei Coesfeld errang das Direktmandat im Wahlkreis 79 (Coesfeld I - Borken III).

    Foto: CDU
  • Andrea Stullich (CDU)

    Die Rheinenserin ist Chefredakteurin von Radio RST, dem Lokalsender für den Kreis Steinfurt. Sie holte das Direktmandat im Wahlkreis 82 (Steinfurt II).

    Foto: dpa
  • Christina Schulze Föcking (CDU)

    Die Steinfurterin ist bereits seit 2010 im Landtag. Mit 53,3 Prozent holte sie die Mehrheit der Erststimmen im Wahlkreis 81 (Steinfurt I).

    Foto: Axel Roll
  • Hendrik Wüst (CDU)

    Der ehemalige Landesvorsitzende der Jungen Union ist seit 2005 im Landtag. Der 41-Jährige aus Rhede ist seit sieben Jahren wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er gewann im Wahlkreis Borken I.

    Foto: dpa
  • Dietmar Panske (CDU)

    Im Wahlkreis 80 (Coesfeld II) fuhr der 50-jährige Ascheberger Dietmar Panske mit 49,6 Prozent der Erststimmen einen deutlichen Sieg ein. 

    Foto: Theo Heitbaum
  • Daniel Hagemeier (CDU)

    Der 46-Jährige aus Oelde gewann den Wahlkreis Warendorf I mit 48,1 Prozent. 

    Foto: Jörg Pastoor
  • Henning Rehbaum (CDU)

    Der Münsteraner ist seit 2012 Mitglied des Landtags und errang das Direktmandat im Wahlkreis Warendorf II mit zehn Prozentpunkten Vorsprung. Vor fünf Jahren hatte hier die SPD noch die Mehrheit bei den Erststimmen.

    Foto: Christiane Husmann
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