Do., 07.01.2016

Ute Lemper über Münster „Ganz ablegen kann man die Heimat nicht“

Ute Lemper bei einem Interviewtermin in Hamburg

Ute Lemper bei einem Interviewtermin in Hamburg Foto: dpa

Münster - 

Für die aus Münster stammende Sängerin Ute Lemper ist Heimat kein klar zu bestimmender Ort mehr: „Ich habe Heimatgefühle in Münster, aber da ist nichts, was mich definiert, wonach ich mich sehne.“ Ihr nächster Auftritt in ihrer Geburtsstadt ist dennoch ausverkauft.

Von pd/loy

„Wenn ich mich sehne, sehne ich mich zu meiner Familie, meinen Kindern, nicht an einen Ort“, sagte Lemper kürzlich dem Magazin des „Kölner Stadt-Anzeigers“.

Die 52-Jährige, die seit 1998 in New York lebt, beschreibt das Gefühl, ihre Geburtsstadt Münster zu besuchen, gegenüber dem Zeitungsmagazin so: „Es ist eher wie ein komischer Traum, zurückzukommen. Meine Eltern haben 50 Jahre im selben Haus gewohnt. Einerseits war die Welt dort geblieben wie in meiner Kindheit, andererseits waren die Bäume gewachsen, alles war ein bisschen anders, und mein Leben hat sich sehr geändert. Diese Diskrepanz war komisch.“ Ganz ablegen könne man seine Heimat aber nicht, so Lemper: „Man kann aus ihr herauswachsen. Aber man trägt sie immer in sich. Wie bei einer Evolution, die alles in sich behält.“

Fotostrecke: Ute Lemper in Münster auf der Bühne

Das Theater Münster, genauer gesagt der damals aufsehenerregende Neubau des Theaters, wird in Kürze 60 Jahre alt. Deshalb hatte Wolfgang Türk, der Sprecher des Theaters Münster, schon Ende August vergangenen Jahres Ute Lemper angemailt, um sie zu einem Konzert in heimatlichen Gefilden zu bitten. „Sie hat innerhalb von wenigen Tagen zugesagt, und dass sie Spaß daran hätte“, sagt Türk. Und deshalb wird es bei der Jubiläumsgala am 6. Februar 2016 keine Ansprachen und Formalien geben, sondern Lemper pur – Türk: „Das ist ihr Abend.“

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Zum 50-Jährigen des Theater-Gebäudes, das am 4. Februar 1956 eröffnet und seinerzeit als „Donnerschlag in der Theaterarchitektur“ gefeiert wurde, waren die Kessler-Zwillinge aufgetreten sowie die damals noch lebenden Architekten Harald Deilmann und Werner Ruhnau. Damals war die Kartennachfrage derart groß, dass die Gala wiederholt wurde. Auch jetzt ist die Geburtstagsgala zum 60. Bestehen des Hauses ausverkauft.

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