Brummen, Piepsen, Schreien

Di., 14.02.2012

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Schüler am Canisiusstift erhielten Unterricht im Sprechen

Brummen, Piepsen, Schreien : Schüler am Canisiusstift erhielten Unterricht im Sprechen

Einige Übungen kosteten die Schülerinnen und Schüler Überwindung. Foto: privat

Ahaus - 

Wie sie ein Märchen spannend vortragen können, lernten die Schüler am Canisiusstift jetzt.


„Sprechen Sie mal ‚ein dicker fetter Pfannkuchen‘ so aus, dass es sich anhört, als sei er ganz dünn“: Diese und ähnliche Übungen standen nun in der besonderen Unterrichtseinheit „Richtiges Sprechen“ der Kinderpfleger aus der Oberstufe des Berufskollegs Canisiusstift auf dem Programm.

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Ein besonderer Aspekt lag auf dem Vorlesen von Märchen. Schließlich leben Märchen gerade von der Art und Weise des Vortrags. Hier sind die angehenden Kinderpfleger und Erzieher in ihrer zukünftigen Arbeit besonders gefordert.

Zunächst übten die 18 Schülerinnen und Schüler das richtige Atmen. „Die meisten Stimmprobleme bei Menschen, die viel sprechen, entstehen durch falsche Atmung“, erklärte Dr. Wolfgang Kühnhold. Der pensionierte Akademische Direktor der Uni Paderborn war an diesem Nachmittag auf Einladung des Deutschlehrers Thomas Bittner an das Berufskolleg gekommen.

Kühnhold leitete an der Paderborner Uni 38 Jahre lang die Studiobühne. Darüber hinaus ist er als Intendant des „Dalheimer Sommers“ bekannt und dort noch aktiv – er tritt auch als Rezitator auf. Die Schüler lernten ihn als kompetenten Lehrer für das richtige Sprechen und Artikulieren kennen, heißt es in einer Mitteilung der Schule.

Ziel war es, den angehenden Kinderpflegern ein Bewusstsein für ihre Stimme und die enormen Möglichkeiten zu geben, die sie mit ihr haben. „Jeder ist für sich eine Persönlichkeit, was das Sprechen angeht“, so Kühnhold. Diese gelte es auch beim Vorlesen einfließen zu lassen.

Die Schüler hörten aufmerksam zu und horchten in ihren Körper hinein. Etwas Überwindung kostete die Teilnehmer dann die Aufforderung, den Gast anzuschreien. „Merken Sie, wie sich die Tonhöhe Ihrer Stimme verändert?“, fragte Kühnhold. Und so probierten die Schüler die ganze Bandbreite der stimmlichen Laute vom Brummen über Piepsen bis zum Rezitieren einzelner Sätze aus, um herauszufinden, welche Tonhöhe sich am besten eignet, um ein Märchen spannend zu lesen.

Ganz praktisch geübt wurden diese Erkenntnisse am Märchen von den Sterntalern der Brüder Grimm. Nach drei Stunden harter Arbeit am Nachmittag war am Schluss allen die Anstrengung anzusehen, jedoch waren ebenso deutliche Fortschritte festzustellen. Und mindestens das Märchen von den Sterntalern können die angehenden Kinderpfleger schon jetzt ausdrucksstark lesen.


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