Ehemaliges Kreishaus

Sa., 18.02.2012

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Komplettabriss nicht nötig

Ehemaliges Kreishaus : Komplettabriss nicht nötig

Das ehemalige Kreishaus „versteckt sich“ hinter alten Bäumen. Das soll auch nach der Sanierung so sein, denn die Bäume sind für die Investoren auf jeden Fall tabu. Foto: Stefan Grothues

Ahaus - 

Das ehemalige Kreishaus in Ahaus hat einen neuen Eigentümer und eine neue Zukunft. Wie die genau aussehen wird, ist allerdings noch nicht klar. Sicher ist aber: Das marode Gebäude wird von Grund auf saniert und erhält ein völlig neues Gesicht.

Von Stefan Grothues

Das ehemalige Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1965, in dem heute unter anderem die Stadtbücherei, die Polizeihauptwache, die Kfz-Zulassungsstelle und einige weitere Nebenstellen der Kreisverwaltung untergebracht sind, ist zum Jahresbeginn in den Besitz der „Altes Kreishaus Ahaus GmbH & Co. KG“ übergegangen. Dahinter steht eine Investorengemeinschaft aus Ahaus, die von den beiden Geschäftsführern Thomas Eiling und Heinrich Temmink vertreten wird.

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Die Pläne für eine künftige Nutzung des Gebäudes in prominenter Lage reiften gerade, spruchreif seien sie noch nicht, erklärte jetzt Thomas Eiling als Sprecher der Investorengemeinschaft auf Anfrage. Er versicherte aber, dass nichts geplant sei, was den Interessen der Innenstadtentwicklung zuwiderlaufen würde: kein großflächiger Einzelhandel und kein Dienstleistungszentrum in Konkurrenz zu den Planungen auf dem Jute-Campus.

Voraussetzung für eine weitere Nutzung sei aber eine grundlegende energetische Sanierung. Nicht zuletzt die immensen Heizkosten sind die Gründe für den geplanten Auszug der Stadtbücherei und der Polizeihauptwache. Seit Jahren gehörte das alte Kreishaus zur Konkursmasse einer Immobiliengesellschaft aus Bad Nenndorf. Das führte zu einem erheblichen Modernisierungsstau.

Eiling: „An frostigen Tagen verbraucht das Gebäude bis zu 1000 Liter Heizöl – pro Tag. Das ist Wahnsinn.“ In Zukunft werde der Verbrauch nur noch einen Bruchteil betragen – klimafreundlich mit einer Holzpelletheizung und Kraft-Wärme-Kopplung.

Die Investorengemeinschaft habe im Ruhrgebiet bereits Erfahrungen mit der Sanierung alter Gebäude gesammelt. Eiling: „Das ist die Herausforderung unserer Zeit: Nicht immer neu auf der grünen Wiese bauen, sondern den Bestand zu sanieren.“

Ein Komplettabriss, wie er von manchem gefordert wurde, sei gar nicht notwendig. „Im Gegenteil. Das wäre eine Verschwendung von Ressourcen.“


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