Vortrag von Heinrich Holters

Do., 16.02.2012

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Als die Kirche umgebaut wurde

Vortrag von Heinrich Holters : Als die Kirche umgebaut wurde

Ein altes Foto aus dem Privatarchiv von Ulrich Boom, Weihbischof in Würzburg und gebürtig aus Alstätte, zeigt von links Pastor Josef Hassels, Bischof Heinrich Tenhumberg, Maurer Josef Rolfing, Pater Josef Kruthoff und einen Unbekannten beim Einsetzen der Reliquie in den neuen Altar. Foto: privat

Ahaus-Alstätte - 

Was in den Sechzigern und Siebzigern in ihrem Dorf geschah, daran erinnerte Heinrich Holters die Alstätter nun in einem Vortrag. Nicht nur der Kirchenumbau erhitzte damals die Gemüter.

Von Monika Haget

Die Ära Adenauer geht zu Ende, der erste Mensch betritt den Mond und Pastor Beike kommt nach Alstätte – so fasste Heinrich Holters die Geschehnisse in seinem Vortrag am Dienstag knapp zusammen. In einem bis auf den letzten Platz besetzten Heimathaus berichtete er über die Geschichte Alstättes in den 60er und 70er-Jahren.

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Es tat sich so einiges zu dieser Zeit im Dorf. Die Jute- Spinnerei wurde fertiggestellt und brachte vielen Alstättern einen damals sicheren Arbeitsplatz. Die große Flurbereinigung, Verkopplung genannt, erfüllte 1962 die Bewohner nicht nur mit Freude. Flächen wurden gerodet, Straßen und Wege verlegt. Ein Bericht der WN war damals mit dem Titel überschrieben: „Die Flurbereinigung verändert das Gesicht der Landschaft an der Grenze“. Mit zahlreichen Bilddokumenten veranschaulichte Holters die damalige Situation.

Groß gefeiert wurde 1965 die Einführung Pastor Beikes in die Pfarrei. Mit ihm kamen einige Veränderungen auf die Gemeinde zu, allem voran die Umgestaltung der Kirche. Erste Planungen, wonach der Altar an der damaligen Stelle verbleiben sollte, wurden wieder geändert. Holters präsentierte den erstaunten Gästen eine Grundrisszeichnung dieses Entwurfs.

Mit der Maßnahme, dass der Altar an der gegenüberliegenden Außenwand platziert und dafür zwei Eingangstüren zugemauert wurden, konnten sich viele nur schwer abfinden. Selbst jetzt war noch der Unmut einiger darüber zu spüren. Im April 1971 weihte Bischof Heinrich Tenhumberg, gebürtig aus der Nachbargemeinde Lünten, die Kirche und den neuen Altar ein.

Ein anderes Ereignis erhitzte damals ebenfalls die Gemüter: der Abbau des Kriegerehrenmals. In einer Nacht- und Nebelaktion war die Gedenkstätte mit dem St.-Georg-Denkmal abgerissen worden. Auch der Protestmarsch zum Ahauser Rathaus wegen der geplanten Sondermülldeponie war vielen noch in Erinnerung, ebenso der lange, vergebliche Kampf um den Erhalt der kommunalen Selbstständigkeit.

Natürlich wusste Holters aber auch Erfreuliches zu berichten. An den Beginn der sonntäglichen Tanzveranstaltungen im Jahr 1968 konnte nicht nur er selbst sich noch gut erinnern. Besucher von nah und fern zog es damals zur Gaststätte Bredeck-Bakker. Getanzt wurde auch auf den Bauernhochzeiten, die man damals traditionell auf der Tenne des Hofes feierte. Nach dem Essen, das die Nachbarsfrauen vor Ort kochten, gingen diese mit Topfdeckeln klappernd zu den Gästen und baten um eine kleine Spende für die Küchenhelferinnen.

Interessiert verfolgten die Zuschauer den Bildervortrag, bei jedem Foto rätselten alle mit, wer dort zu sehen sei. Fotos von Schützenfesten, verschiedenen Fußballmannschaften oder der Feuerwehr boten dazu reichlich Gelegenheit.

1972 gründete sich der Heimatverein, und mit ihm entstand das heutige Archiv. Immer wieder finden einige Alstätter, auch ehemalige, noch alte Fotos, die sie dem Heimatverein zur Verfügung stellen, sodass Heinrich Holters das Vortragsmaterial so schnell nicht ausgeht.

► Im Herbst wird Holters den gleichen Vortrag in einer Abendvorstellung präsentieren. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.


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