Fr., 02.12.2016

Sportausschuss Kunstrasen gedeiht noch nicht

Bisher gibt es nur einen Kunstrasenplatz in ganz Ahaus. Die Fußballvereine hätten gerne sechs neue – verteilt auf ihre Anlagen.

Bisher gibt es nur einen Kunstrasenplatz in ganz Ahaus. Die Fußballvereine hätten gerne sechs neue – verteilt auf ihre Anlagen. Foto: Stephan Teine

Ahaus - 

Die Ahauser Fußballvereine haben für die nächsten Jahre den Bau von sechs Kunstrasenplätzen beantragt. Die bräuchten sie dringend, um konkurrenzfähig zu bleiben, sagen sie. Im Sportausschuss wurde am Dienstagabend ein erster Teil des Sportstättenentwicklungsplans vorgestellt. Tenor: Sechs Plätze sind zu viel.

Von Stephan Teine

Mit seinem Zwischenbericht zur Sportstättenbedarfsplanung sorgte Dr. Günter Breuer vom Zak, einem Institut für Bedarfsforschung, am Dienstag im Sportausschuss für betretene Gesichter: Sechs Kunstrasenplätze seien ganz klar zu viel – gerade vor dem Hintergrund zurückgehender Mitgliederzahlen. Gerade diese Entwicklung gelte auch für die Vereine in Ahaus und den Ortsteilen. Vielleicht nicht so stark wie in anderen Städten, aber sie gelte.

Der Trainingsbetrieb solle konzentriert werden. An ein oder zwei, vielleicht drei Orten. Dort könne ein Trainingszentrum mit Kunstrasenplätzen gebaut werden. Möglich wäre ein Standort zwischen Wüllen, Wessum und Ottenstein sowie zwischen Alstätte, Wessum und Graes.

Das würde laut Günter Breuer auch andere Probleme aus dem Weg räumen: Diese Variante sei insgesamt schneller und günstiger als sechs Kunstrasenplätze an sechs Orten. Für die sechs Plätze schätzte er eine Investition von rund 4,5 Millionen Euro. Auch könnten nur zwei der bestehenden Rasenplätze bei den Vereinen auf Kunstrasen umgerüstet werden.

„Das soll nicht heißen, dass die Vereine auf Dauer fusionieren sollen“, sagte Breuer. Jeder Verein würde seine eigene Spielstätte behalten. Nur das Training würde an zentrale Orte verlegt. Dabei geht es aber auch nicht um die jüngsten Kicker: „Eine D-Jugend macht einen Rasenplatz nicht kaputt“, so Günter Breuer. Die könnte weiter vor Ort trainieren.

Mit dieser Einschätzung traf er jedoch weder den Nerv der Politiker noch den von Wolfgang Reinert vom Stadtsportverband. „Unser Plan war, dass wir 2017 mit den Kunstrasenplätzen anfangen können“, sagte der Sportfunktionär. Das sei nun ja erst einmal in weite Ferne gerückt.

Auch sah er die Berechnungen des Instituts für zukünftige Mitgliederzahlen sehr kritisch. Insgesamt gehe die Zahl der Mitglieder – auch auf Ebene des Landessportverbands – zwar zurück, aber: „In Ahaus laufen die Uhren an manchen Stellen eben anders“, sagte Reinert. Es gebe eben sehr unterschiedliche Vereine. Und die hätten volle Mitgliederlisten und stabile Mannschaftszahlen.

„Sport und nüchterne Zahlen passen nicht zusammen. Da platzt eine emotionale Bombe“, sagte Alfons Gerick (SPD). Für ihn blieben auch nach der Vorstellung des Konzepts Fragen offen. Auch Hubert Kersting (UWG und Vorsitzender des TuS Wüllen) mochte eine Entscheidung für eine zentrale Anlage so noch nicht treffen. Am Ende nahm der Ausschuss das Konzept zur Kenntnis.

Abseits politischer Gremien sollen nun Gespräche mit den Vereinen geführt werden. Die Politik steht danach weiter vor der Frage, was geschehen soll.

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