Sa., 20.05.2017

Königspaar erzählt von Regierungszeit Nur noch der Kaisertitel fehlt

Die Königin Sara Baumeister freut sich schon auf den Königsball am 2. Juli. Welches Kleid sie dann tragen wird, verrät sie noch nicht.Der König Hendrik Wilpers erinnert sich noch gut an den Montag vor knapp zwei Jahren, als er den Vogel von der Stange holte.

Die Königin Sara Baumeister freut sich schon auf den Königsball am 2. Juli. Welches Kleid sie dann tragen wird, verrät sie noch nicht.Der König Hendrik Wilpers erinnert sich noch gut an den Montag vor knapp zwei Jahren, als er den Vogel von der Stange holte. Foto: privat

Alstätte - 

Die Liste, die Hendrik Wilpers in den Händen hält, ist lang. Schneegänge, Vorstandssitzungen, Thronfest, Pokalschießen, Sommerfest, Maifeier – ruhig wird es als amtierendes Königspaar der Schützengesellschaft Alstätte-Dorf eigentlich nie. Auch nicht zwischen den Festen. 

Von Mareike Katerkamp

Doch das muss es auch gar nicht, wenn es nach Wilpers geht. „Alles macht Spaß“, betont der König – zumindest, wenn eine Voraussetzung stimmt: „Man muss Schützenfest-Fan sein.“ Und das sind Hendrik Wilpers und Sara Baumeister.

Noch jetzt, fast zwei Jahre, nachdem Wilpers den Vogel von der Stange holte, erinnert sich das amtierende Königspaar genau an den damaligen Montag. „Erst habe ich es gar nicht gecheckt“, sagt der junge König, der mittlerweile 28 Jahre alt ist. Doch vorbereitet war alles. Denn schon zwei Jahre vorher hatte es Wilpers auf die Königswürde abgesehen. Eine potenzielle Königin hatte er sich längst gesucht: die Alstätterin Sara Baumeister. Die 25-Jährige hatte direkt Lust, wie sie sagt. Denn auch sie feiert gerne – besonders in der Schützenfestsaison.

Trotzdem: Nervös waren beide. „Vor allem, als wir vor dem vollen Zelt standen“, erinnert sich Baumeister. „Und dann marschierst du durch Hunderte von Leuten...“

Königsstatuten

Alleingelassen wurde das Königspaar bei der Vorbereitung aber nicht. Viele Informationen gab es vom Vorstand, zudem gibt es ein DIN-A4-Blatt mit sogenannten Königsstatuten. Wer wo wie lange auf dem Thron sitzt – das ist dort genau festgelegt. Mit auf dem Podest sind etwa auch die amtierenden Königspaare der anderen Alstätter Schützenvereine. Wilpers betont: „In Alstätte halten die Schützenvereine zusammen.“ Das gefalle ihm besonders.

Ohnehin bringt das Amt ganz verschiedene Leute zum Feiern zusammen. Allein schon durch die Wahl der Ehrenherren und Ehrendamen. Denn bei den Dörfer Schützen ist es üblich, zwar gute Bekannte, aber nicht eben die besten Freunde mit auf den Thron zu nehmen. So kommt nicht nur eine Clique oder ein Verein zusammen, sondern gleich mehrere.

Organisationsgeschick gefragt

Die Liste, die Hendrik Wilpers in den Händen hält, ist lang. Schneegänge, Vorstandssitzungen, Thronfest, Pokalschießen, Sommerfest, Maifeier – ruhig wird es als amtierendes Königspaar der Schützengesellschaft Alstätte-Dorf eigentlich nie. Auch nicht zwischen den Festen. Doch das muss es auch gar nicht, wenn es nach Wilpers geht.

„Alles macht Spaß“, betont der König – zumindest, wenn eine Voraussetzung stimmt: „Man muss Schützenfest-Fan sein.“ Und das sind Hendrik Wilpers und Sara Baumeister.

Doch eine Majestät muss nicht nur Feierlaune, sondern auch Organisationsgeschick mitbringen. Lange ist es noch nicht her, dass Wilpers und Baumeister ihr letztes Fest organisiert haben. Traditionell wurde der 1 Mai begangen – mit Musikverein, Spielmannszug, Nachbarn, Freunden, dem amtierenden Königspaar sowie Thron, Vorstand und Offizieren. Da kommen schon mal rund 200 Leute zusammen. Dafür braucht man Zuhause Platz – „und am besten gutes Wetter“, so Wilpers. Den möglichen Stress lächelt er weg. „Das macht einfach Spaß“, sagt Wilpers. Auch um den neuen Vogel kümmert sich das Königspaar. Am 2. Juli ist einer der letzten großen Tage in deren Regierungszeit: mit dem Ausholen, der Rede des alten Königs und dem Königsball.

Der König, nachdem er den Vogel abgeschossen hatte.

Der König, nachdem er den Vogel abgeschossen hatte. Foto: Anne Spill

Zwar ist nicht jedes Wochenende so viel los wie jetzt kurz vor Beginn der Saison. Trotzdem freut sich eine Gruppe wohl besonders, wenn es ab Anfang Juli ein neues Königspaar geben wird. „Unsere Freunde haben wir in der Zeit schon etwas vernachlässigt“, gibt Baumeister zu.

Plakette für Königskette

Danach gehen beide auch sichtbar in die Geschichte des Vereins ein. Eine Plakette für die Königskette haben sie sich schon ausgesucht. Die kommt dann pünktlich zum Königsball zu den anderen – auf Höhe des Herzens. Mit jedem neuem König wandert sie weiter nach unten.

Wie teuer die Regierungszeit für das Königspaar ist, dazu äußern sich Baumeister und Wilpers nicht. Sie halten nicht viel davon, bestimmte Summen in den Raum zu werfen. Das sei von Königspaar zu Königspaar unterschiedlich. Aber ein großer finanzieller Aufwand sei es nicht, so Wilpers.

Zurückblickend sagt das Königspaar: „Es ist alles so schnell vorbeigegangen.“ Und wie es so häufig ist: Das eine Auge lacht, das andere weint, sind sich Baumeister und Wilpers einig. „Einmal König sein – das ist doch das Höchste, das man erreichen kann“, meint Wilpers und grinst. Obwohl: Ein Ziel hat er dann doch noch. Kaiser werden. Das geht allerdings erst wieder beim nächsten Jubiläum. 2026 wird der Schützenverein 375 Jahre alt. Etwas Zeit zum Trainieren bleibt da also noch.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4856720?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F146%2F