Mi., 13.09.2017

„Der beste Chor im Westen“ Chor Young Voices probt für Fernsehauftritt

Mit viel Energie waren die Sängerinnen des Chors Young Voices beim Coaching am Montagabend dabei. So langsam steigt auch bei ihnen die Aufregung für ihren baldigen Auftritt im Fernsehen.

Mit viel Energie waren die Sängerinnen des Chors Young Voices beim Coaching am Montagabend dabei. So langsam steigt auch bei ihnen die Aufregung für ihren baldigen Auftritt im Fernsehen. Foto: Sabine Sitte

Alstätte - 

Einer von 20 Auserwählten aus zahlreichen Bewerbungen im Wettkampf um den Titel „Der beste Chor im Westen“ zu sein: Das ist schon ein starkes Stück und für die Young Voices ein aufregendes dazu. Der Auftritt wird im Fernsehen an ein Millionenpublikum übertragen. Doch der Gesang kann noch so perfekt sein, die Kameras sind unerbittlich.

Von Sabine Sitte

Für den bleibenden und vor allem positiven Eindruck reist Jury-Mitglied Rolf Schmitz-Malburg durch die Lande und coacht die Teilnehmer für den Auftritt. „Es geht darum, auf den Punkt da zu sein“, lautet der erste Tipp, den der Fernseh-Profi den Frauen zur Probe am Montagabend mit auf den Weg gibt. „Der Scanner-Blick der Kameras ist immer da, und ihr seid ständig im Bild. Anonym bleibt dabei keiner.“ Selbst die hintere Reihe könne sich nicht verstecken.

Für etwa drei Wochen ist Schmitz-Malburg in Nordrhein-Westfalen unterwegs und bietet den Kandidaten seine Hilfe an. „Beinahe alle haben dankbar zugesagt.“ Von Ensembles mit vier Personen bis zum Frauenchor der Young Voices und dessen etwa 90 Sängerinnen reicht die Palette der Mitbewerber. Da ist jedes Coaching ein individuelles.

Rolf Schmitz-Malburg gibt grundlegende Tipps für die Bühne im Bielefelder Ringlokschuppen zum Regionalentscheid Nord: „Singt nicht lauter als sonst!“ und zum Spiel mit der Kamera: „Ihr dürft die Körpersprache, die Mimik und vor allem die Hände nicht vergessen. Die Zuschauer im Fernsehen achten auch besonders auf eure Gesichter.“

Dann sitzt er als stiller Zuhörer in der ersten Reihe und lauscht dem ersten der beiden offiziellen Titel für den Wettbewerb. „Say ­something“ beginnt mit dem eindringlichen Zupfen der Cello-Saiten, dem Zuspiel des Klaviers und wächst mit dem Einfall der berührenden Chorstimmen zu einem unbeschreiblichen Gänsehautgefühl.

Lauter und lauter erschallt der Gesang und für Chorleiterin Martraud Leeners wird der Platz auf dem Podest zu eng. Das merkt auch Schmitz-Malburg. Doch zuerst sein Solo-Beifall für den Chor: „Eure Power, eure Energie kommen super rüber, ihr spielt toll mit der Dynamik.“ Er lobt die Instrumente und den gesanglichen Solo-Part. Dann folgen einige Vorschläge.

Das Podest der Chorleiterin muss weichen und die Solistin könnte von hinten durch die Reihen zu ihrem Auftritt schreiten. „Gemeinsame Gesten kommen stark rüber“, weiß der Juror. Erste Ideen aus den Reihen schwirren durch den Raum im Musikhaus: die Hände zu öffnen, die Arme anzuheben, ein gemeinsames Aufstampfen mit dem Fuß.

„Ihr müsst auch überlegen, was der Song für euch transportiert. Findet ihr ihn traurig oder optimistisch?“, fragt der Coach. „Euer Gesichtsausdruck sollte bei allen das gleiche Gefühl ausdrücken.“ Für Martraud Leeners ist der gewonnene Freiraum vor dem Chor eine Offenbarung: „Ich fühle mich wie befreit!“, strahlt sie und im zweiten Song „Rather be“ tanzt ihr Oberkörper im rappenden Rhythmus ihrer Arme und Hände.

Auch Rolf Schmitz-Malburg kann sich dem temperamentvollen Chor nicht entziehen und gibt lachend zu: „Es macht riesigen Spaß, euch zuzuhören. Und ich nehme eine Menge Energie mit.“

Auch wenn er nun viele der Teilnehmer bereits im Vorfeld ein bisschen näher kennenlernt, so kann er doch keine Prognosen für einen Favoriten abgeben: „Man staunt, was sich noch für eine Eigendynamik entwickeln wird.“ Als Juror wird er auf die Stimmen und die Freude am Gesang achten. „Je mehr Leute gemeinsam singen, umso schwieriger ist es, auch gleichzeitig auf den Punkt zu kommen.“ Den Kandidaten blieben ja nur zwei bis drei Minuten, sich zu präsentieren.

Auch wenn die Aufregung bei den Young Voices steigt, je näher das Ereignis am 30. September (Freitag) rückt – sie sind schon recht gut vorbereitet. Die Titel sind musikalisch gut einstudiert, das Outfit steht und an der angeratenen kleinen Choreografie können die Frauen noch gut arbeiten.

„Die Maschinerie einer Fernsehproduktion hat uns etwas überrascht und überrollt, doch jetzt läuft der Ball und wir bleiben dran“, lautet ihr selbstbewusstes Credo. Und Rolf Schmitz-Malburg? „Ich darf dann entspannt in der Jury sitzen und die Auftritte genießen.“

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