Viele Scheckkarten ausgegeben
Nicht nur Bares ist Wahres

Ahaus -

„Nur Bares ist Wahres“ gilt schon lange nicht mehr. Anfang 1968 wurden in Deutschland die ersten Scheckkarten ausgegeben. Doch sie sind nur eine Etappe auf dem Weg in den Zahlungsverkehr der Zukunft.

Donnerstag, 15.02.2018, 06:02 Uhr

Bar oder mit Karte? Diese Frage ist mittlerweile vielerorts Standard. Während ältere Kunden noch eher das Bargeld bevorzugen, nutzen Jüngere verstärkt Karten- und Online-Zahlungen.
Bar oder mit Karte? Diese Frage ist mittlerweile vielerorts Standard. Während ältere Kunden noch eher das Bargeld bevorzugen, nutzen Jüngere verstärkt Karten- und Online-Zahlungen. Foto: dpa

Vor 50 Jahren war sie die Zukunft des Zahlungsverkehrs: die Bankkarte (später EC-Karte). Die ersten wurden Anfang 1968 in Deutschland ausgegeben. Zunächst diente die Scheckkarte als eine Art Ausweis. Damit konnte ein Kunde im Geschäft nachweisen, dass sein Scheck für den Einkauf gedeckt war. Die Karte musste vorgelegt, die Nummer auf der Rückseite des Schecks eingetragen werden. Heute wird die Plastikkarte eingesteckt, die Geheimzahl eingetippt – und die Rechnung ist bezahlt. Oder der Geldautomat spuckt die gewünschte Summe aus.

Allein bei der Volksbank Gronau-Ahaus sind heute unter dem Begriff Girocard 62 447 EC-Karten im Umlauf. Mit den Karten werden täglich 7357 Transaktionen durchgeführt. „Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 2,68 Millionen“, erklärt Tobias Kühn , Bereichsleiter Filialbankgeschäft bei der Volksbank Gronau-Ahaus.

Filialdirektor Ingmar Wenzel nennt für die Sparkasse Westmünsterland ebenfalls Zahlen: Die aktuell von ihr herausgegebenen 300 000 Sparkassen-Cards werden im Durchschnitt 14 Millionen Mal im Jahr für bargeldloses Bezahlen und Bargeldverfügungen eingesetzt.

Bundesweit werden mit Karten drei Milliarden Transaktionen pro Jahr getätigt. „Die Girocard ist das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland“, weiß Ingmar Wenzel. „Fast jeder Bundesbürger besitzt mindestens eine.“

Doch spielt aus Sicht des statistischen Bundesbürgers Bargeld immer noch eine große Rolle. Durchschnittlich tragen die Bundesbürger 103 Euro im Portemonnaie mit sich und zahlen damit in 80 Prozent aller Fälle. Ingmar Wenzel: „Vor allem bei Beträgen bis 50 Euro ist Barzahlung am beliebtesten.“

Tobias Kühn verdeutlicht: 2017 wurden rund 305 Millionen Euro über die 28 Geldausgabeautomaten der Volksbank Gronau-Ahaus ausgezahlt. Insgesamt 205 Millionen Euro flossen über die 23 Kombinationsgeräte der Volksbank, die Bargeldeinzahlungen ermöglichen, zurück. Ingmar Wenzel: „Vor allem ältere Kunden bevorzugen Bargeld. Jüngere nutzen verstärkt Karten- und Online-Zahlungen.“

Auch wenn die Scheckkarte vor einem halben Jahrhundert den Zahlungsverkehr revolutionierte – sie ist nur eine Etappe auf dem Weg in den bargeldlosen Zahlungsverkehr der Zukunft. Die Volksbank Gronau-Ahaus wie die Sparkasse Westmünsterland wissen: Der Zahlungsverkehr wird zunehmend über das Smartphone laufen. Das Smartphone sei bei einem Großteil der Bevölkerung zum wichtigsten Begleiter im Leben geworden. „Daher ist es nur logisch und konsequent, dass wir die vorhandenen Bezahllösungen per Karte im gleichen Umfang auf die mobilen Endgeräte bringen“, sagt Ingmar Wenzel.

Die Sparkassen-App ermöglicht zum Beispiel, Geld von Handy zu Handy zu schicken oder Rechnungen per „Fotoüberweisung“ zu bezahlen. Die Volksbanken setzen auf ihre VR-Banking-App. Ab Sommer 2018 sollen weitestgehend alle Volksbank-Kunden kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen können. Nach dem Laden der digitalen Bankkarte auf das Handy reicht es, das Gerät an das Bezahlterminal zu halten. Die Pin-Eingabe ist bei Zahlungen über 25 Euro erforderlich.

Was beim bargeldlosen Zahlungsverkehr möglich ist – unabhängig von den Apps der Sparkassen und Volksbanken – macht in Ahaus Tobit-Software mit seinem „Business-Operating-System“ seit Jahren deutlich. Zum Beispiel im Restaurant Bamboo an der Parallelstraße, wo ausschließlich digital bezahlt wird, oder im Offsite am Oldenkottplatz. „Dort kann dank eines Pre-Paid-Systems jeder Gast den Tisch verlassen, wann er möchte“, erklärt Tobit-Software.

Wie wir künftig bezahlen? Manche denken über einen Augenscan oder einen Fingerabdruck nach. Wichtig beim Bezahlen sind wohl zwei Dinge: Möglichst schnell muss es gehen und möglichst bequem.

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