Ratssitzung in Ahaus
Bebauung am Deventer Weg: Schallschutz sorgt für Diskussion

Alstätte -

Am Deventer Weg an der Bundesstraße 70 in Alstätte soll ein Wohngebiet entstehen. Doch nicht mit allen Planungen sind einige Alstätter zufrieden. Sie kritisieren zum Beispiel die vorgesehenen Maßnahmen zum Schallschulz.

Mittwoch, 16.05.2018, 18:05 Uhr

Am Deventer Weg an der Bundesstraße 70 in Alstätte soll ein Wohngebiet entstehen.
Am Deventer Weg an der Bundesstraße 70 in Alstätte soll ein Wohngebiet entstehen. Foto: Geodatenbasis NRW/Kreis Borken

Am Deventer Weg an der Bundesstraße 70 in Alstätte soll ein Wohngebiet entstehen. Die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes ist eines der Themen, die der Stadtrat am heutigen Donnerstag in seiner Sitzung ab 19 Uhr behandelt. Dabei geht es um weitere Einwände zu dem geplanten Wohngebiet und die dafür nötigen planrechtlichen Voraussetzungen. Insbesondere interessant ist dabei eine Stellungnahme, die vier Alstätter Bürger unterzeichnet haben. Dabei kritisieren sie mehrere Punkte.

►  Änderung des Flächennutzungsplanes: Der Flächennutzungsplan soll so geändert werden, dass eine Fläche, die direkt an der B 70 liegt, umgewidmet wird von einer Wohnbaufläche hin zu einer Fläche für die Landwirtschaft (Fläche Nummer 1 im rechten Bild). Hintergrund ist unter anderem der Lärm durch die Bundesstraße 70. Diese Flächen sind laut Begründung der Stadt „höheren Lärmimmissionen ausgesetzt als die unmittelbar an das bestehende Wohngebiet Leisnerstraße angrenzenden Flächen.“ Daher wurden nur letztere (Fläche Nummer 2) als Wohnbaufläche berücksichtigt.

Anregung : Die vier Alstätter schlagen in ihrer Stellungnahme vor, die Fläche 1 direkt in die Bauleitplanung zu integrieren. Ihre Begründung: „In Ahaus besteht eine hohe Nachfrage nach Baugrundstücken, die in den nächsten Jahren nicht abnehmen wird.“ So könnten „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.

Abwägungsvorschlag : Die Verwaltung plädiert dafür, der Anregung nicht zu folgen. Zum einen weist sie auf den höheren Lärm auf der Fläche direkt an der B 70 hin. Zum anderen führt sie den Regionalplan der Bezirksregierung Münster an, der als Planungsgrundlage für alle Bauvorhaben dient. Würde die Fläche Nummer 1 ebenfalls als Wohnbaufläche ausgewiesen, würde das „den durch den Regionalplan festgestellten Bedarf an Wohnbauflächen für Ahaus übersteigen“. Für den Ortsteil Alstätte liegt der zusätzliche Wohnbauflächenbedarf bei etwa 3,3 Hektar. Diese Bedarfsprognose könne jedoch – sofern nötig – durchaus in Zukunft angepasst werden. Daher sei nicht auszuschließen, dass die Fläche in Zukunft doch noch für eine Wohnbebauung in Frage komme – sofern dafür dann noch die Voraussetzungen gegeben sind.

►  Schallschutz : Eine Lärmschutzwand oder Ähnliches (aktiver Schallschutz) ist für das Wohngebiet bislang nicht vorgesehen. Stattdessen ist ein passiver Schallschutz geplant, mit dem beispielsweise schalldichte Fenster oder andere bauliche Maßnahmen der Grundstückseigentümer gemeint sind.

Anregung : Die Unterzeichner der Stellungnahme sprechen sich für aktive Schallschutzmaßnahmen aus, etwa mittels eines Lärmschutzwalls. Demnach werde in der Begründung außer Acht gelassen, dass in einem großen Teil des zu bebauenden Gebietes der Lärmpegel tagsüber so hoch sei, dass hierfür unter anderem zusätzliche schallgedämmte, fensterunabhängige Lüftungseinrichtungen nötig seien.

Gleichzeitig weisen die Alstätter darauf hin, dass etwa Terrassen und Balkone nicht vor dem Lärm geschützt würden. Daher würde ein aktiver Schallschutz die Gesamtsituation „deutlich“ verbessern. Ebenso würde der aktive Schallschutz dafür sorgen, dass auch die Fläche Nummer 1 in die Bauleitplanung integriert werden könnte.

Abwägungsvorschlag : Die Stadt stellt in ihrer Begründung dar, dass diese Anregung nicht den Flächennutzungsplan, sondern den Bebauungsplan betrifft und weist dabei auf die entsprechenden Abwägungen in einer vorherigen Vorlage hin. Darin führt sie aus, dass eine schalltechnische Untersuchung ergeben habe, dass die Orientierungswerte „im östlichen Teil des Plangebietes sowohl zur Tags- als auch zur Nachtzeit eingehalten bzw. unterschritten“ werden. „Mit geringerer Entfernung zur Bundesstraße 70 werden die Werte jedoch überschritten.“ Das betrifft aktuell allerdings nur die Fläche Nummer 1, die nach aktuellem Stand nicht als Wohnbaufläche ausgewiesen werden soll.

Stattdessen seien ansonsten in der Regel etwa entsprechende schalldichte Fenster ausreichend. Gegenüber den Wärmeschutzanforderungen seien damit „keine weitergehenden baulichen Schallschutzmaßnahmen erforderlich“, so dass der passive Schallschutz „keine außerordentliche Belastung“ für die Grundstückseigentümer darstelle, heißt es von Seiten der Verwaltung.

►  Beschlussvorschlag : Die Verwaltung schlägt in der Sitzungsvorlage vor, den Flächennutzungsplan wie bereits dargestellt zu ändern und den Anregungen in der Stellungnahme insbesondere mit Blick auf Fläche 1 nicht zu folgen.

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