Vorerst keine Überstellung nach Italien
Abschiebung abgebrochen: Kirchenasyl schützt Flüchtling

Ahaus -

Ein Flüchtling aus Nigeria hält sich seit Anfang Mai in Ahaus auf, am frühen Donnerstagmorgen sollte er abgeschoben werden. Mitarbeiter der Ausländerbehörde des Kreises Borken sollten diese Maßnahme durchführen, doch die Aktion musste abgebrochen werden.

Donnerstag, 17.05.2018, 09:05 Uhr

Vorerst keine Überstellung nach Italien: Abschiebung abgebrochen: Kirchenasyl schützt Flüchtling
(Symbolbild) Foto: dpa

Im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sollten die Mitarbeiter der Kreisverwaltung den Mann zum Flughafen bringen, von wo aus dieser nach Italien ausgeflogen werden sollte. Der Flüchtling wurde am Morgen an seiner Unterkunft aufgesucht, wo ein Mittelsmann des Netzwerkes Kirchenasyl die Kreis-Mitarbeiter über die aktuelle Aufenthaltssituation des Nigerianers informierte.

Denn der Flüchtling befindet sich derzeit in Ahaus im Kirchenasyl, was ihn vorerst vor einer Abschiebung schützt. Die morgendliche Maßnahme wurde daraufhin abgebrochen. "Wir respektieren natürlich das Kirchenasyl", begründete ein Sprecher des Kreises den Abbruch der Aktion und berichtete weiter, dass sich die Mitarbeiter der Ausländerbehörde über die Unterbringungssituation des Flüchtlings vor Ort ein Bild gemacht haben.

Im weiteren Verfahren wird nun das BAMF über den Asyl-Status in Kenntnis gesetzt. Eine Option, die einen längeren Aufenthalt des Nigerianers in Deutschland ermöglichen würde, wäre eine Verlängerung der Überstellungsfrist, über die das Bundesamt zu entscheiden hat, erläuterte der Sprecher des Kreises Borken.

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