Di., 24.06.2014

Wissenschaftliche Arbeit „Chance“ schafft sozialen Mehrwert

Gronau - 

Eine Gruppe von Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHöV) in Münster hat unter der Leitung von Walter Perrevort in der Zeit vom 7. April bis 15. Juni die Chance GmbH in Gronau zum Mittelpunkt ihrer Projektarbeit gemacht.

Thema war das Social Return on Investment (SRoI) im Bezug auf die Wertschöpfung einer kommunalen Beschäftigungsgesellschaft am Beispiel der Chance GmbH Gronau. Die Methode dient dazu, betriebswirtschaftliches und sozialwissenschaftliches Wissen zusammenzuführen und eine objektive Bewertung zu erarbeiten.

In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit war es unmöglich, alle sozialen Tätigkeitsbereiche der Chance GmbH zu untersuchen. Daher haben die Studierenden exemplarisch aus dem Jahr 2012 die drei Teilbereiche gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung, das Sozialkaufhaus KaDeCe und die Durchführung von Integrationskursen für ihre Evaluation ausgewählt.

Das Ergebnis der Projektarbeit wurde jetzt im Sitzungssaal des Rathauses der Stadt der Stadtverwaltung, den Fraktionen, dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung sowie den Mitarbeitern der Chance GmbH vorgestellt.

Die anschauliche Präsentation der Untersuchungsergebnisse attestierte Folgendes: Der SRoI-Koeffizient für das KaDeCe beträgt 1,29, das heißt für jeden an Fördergeldern eingesetzten Euro erhält man 1,29 Euro zurück, was gleichbedeutend mit einer Verzinsung von 29 Prozent ist. Für die Integrationskurse errechnete sich ein Koeffizient von 1,19, also eine Mehrwert von 19 Cent pro Euro und für die gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung 0,97, also ein nicht ausgeglichenes Ergebnis. Die Projektgruppe hob hervor, dass das tatsächliche, aber im Rahmen dieser Analyse nicht verifizierbare Ergebnis deutlich besser ist – also ein positives. So war es beispielsweise nicht möglich, die Mehrwerte von den Entleihfirmen zu ermitteln, die sich durch die Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmerüberlassung der Chance GmbH ergeben. Durch die Abdeckung der Arbeitsspitzen ergeben sich höhere Umsatzerlöse, die wiederum auch der Stadt in Form von erhöhten Steuereinnahmen zugutekommen. Des Weiteren erhält die Arbeitnehmerüberlassung keine Fördergelder und muss sich selbst finanzieren. Trotzdem sei es ihr gelungen, 37 Personen in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Unter dem Strich sei erkennbar, dass auch die Arbeitnehmerüberlassung ein positives Resultat erreicht, das jedoch in diesem kurzen Zeitraum der Projektarbeit nicht darstellbar war.

Zusammenfassend stellte Projektleiter Perrevort fest, dass die Chance GmbH in vielen Bereichen Mehrwerte schafft. Für die Stadtverwaltung Gronau unter anderem durch erhöhte Steuereinnahmen und Einsparungen in den Sozialausgaben, für Arbeitslose unter anderem durch Beratung, Qualifizierung und Vermittlung in Arbeit, für die Bürger unter anderem durch die Möglichkeit, kostengünstige Möbel im KaDeCe einzukaufen, für Migranten durch die Erlangung von Deutschkenntnissen und damit die Verbesserung ihrer Vermittlungsfähigkeit. Fazit der Projektgruppe und ihres Projektleiters war: Die Chance GmbH ist jeden Euro wert, den sie selber investiert und der in sie investiert wird. Neben der rein finanziellen Wertschöpfung seien auch die sozialen Mehrwerte besonders hervorzuheben.

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