Gronau
Altarraum soll Kapelle werden

Freitag, 07.05.2010, 10:05 Uhr

Gronau-Epe - Eine Alternativ-Planung als Kompromissvorschlag: Am „Runden Tisch“ hat die Bürgerinitiative „Gegen Kirchenabriss - pro Seniorenheim “ zu Beginn der Woche ihr Konzept für die künftige Gestaltung des Geländes der Antonius-Kirche an der Laurenzstraße vorgestellt. Die Planung von Architekt Thomas Knüvener (Knüvener Architekturlandschaften, Köln) sieht dabei vor, den Altarraum der Kirche zu erhalten und diesen künftig als Kapelle mit 100 Sitzplätzen des neuen Altenheimes zu nutzen (Details dazu siehe „Zum Thema“).

„Der durch diese Veränderungen entstehende Baukörper könnte auf diesem Gelände einen besonderen Akzent setzen“, sind sich Gertrud van den Boom, Georg Frieler und Dr. Udo Knüvener (Sprecherteam der Bürgerinitiative) sicher, die die Pläne am Donnerstag in der WN-Redaktion vorstellten.

Damit stehen jetzt zwei Konzepte im Raum:

» Die Kirchengemeinde St. Agatha und die St.-Antonius-Hospital GmbH als Träger des geplanten Seniorenheimes favorisierten einen Komplettabbruch des Gotteshauses, um an dieser Stelle ein Altenheim mit 42 Plätzen und einen Kapellen-Anbau zu errichten.

» Die BI stellt ihre Planung als eine unter „Städtebau- und Denkmalschutz-Gesichtspunkten interessante, verträgliche Lösung“ (Udo Knüvener) dagegen. Eine Lösung, die auch dazu beitragen könne, „den Frieden in der Gemeinde wiederherzustellen“ (Knüvener), Akzeptanz für den Seniorenheimbau zu erzielen und eine „Brücke über die Gräben zu schlagen“ (van den Boom), die durch den geplanten Kirchenabriss entstanden seien.

Vertreter der St.-Antonius-Hospital GmbH hätten am Runden Tisch ihre Bedenken gegen die BI-Pläne deutlich gemacht: Mehrkosten durch Umplanung und Mehraufwand beim Erhalt des Altarraumes als Kapelle seien unter anderem als Argumente genannt worden. Geäußert worden sei zudem die Befürchtung, dass der Anblick und die Planung des rund 15 Meter hohen Kapellengebäudes „die Lebensqualität der alten Menschen beeinträchtigen würde“ (van den Boom). Argumente, die die BI nicht teilt.

Auch die Mehrkosten sind nach Meinung von Architekt Thomas Knüvener und der Vertreter der Initiative vertretbar - vor allem auch angesichts der Tatsache, dass sowohl die Kirchengemeinde St. Agatha als auch die ehemalige Pfarrei St. Antonius finanziell durchaus auf gesunden Füßen stehen. Dies belege die soeben begonnene Renovierung der Agatha-Kirche, für die offensichtlich auch Geld vorhanden sei. „Der Erhalt des Altarraumes der Antonius-Kirche als Kapelle ist mit wenig Veränderungen möglich und bei gutem Willen kein Problem“, so Udo Knüvener. Aber, so fügt er hinzu: „Bisher fehlte es am guten Willen, ernsthaft und verständnisvoll über Lösungen nachzudenken.“

Die Kirchengemeinde St. Agatha will bis zum 20. Mai das Konzept der BI prüfen. Kosten, planungs- und baurechtliche Aspekte, Fragen des Brandschutzes und des künftigen Unterhalts sollen von Experten unter die Lupe genommen werden. Auf der Grundlage dieser Daten werde der Kirchenvorstand dann am 20. Mai in einer (turnusmäßigen) Sitzung eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen, so der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Lambert Grothe auf Anfrage der WN.

Pfarrer Günter Lube teilte zudem am Donnerstag mit, dass der Kirchengemeinde St. Agatha seit Mittwochabend die Anfrage einer Kirchengemeinde aus Brodsko Vinogorje in Kroatien vorliege. Diese Gemeinde - die durch Ernst Hessling von den anstehenden Veränderungen in Epe erfahren habe - bittet darin um die Überlassung von Einrichtungsgegenständen aus der St.-Antonius-Kirche, falls diese nicht mehr gebraucht werden.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/186041?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F696945%2F696954%2F
Falsche Syrer überführt
Das Verwaltungsgericht in Münster hat die Klage einer vorgeblich aus Syri­en stammenden Familie abgewiesen.
Nachrichten-Ticker