Mo., 10.10.2011

„Sinnlos, gefährlich und teuer“ Aktionsbündnisse machen gegen Castortransporte von Jülich nach Ahaus mobil

In Jülich haben sich verschiedene Aktionsbündnisse - mit starker Beteiligung aus Gronau und dem Münsterland - getroffen, um über ihr weiteres Vorgehen zu beraten.Foto: (Anti-Atom-Akutell West)

Gronau/Ahaus/Jülich - 

Ihre Ziele sind die Verhinderung von Atomtransporten von Jülich nach Ahaus und die Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau. Wie sie diese Ziele erreichen können, darüber haben sich am Samstag über dreißig Gruppen, Initiativen, Organisationen und Parteien aus ganz NRW in Jülich ausgetauscht. Dort planten sie auch ihre Aktionen für die nächsten Monate. Eingeladen hatten die Aktionsbündnisse „Stop Westcastor“, „Münsterland gegen Atomanlagen“ und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

Die Ergebnisse der Konferenz können sich sehen lassen, schreiben die Aktivisten in einer Pressemitteilung. Zu dem im November erwarteten Castortransport von Frankreich nach Gorleben und den drohenden Transporten von 152 Castoren von Jülich nach Ahaus werde es am 29. Oktober einen bundesweiten Strecken-Aktionstag geben. „Wir haben Aktionen in Jülich und Ahaus beschlossen, weitere Demonstrationen entlang der möglichen Transportstrecken und Regionen NRWs sind in Vorbereitung“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Nach Informationen der Atomkraftgegner sollen schon Anfang 2012 die ersten von 152 Transporten von Jülich ins Atommülllager Ahaus rollen. Dabei handle es sich um abgebrannte Kugelelemente aus dem Versuchsreaktor der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR) in Jülich. Der Müll müsse zu einem späteren Zeitpunkt für eine Endlagerung konditioniert werden, nachdem er etwa 50 Jahre weiter gelagert wurde. Dies sei in Ahaus nicht möglich, wohl aber in Jülich. Abgesehen von der Gefährdung der Menschen entlang der Transportstrecke, die durch eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas verlaufe, entstünden geschätzte Kosten von 160 Millionen Euro. Für eine Endlagerung wären erneute Transporte von Ahaus nach Jülich und letztlich in ein Endlager notwendig.
„Wir fordern daher den vorläufigen Verbleib des Atommülls in Jülich. Die Bundes- und Landesregierung NRW und der Betreiber der Anlage sollen verpflichtet werden, ein Konzept zur Entsorgung und Endlagerung des Materials zu erarbeiten! Die Verschiebung des Atommülls nach Ahaus ist völlig sinnlos, gefährlich und teuer“, so die Aktivisten.
Gegen den Ausbau der Urananreicherungsanlage in Gronau mit bestehenden und geplanten Zwischenlagern für rund 100 000 Tonnen Uranmüll in Form von Uranoxid und Uranhexafluorid sowie mit einer Urantrennkapazität von 4500 Tonnen jährlich sei eine Verstärkung des Protests erforderlich. Dazu werde es am 4. Februar eine international besetzte Urankonferenz in Münster geben. Auch in Gronau gebe es für den Atommüll kein Entsorgungskonzept. Die geplante Einlagerung im Salzstock Gorleben sei völlig unrealistisch und keinesfalls hinnehmbar.

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