Am Berge: Firma will dritte Halle bauen

Mo., 06.02.2012

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Hähnchenmast stinkt Nachbarschaft

Am Berge: Firma will dritte Halle bauen : Hähnchenmast stinkt Nachbarschaft

Zwei Hallen für Masthähnchen stehen bereits, nun will die Firma eine dritte bauen. Foto: mfk

Gronau - 

Anwohner eines Hähnchenmastbetriebs Am Berge stinkt die geplante Erweiterung im wahrsten Wortsinn. Dort will das Unternehmen eine dritte Halle bauen.

Von Markus Kampmann

Behindern wollten sie die Firma nicht in ihrer Entwicklung, betont einer der Nachbarn. Dennoch machte er deutlich, dass den Anwohnern im Umkreis von einigen Hundert Metern das Bauvorhaben stinke – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf dem Gelände Am Berge will das Unternehmen einen dritten Hühnermaststall errichten. Am Dienstag (7. Februar) wird sich der Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Energie und Tierschutz im Sitzungssaal des Rathauses mit dem Thema befassen.

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Für rund 45 000 Hähnchen soll der Stall Platz bieten. Außerdem will die Firma Nebeneinrichtungen neu bauen, darunter drei Futtermittelsilos und ein weiterer Flüssiggasbehälter. Zugleich sollen die beiden bisherigen Ställe leicht verändert werden. Summa summarum könnten in den drei Gebäuden künftig 120 900 Masthähnchen gehalten werden. Bisher sind es zirka 78 000.

„Wir befürchten eine gesundheitliche Gefährdung und weitere Geruchsbelästigung“, sagt der Nachbar, der namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit den WN. Nicht zuletzt wegen Medienberichten über die angebliche Verkeimung der Umwelt durch solche Anlagen machten sich die Nachbarn Sorgen. Bereits heute seien die Emissionen deutlich zu riechen, wobei die Stärke von der Windrichtung und vom Entwicklungsstadium der Masthähnchen abhänge.

Dabei gehe es den Nachbarn nicht darum, das Vorhaben zu verhindern. Wenn es aber umgesetzt werden soll, fordern sie den Einbau von Abluftwäschern. Bisher werde die Abluft ungefiltert in die Umwelt geblasen, so der Nachbar.

Ein von der Anwohnerschaft beauftragter Rechtsanwalt hat nach eigenen Angaben jetzt 24 Einwendungen bei der Stadt Gronau eingereicht. Adressiert sind sie an den Kreis Borken als zuständige Genehmigungsbehörde für das Bauvorhaben. Vertreter der Nachbarschaft wollen auch an der Sitzung des Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Energie und Tierschutz der Stadt Gronau am Dienstag (ab 18 Uhr) teilnehmen.

Dort allerdings geht es vorerst nur um das sogenannte gemeindliche Einvernehmen – ein Beteiligungsrecht der Gemeinde im Baugenehmigungsverfahren, das die gemeindliche Planungshoheit gewährleisten soll. Das letzte Wort in der Sache hat der Kreis Borken.

Die Gronauer Verwaltung schlägt den Ausschussmitgliedern bisher vor, Grünes Licht zu geben, „da Hähnchen-Mastbetriebe im Außenbereich privilegiert zulässig sind“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Zudem habe die Firma Fachgutachten anerkannter Büros vorgelegt, die darlegten, dass „nachteilige Umweltauswirkungen durch die Betriebserweiterung nicht zu befürchten sind bzw. diese sich im gesetzlich zulässigen Rahmen bewegen“.


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