Kindertagespflege kaum planbar

Do., 23.02.2012

  • Derzeit 4 von 5 Sternen.

Artikelbewertung

U3-Ausbau hinkt hinterher

Kindertagespflege kaum planbar : U3-Ausbau hinkt hinterher

Weil die für 2013 vorgesehenen Kindertagespflege-Plätze für Unter-Dreijährige wohl nicht erreicht werden können, sollen zusätzliche in Kitas geschaffen werden. Foto: lkdjf

Gronau - 

Der Ausbau der Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige hinkt dem Ziel hinterher. Vor allem in der Kindertagespflege sind Angebot und Nachfrage für die Stadt kaum steuerbar. Um dennoch den Rechtsanspruch für Eltern ab 2013 erfüllen zu können, sollen weitere Kita-Plätze geschaffen werden.

Von Markus Kampmann, Markus Kampmann

Die Stadt Gronau hinkt dem Ausbauplan für die Betreuung Unter-Dreijähriger noch hinterher. Das zeigen die Zahlen, die die Verwaltung am Dienstagabend dem Jugendhilfeausschuss präsentierte.

Google-Anzeigen

Eigentlich sollte Ende 2010 eine Versorgungsquote von 23 Prozent für die Unter-Dreijährigen (U3) erreicht werden, tatsächlich aber waren es nur 20,8 Prozent. Ein Jahr später sah der Ausbauplan ein Soll von 27 Prozent vor – erreicht wurden 25,2 Prozent.

Dabei rückt der Stichtag immer näher, ab dem alle Eltern mit Kindern ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung für ihre Sprösslinge haben. 2013 ist es so weit – und es wird deutlich, dass die Stadt bis dahin noch alle Hände voll zu tun hat, um die politisch beschlossenen Quoten zu erfüllen. Für 32 Prozent der U3-Kinder soll bis dahin ein Platz zur Verfügung stehen.

Während aber der Ausbau der U3-Betreuung in Kindergärten und Co. – auch dank der Fördergelder von Bund und Land – gut vorankommt, hinkt die Entwicklung in der Kindertagespflege deutlich hinterher: 2013 sind in der Dinkelstadt 310 U3-Plätze in Kitas und 126 bei Tagespflegeeltern vorgesehen. Aktuell sind es in Kitas bereits 276 Plätze – also fast 90 Prozent der Zielmarke. In der Kindertagespflege hat sich die Zahl der Plätze seit 2007 von zehn auf 65 erhöht. Eigentlich sieht die Ausbaustufe zurzeit rund 100 Plätze vor.

Ob dieses Defizit aufgeholt werden kann, ist fraglich. Denn während die Nachfrage nach U3-Betreung in den Kitas in den letzten Jahren boomte, hat sie sich in der Tagespflege seit 2007 nur unwesentlich erhöht: Die tatsächlichen Betreuungszahlen schwanken zwischen 30 und 60 Jungen und Mädchen unter drei Jahren. Und das, obwohl sich Jugendamt und die beauftragte Kindertagespflegestelle bemühen, diese Betreuungsform einerseits bei Eltern bekannter zu machen und für sie zu werben, andererseits auch genügend Tagesmütter und -väter in Kooperation mit der Familienbildungsstätte auszubilden. Gerade erst ist der dritte Aufbaukurs – wie berichtet – abgeschlossen worden. Zehn weitere Tagesmütter haben die 160 Ausbildungsstunden damit absolviert, die das nordrhein-westfälische Kinderbildungsgesetz (Kibiz) vorsieht.

Nur: Während die Stadt mit neuen Kapazitäten durch Anbauten und angestellte Erzieher in Kitas rechnen kann, ist dies bei Tageseltern kaum möglich. Sie gelten als Selbstständige. Reicht ihnen die Vergütung nicht, etwa weil Betreuungsaufträge von Eltern ausbleiben, oder verschärfen sich die Rahmenbedingungen, wie 2008 durch die Steuerpflicht fürs kommunale Salär, können sie kurzerhand abspringen.

Das macht die Steuerung und damit Planung von Betreuungsplätzen in der Kindertagespflege nahezu unmöglich. „Da kann man keine wirklich abgesicherte Prognose machen“, sagte Brigitte Amshoff vom Fachdienst Jugendarbeit/Jugendförderung vorm Jugendhilfeausschuss. Doch wie gestern auf Nachfrage aus dem Rathaus zu vernehmen war, steuert die Stadtverwaltung bereits gegen: Sie verabschiedet sich zwar nicht vom Ziel einer möglichst breit aufgestellten Kindertagespflege, aber offenbar von den konkret vorgegebenen Ausbaustufen für Kitas einerseits und Kindertagespflege andererseits. Weil die Zielmarke für die Kindertagespflege „unrealistisch“ sei, sollen nun zusätzliche Plätze in Kitas geschaffen werden, um das globale Ziel von 32 Prozent zu erreichen, teilte die Stadtverwaltung mit. Das Landesjugendamt sehe dafür keine Hindernisse. Der Kindertagesstättenbedarfsplan 2012 bis 2015 werde derzeit entsprechend überarbeitet und im Frühsommer zur Verabschiedung vorgelegt.


Wie bewerten Sie diesen Artikel?

Vielen Dank für Ihre Bewertung.

Nur eine Abstimmung möglich!

Ihre Bewertung wurde geändert.

  • Derzeit 4 von 5 Sternen.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bewertung: 3.8/5

1 Stern = überhaupt nicht gut; 5 Sterne = hervorragend

Mehr zum Thema

Artikel



Standort

 

WN-Mobil Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

WN-Aktionen

Immer mehr drin
Exklusive Angebote für WN-Kunden - wie funktioniert das? mehr...
Anzeige