Rechnungsprüfer nehmen Zahlen unter Lupe

Mi., 22.02.2012

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Rockmuseum ist „Musterschüler“

Rechnungsprüfer nehmen Zahlen unter Lupe : Rockmuseum ist „Musterschüler“

Das Rock‘n‘Popmuseum konnte seine Aufwendungen deutlich senken. Foto: Hartmut Springer

Gronau - 

Wenn in der kommunalpolitischen Debatte ein (vermeintliches) Beispiel für öffentliche Verschwendung gesucht wurde, dann fiel in der Vergangenheit oft ein Wort: „Rock´n´Popmuseum“. Dabei hat sich dessen Kostenstruktur deutlich gebessert. Das zeigt eine Untersuchung der Rechnungsprüfer.

Von Klaus Wiedau

Wenn in der kommunalpolitischen Debatte ein (vermeintliches) Beispiel für öffentliche Verschwendung gesucht wurde, dann fiel in der Vergangenheit oft ein Wort: „Rock´n´Popmuseum“. Dass aber in den zurückliegenden Jahren massiv an der Verbesserung der Kostenstruktur gearbeitet wurde und das Museum dadurch zu einer Art „Musterschüler“ mutiert ist, haben bisher nur Insider zur Kenntnis genommen.

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Jetzt aber ist es sozusagen amtlich: „In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die betrieblichen Aufwendungen stark zurückzuführen, ohne die Funktionalität des Museums zu gefährden“, schreibt Heinz Büngener, Leiter des Fachdienstes Rechnungsprüfung der Stadt. Zuvor hatten die Prüfer die Ertrags- und Aufwandsstruktur des Museums unter die Lupe genommen – dabei wurden nicht nur die Zahlen eines Wirtschaftsjahres beleuchtet, sondern die Entwicklung der Positionen in den Jahren von 2005 bis 2010.

So erhöhten sich beispielsweise im Prüfzeitraum die Umsatzerlöse von 137 991 Euro auf 166 951 Euro. Wichtiger aber: „Im gleichen Zeitraum konnten die Verlustausgleiche der Stadt von 1,29 Millionen Euro auf 738 316 Euro beträchtlich zurückgeführt werden“, so die Rechnungsprüfer.

Die um 43 Prozent gesunkenen Verlustausgleiche erklären sich dabei insbesondere durch sinkende Personalkosten (veränderte Arbeitsverhältnisse bei nahezu gleichbleibender Mitarbeiterzahl) und eine Reduzierung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 1,62 auf 1,02 Millionen Euro, so die Feststellung der Prüfer.

Auch bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zeigt sich das Museum als „Musterschüler“. Bei vielen Kostenpositionen stellen die Prüfer „die Bemühungen der Gesellschaft, diese Aufwendungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Betrachtungen zu senken“, fest. Beispiele: Die Energiekosten wurden im Beobachtungszeitraum um rund 60 000 Euro gesenkt. Erreicht wurde dies durch eine Neuausrichtung der Klimaanlage, die zudem die Wartungs- und Instandsetzungskosten um 50 000 Euro reduzierte.

Die jährliche Besucherzahl wurde zwischen 2005 und 2010 um rund 10 000 Besucher gesteigert.

Positiv halten die Prüfer zudem fest, dass es dem Museum gelungen ist, die Schere zwischen Umsatzerlösen und Aufwendungen je Besucher von ursprünglich 72,11 Euro auf 29,88 Euro zu schließen. Und das, obwohl die Umsatzerlöse 2007 ihren Höchststand mit 6,14 Euro erreichten und 2010 auf 4,79 Euro sanken.

Als „nicht unbedeutend“ umschreiben die Rechnungsprüfer auch die Rückflüsse von Finanzmitteln, die vom Rockmuseum an die Stadt und deren Tochtergesellschaften gingen. So wurden 2010 der Stadt 71 100 Euro (Personalkosten für den Geschäftsführer) erstattet, die Stadtwerke erhielten rund 83 000 Euro Energiekosten, die Gesellschaft für Arbeitsförderung der Stadt rund 25 000 Euro für die Gebäudereinigung.

Fazit der Rechnungsprüfer: Um die Ertragssituation zu verbessern, sollte die Öffentlichkeitsarbeit – vor allem in Richtung Niederlande, aus denen bisher nur zehn Prozent der Besucher kommen – intensiviert werden. Weiterer Vorschlag: eine noch stärkere Kooperation städtischer Kultureinrichtungen. Aber, so die Prüfer weiter: Notwendige Investitionen sollten – um das Haus attraktiv zu halten – nicht zu lange hinausgezögert werden.


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