Sarah I. übernimmt die Macht
Fr., 17.02.2012
Das Rathaus ist gekapert
Ihre Lieblichkeit Sarah I. übernahm gestern die Macht in Gronau. Stellvertretender Bürgermeister Rainer Doetkotte überreichte ihr den Schlüssel. Auch Stadtprinz Thorsten hatte an Altweiber nicht viel zu sagen.
Gronau -
Stadtbaurat Frank Vetter zeigte sich bestens präpariert: Ein Schnittmuster zierte seine schicke Krawatte. Als Orientierungshilfe für die närrische Weiblichkeit, die gestern auch und gerade im Rathaus auf Schlipse-Jagd ging. Denn das stürmten die Frauen um Stadtprinzessin Sarah I.
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Stadtbaurat Frank Vetter zeigte sich bestens präpariert: Ein Schnittmuster zierte seine schicke Krawatte. Als Orientierungshilfe für die närrische Weiblichkeit, die gestern auch und gerade im Rathaus auf Schlipse-Jagd ging. Stück für Stück reduzierte sich Vetters Anhängsel. Im Mittelpunkt des närrischen Treibens stand jedoch Ihre Lieblichkeit Sarah I. Ihre Aufgabe war es schließlich, das zu einem Piratenschiff mutierte Rathaus für die Karnevalisten – vor allem die weiblichen – zu kapern. Das tat sie ohne Kanonendonner, vielmehr mit viel Charme. „Vorbei sind Männerherrschaft und Frust, jetzt regieren wir Frauen – und damit die Lust“, rief sie ihren Untertanen zu.
Stellvertretender Bürgermeister Rainer Doetkotte strich ohne viel Gegenwehr die Segel. „Heute muss ich den Schlüssel abdrücken, um euch Frauen zu verzücken. Eine andere Wahl habe ich kaum, wenn ich sehe, wer sich aufhält in diesem Raum“, wies der reimende Rainer auf die zahlreichen als Piraten und Seeräuberbräute verkleideten Stadtangestellten hin, die unter dem Motto „Fluch der Karibik“ feierten. „Ich komme mir fast vor wie auf der Black Pearl, dem Piratenschiff, und ihr, die Jack Sparrows, habt alles im Griff.“
Die Schlüsselübergabe befreite den stellvertretenden Bürgermeister auch von der Amtsbürde, schließlich hatte Sarah I. versprochen: „Vorbei ist die Zeit der langen Debatten, von denen wir längst schon die Nase voll hatten. Ab jetzt regieren Spaß und Humor, das ist doch viel besser als alles zuvor.“ Doetkotte widersprach nicht. Allerdings will er ab Aschermittwoch wieder für Ratssitzungen, Ehrungen und Jubiläen bereitstehen. . .
Werner Bajorath, Vorsitzender des Bürgerausschusses Karneval, hatte zuvor die Abordnungen der Karnevalsvereine aus Gronau und Epe begrüßt: Narrengilde, Karnevalsfreunde und die Bachusjünger. Bajorath sah in der karnevalistischen Vielfalt durchaus einen Vorteil: „Konkurrenz kann auch beleben – weil wirklich alle alles geben!“, reimte er und gab einen hintersinnigen Rat: „Wir wollen dem Volk in den kommenden Tagen den Spiegel vorhalten – sollten dabei aber nicht vergessen, den Spiegel auch mal umzudrehen.“
Natürlich durften die Tanzdarbietungen nicht fehlen: GNG-Solotänzerin Joyce (die beim Tanzwettbewerb in Oldenzaal einen zweiten Platz belegt hatte) wurde ebenso bejubelt wie anschließend die Jugendgarde (die bei demselben Wettbewerb den vierten beziehungsweise fünften Platz im Garde- bzw. Showtanz erreicht hatten. Auch die Zuckerpuppen und die 1. Garde der GNG zeigten ihr Könnens. Die Tanz-Teens und die 1. Garde der „Grün-Weißen“ Karnevalsfreunde begeisterten anschließend ebenso. Die Garde riss die Zuschauer zu Jubelstürmen hin, weil die Tänzerinnen trotz eines Technikausfalls weitertanzten – ohne Musik, nur zum rhythmischen Klatschen der Gäste. Anschließend ging die Feier im Ratssaal weiter. Wie hatte es Prinzessin Sarah I. ausgedrückt: „Ihr lieblichen Weiber, kommt feiert mit mir, wir lassen‘s heut` krachen mit Wein und mit Bier.“
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