Verbände machen mobil
Do., 23.02.2012
Schweigeminute und Protest gegen Rechtsextreme
Erst im Mai vergangenen Jahres hatten Rechtsextreme in Enschede einen Aufmarsch veranstaltet. Am 3. März wollen sie in Münster marschieren. Gegen die Neonazis regt sich auch in Gronau Widerstand.
Gronau -
Mit einer Schweigeminute soll heute in Deutschland der Menschen gedacht werden, die Opfer rechtsextremistischer Gewalt geworden sind. Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes rufen zur Teilnahme auf.
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Mit einer Schweigeminute soll heute in Deutschland der Menschen gedacht werden, die Opfer rechtsextremistischer Gewalt geworden sind. Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes rufen zur Teilnahme auf. Vor öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen heute auf Halbmast gesetzt. Auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind mit einem Schreiben der Ersten Beigeordneten informiert und aufgefordert worden, um 12 Uhr eine Minute innezuhalten. „Eine Versammlung wird es allerdings nicht geben“, so Pressesprecherin Lena Flucht auf Anfrage der WN.
Gleichzeitig regt sich in Gronau auch der Unmut gegen den von Rechtsextremen geplanten Aufmarsch am 3. März in Münster. Die Ortsvereine von DGB und Verdi rufen ihre Mitglieder zur Teilnahme an den Aktionen dagegen auf. „Wir unterstützen das Bündnis ,Keinen Meter den Nazis‘“, erklären die Vorsitzenden Robert Brandt (DGB) und Martin Radde (Verdi). „Und damit meinen wir nicht nur Münster, sondern auch das Münsterland und überall.“
Gewerkschaften sehen sich in der Tradition des antifaschistischen Widerstands. „Die heutigen Nazis stellen eine konkrete Gefahr dar für all jene, die nicht in ihr Weltbild passen“, so DGB und Verdi in ihrem Aufruf. „Nicht nur die Morde der Zwickauer Terrorzelle zeigen, dass Nazi-Ideologie immer Terror und Gewalt heißt.“
Seit 1989 seien in Deutschland 182 Todesopfer rechter Gewalt zu zählen, so die beiden Gewerkschafter. Gerade in Zeiten sich verschärfender sozialer Verhältnisse und wirtschaftlicher Krisen fänden ausgrenzende und rassistischer Positionen Gehör. „Gewerkschafter setzen dem gemeinsam die Idee einer solidarischen Zukunft entgegen.“
„,Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!‘ Mit dieser griffigen Losung wird der Schwur der überlebenden Buchenwaltd-Häftlinge von 1945 weitergegeben“, so Brandt und Radde. „Dem sehen wir uns auch heute verpflichtet.“
Kostenlose Mitfahrgelegenheiten zu der Demonstration in Münster können unter ' 0152/37093677 und 02562/22700 erfragt werden.
Im Aufruf zur heutigen Schweigeminute heißt es: „Arbeitgeber und Gewerkschaften treten gemeinsam ein für ein Deutschland, in dem Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Platz haben. Im stillen Gedenken an die Opfer soll ein kraftvolles Zeichen gesetzt werden: ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden, ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt, ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands.“