Fr., 09.11.2012

Berufungsverhandlung vor Gericht Frau wollte Hund des Nachbarn vergiften

Gronau/Münster - 

Tierliebe kann man bei der 68 Jahre alten Frau aus Gronau nicht gerade zubilligen. Sonst hätte die Hausfrau wohl nicht versucht, mit vergifteten Mett den Hund eines Nachbarn zu töten.

Von Hans-Erwin Ewald

Der Fall wurde jetzt vorm Landgericht verhandelt.

Im März und im Mai 2009 soll die Frau die Köder ausgelegt haben. In beiden Fällen hatte der Hund Glück. Das Tier hatte in einem Fall zwar den ausgelegten Köder aufgenommen hatte, ein Tierarzt konnte rechtzeitig Schlimmeres verhindern.

Seit dem Vorfall war der Hundebesitzer auf der Hut. Im Mai wurde der Mann selbst von einem Köder getroffen, der über die Hecke vom Nachbargrundstück auf sein eigenes geworfen wurde. Der Hundehalter beobachtete, wie sich seine Nachbarin entfernte.

Der Fall landete vor dem Amtsgericht. Wegen versuchter Sachbeschädigung (als solche gilt die Vergiftung des Hundes) war die Hausfrau vom Amtsgericht in Gronau zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro verurteilt worden. Im ersten Fall wurde die Frau freigesprochen, weil ihr die Tat nicht nachgewiesen werden konnte. Die Verurteilte legte Berufung gegen das Urteil ein. Jetzt stand sie vor dem Landgericht und wollte „reingewaschen“ werden.

Die Frau hatte die Rechnung jedoch ohne den Staatsanwalt gemacht. Der hatte ebenfalls Berufung eingelegt. Er strebte in beiden Fällen eine Verurteilung an. Die Angeklagte lief damit Gefahr, dass es am Ende schlecht für sie ausgehen könne. Auf dieses Risiko wurden sie und ihr Verteidiger ausdrücklich hingewiesen. Sie solle pragmatisch denken, sagte der Vorsitzende Richter. Er baute ihr eine Brücke und zog die Einstellung des Verfahrens mit Zahlung einer Geldauflage in Betracht. Nach kurzer Beratung mit ihrem Verteidiger stimmte die Angeklagte zu.

Mit Zustimmung des Staatsanwaltes wurde das Verfahren daraufhin vorläufig eingestellt. Der Angeklagten wurde auferlegt, innerhalb eines Monats 300 Euro an die Kinderkrebshilfe zu zahlen. Ohne Konsequenzen wäre die Angeklagte aus dem Verfahren nicht herausgekommen.

Die präparierten Mettklöße hätten die Grenze des Erträglichen überschritten, hieß es bei Gericht. Der Hundehalter ließ durchblicken, dass ihn das Urteil nicht zufriedenstelle.

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