Mi., 12.06.2013

„Gronausaurus“ zurück in Münster Raubtier im tropischen Münsterland

So wie dieses kleine Modell hat der „Gronausaurus“ wohl ausgesehen. In Wirklichkeit war er gute drei Meter lang, schätzt sein Entdecker Dr. Oliver Hampe (r.), der den Fund zusammen mit Museumsleiter Dr. Markus Bertling präsentierte.

So wie dieses kleine Modell hat der „Gronausaurus“ wohl ausgesehen. In Wirklichkeit war er gute drei Meter lang, schätzt sein Entdecker Dr. Oliver Hampe (r.), der den Fund zusammen mit Museumsleiter Dr. Markus Bertling präsentierte. Foto: Matthias Ahlke

Münster/Gronau - 

Er war vermutlich ein schneller Schwimmer, jagte im tropisch warmen Süßwasser Fischen und anderem Getier hinterher. Stattliche drei bis 3,50 Meter maß der Gronausaurus, schätzt Dr. Oliver Hampe.

Von Karin Völker

Am Dienstagmorgen sitzt der Wirbeltierpaläontologe vom Berliner Naturkundemuseum vor einem kleinen Modell, das den Schwimmsaurier aus dem Münsterland zeigt. Hampe hat die versteinerten Knochen des vor 101 Jahren in der heute gefluteten Tongrube einer Ziegelei in Gronau gefundenen Skeletts genauestens unter die Lupe genommen und festgestellt: Es handelt sich um eine bisher nicht gekannte Saurierart, die jetzt nach ihrem Fundort den Namen „Gronausaurus“ trägt.

Hampe war bereits in den 90er-Jahren im Geomuseum der Universität an der Pferdegasse auf das Skelett aufmerksam geworden. Es hat lange gedauert, bis er sich dem „Gronausaurus“ ausführlich wissenschaftlich annehmen und ihn erforschen konnte. Ungefähr 137 Millionen Jahre ist das Skelett alt – das kam es auf zehn Jahre mehr oder weniger nicht an, in denen der „Gronausaurus“ als eigenständige Art der Fachwelt vorenthalten blieb. „Es gibt viele Knochen und Skelettreste von Sauriern, aber nur eine Handvoll Spezialisten wie mich“, erklärt Hampe gestern im Geomuseum, dem ältesten Gebäude der Universität Münster , das seit über vier Jahren wegen Umbaus geschlossen ist. 2015 soll es wieder eröffnet werden, die Universität sammelt im großen Stil Geld für das ehrgeizige Museumskonzept. Dann soll der „Gronausaurus“ eine der Attraktionen des Museums werden. Statt des kleinen Modells werde das Riesenreptil dann in Lebensgröße ausgestellt, verspricht Markus Bertling . Paten für den „Gronausaurus“ werden übrigens gesucht.

Leider fehlte dem ansonsten sehr vollständig erhaltenen Saurierskelett der Kopf, hier ist Hampe aufgrund seiner bisherigen Forschungen auf Vermutungen angewiesen. Sicher ist, dass der Saurier ein Raubtier war. Dafür sprechen auch andere Funde aus der Schieferkuhle, die Markus Bertling als „versteinerte Köttel“ beschreibt. In ihnen seien Knochen andere Tiere nachweisbar.

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