Mi., 09.04.2014

Atomkraftgegner kündigen Demonstration an Endlager UAA?

Die bislang größte Demonstration gegen Atomkraft in Gronau fand vor drei Jahren statt, wenige Wochen nach dem schweren Zwischenfall in Fukushima. Am Karfreitag findet der Aufakt des Ostermarsches erneut in der Grenzstadt statt.  

Die bislang größte Demonstration gegen Atomkraft in Gronau fand vor drei Jahren statt, wenige Wochen nach dem schweren Zwischenfall in Fukushima. Am Karfreitag findet der Aufakt des Ostermarsches erneut in der Grenzstadt statt.   Foto: Klaus Wiedau

Gronau - 

Bis zu 60 000 Tonnen Uranoxid sollen auf dem Gelände der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau gelagert werden können. Zeitlich unbefristet. Atomkraftgegner befürchten deshalb, dass in Gronau eine Art oberirdisches Endlager entsteht. Das Problem, radioaktive Stoffe sicher endzulagern, werde somit verschärft. Das war der Tenor einer Pressekonferenz, zu der Anti-Atomkraft-Initiativen, Umweltverbände und Friedensinitiativen am Mittwoch nach Münster eingeladen hatten. Um den Druck auf die Politik zu erhöhen und um auf die Gefahren der Atomenergie aufmerksam zu machen, soll der Auftakt der Ostermarsches Rhein-Ruhr am Karfreitag an der Urananreicherungsanlage in Gronau stattfinden. Start ist dort um 12.30 Uhr.

Die Verbände forderten am Mittwoch die Landesregierung NRW auf, die UAA sofort stillzulegen und das Atommüll-„Zwischen“-Lager in Gronau zu stoppen.

„Die Atommüllproblematik wächst der Bundesregierung über den Kopf. Das neue Uranmülllager in Gronau verschärft die Problematik um den sicheren Verbleib von radioaktivem Abfall – auch, weil das Problem in die nächsten Generationen verschoben wird. Der Gronauer Uranmüll wird im Rahmen des neuen Standortauswahlgesetzes für die Bundesregierung nicht berücksichtigt – das ist unverantwortlich und verheißt für Gronau nichts Gutes,“ so Claudia Baitinger vom Arbeitskreis Atom des BUND NRW.

„Die Urananreicherungsanlage Gronau kann den Uranbrennstoff für nahezu jedes zehnte Atomkraftwerk weltweit anreichern“, sagte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und dem Gronauer Arbeitskreis Umwelt. „Dennoch ist sie vom sogenannten Atomausstieg in der Bundesrepublik komplett ausgenommen. Wenn die Bundesregierung es mit dem Atomausstieg ernst meint, muss sie auch die Urananreicherung im eigenen Land beenden.“

„Die Urananreicherung hat immer auch eine militärische Dimension. Sie ist der einfachste Weg zur Atombombe und selbst der abgereicherte Uranmüll wird noch für panzerbrechende Waffen genutzt“, erklärte Joachim Schramm, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner NRW. Mit dem Ostermarsch in Gronau wolle man deutlich machen, dass zu einer wirklichen Friedenspolitik zwingend der Ausstieg aus der Urananreicherung gehöre.

„Völlig unverantwortlich sind auch die Verkaufspläne für die Betreiberfirma der Urananreicherungsanlage Gronau, die multinationale Urenco Ltd. Jeder Eigentümerwechsel bedeutet eine Weiterverbreitung der hochbrisanten Urananreicherungstechnologie. Die Bundesregierung muss mit ihrem Vetorecht diese Verkaufspläne stoppen. Die Devise muss lauten: stilllegen statt verkaufen“, forderte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Leserkommentare

Google-Anzeigen
Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2380601?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F