Do., 11.06.2015

Fortbildung Mit der Vielfalt richtig umgehen

Gronau-Epe - 

Zwei Jahre lang haben sich die Lehrer der Carl-Sonnenschein-Realschule zum Thema „Vielfalt fördern“ fortgebildet. Jetzt erhielten sie im Rahmen einer Abschlussveranstaltung eine Urkunde und Plakette von den Fortbildungsmoderatoren Regina Dörfler und Manfred Schlosshan.

Von Rupert Joemann

„Wir wollen mit der Fortbildung die Lehrer darin unterschützen, mit der Vielfalt in der Schule umzugehen“, sagte Manfred Schlosshan . Die Vielfalt beziehe sich besonders auf die Leistungen, aber auch auf kulturelle Unterschiede der Schüler. „Wir müssen mehr individuelle Lernwege gehen“, weiß Lehrer und Mitorganisator Matthias Krabbe aus der täglichen Praxis. So müssen den Schülern teilweise verschiedene Aufgaben-Typen gegeben werden, um sie entsprechend ihrer Fähigkeiten ganz persönlich zu fördern.

Für viele Lehrer ist es ein neuer didaktischer Ansatz. „Beim Studium ist das schon angeklungen, aber nicht so, wie es erforderlich gewesen wäre“, sagte Matthias Krabbe. Er selbst ist 32 Jahre und unterrichtet seit fünf Jahren an der Carl-Sonnenschein-Realschule. Das ganze Kollegium mitzunehmen, das war allen Beteiligten wichtig. „Mit einem einzelnen Lehrer erreichen Sie keine Veränderung“, so Schlosshan.

Matthias Krabbe hat eine positive Entwicklung im Kollegium festgestellt: „Die Selbstreflektion hat zugenommen.“ Ein wichtiger Schritt in der persönlichen Entwicklung. Jeder könne aus den 80 Fortbildungsstunden Aspekte mitnehmen und diese in seinen Unterricht einbeziehen, so Krabbe. Dabei haben sich die Pädagogen auch auf gegenseitige, fächerbezogene Unterrichtsbesuche durch Kollegen eingelassen. Ein bei nicht wenigen Lehrern sonst eher heikles Thema. „Die Kollegen haben sich aber sehr schnell geöffnet. Die Besuche wurden als Hilfestellung verstanden und nicht als Kritik“, lobte Matthias Krabbe das Engagement der Kollegen.

Die Fortbildung war eine Chance für die Lehrer der Carl-Sonnenschein-Realschule, sich pädagogisch weiterzuentwickeln. Da die Realschule ausläuft und in ein paar Jahren geschlossen wird, müssen sich die Lehrer später an anderen Schulen bewerben. Auch an Schulen, an denen die Vielfalt in Leistungen und Kultur ausgeprägter ist. Krabbe: „Wir hätten uns selber ein Bein gestellt, wenn wir diese Möglichkeit nicht genutzt hätten.“ Gefördert wurde das Projekt von der Bertelsmann-Stiftung , dem Schulministerium und der Universität Münster.

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