Initiative will Wohnprojekt für Flüchtlinge realisieren
Das „Haus der Gronauer“ bauen

Gronau -

Die Zahl der Gronau dauerhaft zugewiesenen Flüchtlinge ist in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen. Geeigneter Wohnraum dagegen am Markt kaum noch vorhanden. In dieser Situation kommt der Gronauer Joachim Hagemann mit einer ambitionierten Idee: Er will – mit Unterstützung vieler Berufs- und Gesellschaftsgruppen – unter der Bezeichnung „Das Haus der Gronauer“ ein Wohnprojekt initiieren. Heute Abend wird das Projekt im Stadtrat in öffentlicher Sitzung präsentiert und diskutiert.

Mittwoch, 25.11.2015, 08:11 Uhr

Ein Initiativkreis hat innerhalb weniger Wochen das Projekt „Haus der Gronauer“ schon weit vorangetrieben.
Ein Initiativkreis hat innerhalb weniger Wochen das Projekt „Haus der Gronauer“ schon weit vorangetrieben. Foto: Martin Borck

Das Konzept sieht die Errichtung von 18 massiven Blockbohlen-Häusern vor. Die lassen sich relativ schnell und verhältnismäßig kostengünstig errichten. In den Häusern (rund 40 Quadratmeter Grundfläche) könnten jeweils etwa vier Erwachsene und zwei Kinder untergebracht werden. Wohnraum für 100 Menschen würde dieser „Wohnraum-Puffer“ bieten.

Hagemann – und ein inzwischen entstandener Initiativkreis – sehen das Vorhaben als Gemeinschaftsprojekt der Gronauer Bevölkerung mit der Stadtverwaltung. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass die Flüchtlingsfrage eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. „Lasst uns ein Zeichen setzen: Ein Zeichen der Stärke unserer gemeinsamen Handlungsfähigkeit. Ein Zeichen des Mutes für ein Bekenntnis zur Menschenwürde. Ein Zeichen der Klugheit des solidarischen Denkens in unserer Stadt“, beschreibt der Initiativkreis seine Motivation.

Für die Realisierung soll die Gronauer Bevölkerung in 18 „Berufsgruppen” unterteilt werden, die – jede für sich – willens und in der Lage sind, einen Spendenbeitrag von 30 000 Euro aufzubringen, um damit ein Wohnobjekt finanzieren zu können. Die Bandbreite der vorgesehen Gruppierungen reicht von A wie Architekten oder Apotheker über Industrie und Handwerker, Juristen und Steuerberater bis W wie Wohlfahrtsvereine. Bausteine für ein Haus sind für 500 Euro zu kaufen.

Inzwischen sind innerhalb weniger Wochen für die meisten Berufsgruppen die Repräsentanten bereits gefunden worden, die die Umsetzung der Finanzierung innerhalb ihrer jeweiligen Berufsgruppe organisieren und koordinieren sollen. Dafür ist pro Berufsgruppe eine kleine Arbeitsgruppe mit kreativen und organisatorisch-talentierten Personen erforderlich, die vom jeweiligen Repräsentanten ins Leben gerufen wird.

Die Holzhäuser sollen im Rahmen eines Wohnparks eine Mehrfachnutzung ermöglichen. Denkbar wäre etwa eine spätere Nutzung als Ferienpark, damit nach der Flüchtlingsproblematik ein wirtschaftlich nachhaltiger Betrieb der Anlage erfolgen kann. Betreiber der Wohnanlage soll die Stadt sein, die damit auch die Verpflichtung zur Pflege, Instandhaltung, Vermarktung und Nutzung der Objekte trägt. Ein geeignetes Grundstück hat die Stadt mit dem bahnhofsnahen Gelände (rund zwei Hektar groß) an der Steinstraße bereits in Aussicht gestellt. Hier gilt es allerdings, noch Altlasten aus der Zeit des Bahnbetriebs zu sanieren. Diese Aufgabe läge, wie die Erschließung, bei der Stadt.

Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat vor, dem Projekt „Haus der Gronauer“ breite Unterstützung zu gewähren, auch wenn es derzeit noch offene Fragen gebe.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3647985?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F150%2F4848763%2F4848765%2F
Ein Fest, so bunt wie Münster
Rundgang über „Münster mittendrin“: Ein Fest, so bunt wie Münster
Nachrichten-Ticker