Mitglieder der Stiftung Denkmalschutz besuchen das Rathaus
Wenig Wertschätzung für Gebäude der Nachkriegsmoderne

Gronau -

Das Gronauer Rathaus war am Freitag Ziel einer Exkursion von bauhistorisch interessierten Menschen. Das Ortskuratorium Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hatte dazu seine Mitglieder eingeladen. „Uns interessiert, wie Gronau mit dem unter Denkmalschutz gestellten Rathaus umgeht“, so Ortskuratorin Sigrid Karliczek.

Freitag, 23.09.2016, 21:09 Uhr

Die bauhistorische interessierten Besucher aus Münster wurden vorm Rathaus willkommen geheißen.
Die bauhistorische interessierten Besucher aus Münster wurden vorm Rathaus willkommen geheißen. Foto: Martin Borck

Der Rathaus-Architekt Harald Deilmann war Münsteraner, hat viel in Münster und Umgebung gebaut. Auch dort stellt man sich die Frage, wie mit diesen Gebäuden der Nachkriegsmoderne umzugehen ist. Manches ist schon abgerissen worden. „Gerade die Bauten aus dieser Zeit sind in Gefahr, nicht wertgeschätzt zu werden. Da heißt es dann schnell: Abreißen“. Die Menschen verstünden nicht, warum diese Bauten erhaltenswert sein sollen. Zwei oder drei Generationen später bedauere man den Abriss und stelle fest, in einer gesichts- und geschichtslosen Stadt zu leben.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz will nicht nur finanziell zum Erhalt und zur Restaurierung denkmalgeschützter Gebäuden beitragen. „Sie will auch das Interesse an der gebauten Umwelt und das Bewusstsein für den Erhalt von Gebäuden stärken, die Zeugnis einer Zeitepoche sind und Geschichte lebendig und erlebbar machen“, so Karliczek . „Dafür ist das Rathaus in Gronau bestens geeignet, und deshalb unternehmen wir Exkursionen auch zu unbequemen Denkmalen.“

Die Gäste, die zuvor das Schloss Burgsteinfurt und Haus Welbergen besichtigt hatten, wurden von Stadtbaurat Frank Vetter und Mitarbeitern der Unteren Denkmalbehörde sowie von einer Delegation des Bürgervereins Dinkelaue begrüßt, der sich für den Erhalt des Deilmann-Rathauses stark macht. Anke Engels, Georg Frieler und Josef Lenz überreichten Sigrid Karliczek ein Buch mit Fotos des Rathauses.

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