Werner-von-Siemens Gymnasium ist jetzt Schule ohne Rassismus
Für ein buntes Gymnasium

Gronau -

Seit dem Festakt am Donnerstag ist es offiziell: Das Werner-von-Siemens-Gymnasium trägt jetzt den Titel Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Damit beginne an der Schule aber keine neue Ära, sagte Schulleiter Helmut Seifen.

Freitag, 03.03.2017, 08:03 Uhr

Die engagierten Schüler und Lehrer sowie Pate Dennis Buß haben die Urkunde und das Schild für die Schule ohne Rassismus entgegengenommen.
Die engagierten Schüler und Lehrer sowie Pate Dennis Buß haben die Urkunde und das Schild für die Schule ohne Rassismus entgegengenommen. Foto: Frank Zimmermann

Alicia kommt aus Italien, Malte aus Polen und Adam aus dem Libanon. Was sie vereint: Sie sind alle Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums. Das bekam am Donnerstag den Titel „ Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage “ verliehen. Die Präsentation der Bilder ausländischer Schüler unter dem Titel „togeloopen volk“ war der erste Programmpunkt des Festakts.

Dazu passte die Aussage der Schülersprecherin Stefania Bua : „Wir wünschen uns ein buntes Werner-von-Siemens-Gymnasium.“ Sie erklärte in ihrer Ansprache, dass es nun auf jeden Einzelnen ankomme, die Idee der Schule ohne Rassismus in die Praxis umzusetzen. Nach der Divise „Gemeinsam sind wir stark“ wolle das Gymnasium mit den anderen Schulen ohne Rassismus gemeinsam klare Zeichen setzen.

Mit der Verleihung des Titels beginne am Gymnasium aber keine neue Ära und es wehe auch kein neuer Geist durch die Schule. Vielmehr bekräftige der Titel nur das Fundament, auf dem das Wirken der Schule schon jetzt basiere, sagte Schulleiter Helmut Seifen in seiner Begrüßung. Er ging sogar noch einen Schritt weiter und zitierte Artikel drei, Absatz drei des Grundgesetzes – ein umfassendes Diskriminierungsverbot. Dieses Erbe der Aufklärung und des Humanismus gelte es an der Schule zu feiern, sagte Seifen.

Der ganze Festakt war wortgewaltig, denn zwischen den Reden präsentierten Schüler die Ergebnisse eines Poetry-Slam-Projekts: gelesene und gerappte Texte – zumeist mit Blick auf oder aus der Perspektive von Migranten.

Anleihen aus der Musik gab es aber auch: Schülersprecherin Bua zitierte Die Ärzte und Bürgermeisterin Sonja Jürgens das Lied „We are the world“ des Musikprojekts USA for Africa. Jürgens skizzierte Rassismus als den „untauglichen Versuch, eigene Probleme an anderen abzuarbeiten“. Stadt und Stadtrat seien stolz auf das Gymnasium, weil es dem als Schule ohne Rassismus etwas entgegensetzen wolle.

Das letzte – auch gesungene – Wort hatte dann Dennis Buß. Der Rapper und Absolvent des Werner-von-Siemens-Gymnasiums ist Pate des Projekts. „Ich habe ‚die da‘ kennengelernt und ich versichere euch, die sind gut für uns!“, sagte er mit Blick auf Migranten und Flüchtlinge in Deutschland. Er habe sich sehr über die Anfrage für die Patenschaft gefreut.

Höhepunkt des Festakts war die offizielle Verleihung des Titels mit Schild und Urkunde durch Jochen Methling, Koordinator des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage im Kreis Borken.

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