Fr., 12.02.2016

Gronauer Ehepaar hilft Engagement für Kinderhospiz

Gronau - 

Anderen zu helfen, haben sie schon vor vielen Jahren für sich zu einer Art Hobby gemacht: Elisabeth und Hans Bollwerk haben sich für Hilfseinrichtungen und Organisationen vor Ort eingesetzt, wurden 2012 für ihr soziales Engagement mit der Stadtplakette geehrt. Und denken auch heute nicht ans Aufhören.

Von Klaus Wiedau

Im Gegenteil: Die Bollwerks haben inzwischen fernab von Gronau eine Einrichtung gefunden, für deren Arbeit sie sich tatkräftig einsetzen. Das Kinder- und Jugendhospiz „Joshuas Engelreich“ in Wilhelmshaven.

Auf die Wilhelmshavener Einrichtung wurden sie im September 2014 aufmerksam. Damals verbrachten sie einen Urlaub in Cuxhaven und erfuhren dabei von der Eröffnung des Hauses. Die Arbeit dort überzeugte die beiden Gronauer – schon Ende desselben Jahres spendeten sie zum ersten Mal für die Einrichtung. Und seitdem immer wieder – bisher insgesamt mehr als 2000 Euro. Das Geld erarbeiten sie sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes mit der Herstellung eigener Produkte: „Wir haben rund ein Dutzend Sorten Marmeladen im Angebot, dazu Essig und Öl und Liköre“, zählt Hans Bollwerk auf. „Natürlich auch Eierlikör“, fügt er zwinkernd hinzu.

Kinder- und Jugendhospiz „Joshuas Engelreich“

Das Kinder- und Jugendhospiz ist eine von 14 stationären Hospizeinrichtungen in Deutschland und bietet Platz für acht schwerstkranke Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 24 Jahren, deren Lebenslänge begrenzt ist. Zudem gibt es im Haus acht Apartments für Familien und Freunde der jungen Gäste, dazu viele besondere Ausstattungsmerkmale – vom Internet-Anschluss in jedem Zimmer bis zum Snoezelen-Raum. „Unser stationäres Kinderhospiz soll für Kinder und Jugendliche ein Haus des Lebens, der Freude und Begegnung sein. Es bietet für die Eltern und Geschwisterkinder Raum zum Durchatmen und zur Besinnung, gewährt pflegerischen Beistand und gibt betroffenen Familien die Kraft, die Stunden mit ihrem schwerst kranken Kind bewusst zu genießen“, heißt es in einer Selbstdarstellung des Hauses. Und: „Das Leben erfahren mit all seinen Facetten erhält im Kinder- und Jugendhospiz eine noch viel stärkere Bedeutung als in einem „normalen“ Hospiz. Kinder und Jugendliche stehen am Anfang ihres Lebens, selbst wenn eine schwere Krankheit ihre Lebenslänge begrenzt macht. Sie sind neugierig, lebenshungrig, wollen Erfahrungen machen und das Leben spüren mit all dem, was das Leben zu bieten hat – Gutes wie Schlechtes. Diesen Prozess gilt es mitzuleben und zu begleiten. Unsere Aufmerksamkeit gilt jedoch nicht nur den Kindern und Jugendlichen, die im Kinder- und Jugendhospiz leben, sondern auch ihren Angehörigen, Freunden oder anderen vertrauten Personen. Diese Menschen wollen wir mit unserer Hospizarbeit unterstützen und ihnen Raum für viele Erlebnisse mit ihrer ganzen Familie geben, ihnen Mut machen und sie in ihrer Trauer nicht alleine lassen.“ Bis zu vier Wochen kann ein Aufenthalt dauern, in der letzten Lebensphase ohne zeitliche Eingrenzung. 

Besonderer Renner ist das selbst gebackene Schwarzbrot. „Das haben wir immer, dafür haben wir schon Stammkunden“, sagt Elisabeth Bollwerk. Mit ihrem besonderen Sortiment sind sie auf vielen besonderen Märkten und Veranstaltungen in der Region zu finden – egal ob auf der Wirtschaftsmesse in Ahaus, beim Früchtefest auf der „Oase“, beim Tag der offenen Tür zu Ostern bei Eier Amshoff in Ahaus oder bei einer Veranstaltung im Kloster Frenswegen: „Wir haben bestimmt schon wohl an die 1000 Gläser Marmelade gemacht und verkauft.“

Und warum bedenken sie mit ihren Spenden ausgerechnet das Kinder- und Jugendhospiz in Wilhelmshaven? „Wir wollten eine Einrichtung unterstützen, die mit Kindern arbeitet“, sagt Elisabeth Bollwerk, die selbst Kinderkrankenschwester ist. Und noch etwas überzeugt sie: dass sie viele Informationen erhalten. „Wir wissen genau, wo unser Geld hingeht.“ Mit der Leiterin des Hospizes haben sie regelmäßig Kontakt, ebenso mit einem der Mitarbeiter, Daniel El Kathib.

Für die Bollwerks ist das Modell von „Joshuas Engelreich“ ein überzeugendes Konzept, das sie nicht nur unterstützen möchten, sondern auf das sie auch aufmerksam machen wollen. Denn: Obwohl das Haus hoch oben im Norden liegt, ist es nicht nur für Menschen aus der Region offen, sondern auch für Interessierte aus anderen Teilen der Republik.

An ihrer nächsten Spende arbeiten die Bollwerks bereits – im April 2016 wollen sie sie wieder persönlich abliefern.

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