Fr., 20.05.2016

„Ariella“-Premiere auf der Bentheimer Freilichtbühne Nixe bezaubert Publikum

Märchenhaft bunte Kostüme hatte die Bentheimer Freilichtbühne für das Musical rund um die Nixe Ariella (Mitte) gezaubert. Die böse Meerhexe ist die Gegenspielerin von Ariella.

Märchenhaft bunte Kostüme hatte die Bentheimer Freilichtbühne für das Musical rund um die Nixe Ariella (Mitte) gezaubert. Die böse Meerhexe ist die Gegenspielerin von Ariella. Foto: Iris Kersten

Bad Bentheim - 

Es war lausig kalt, aber trocken – zwischendurch lugte sogar die Sonne hervor. Gewappnet mit Winteroutfit, Decken und guter Laune erlebten die Zuschauer zur Premiere der Bad Bentheimer Freilichtspiele an Pfingsten eine hinreißende „Ariella“ und ein märchenhaftes Bühnenvolk.

Von Susanna Austrup

Die Ränge waren nicht – wie bei Premieren zuvor – bis auf den letzten Platz besetzt. Im Vorverkauf habe man rund 500 Karten verkauft, berichtete Regisseurin Gudrun H. Lelek , die Kälte und den frühen Pfingsttermin als mögliche Gründe für die leeren Ränge nannte. Niedrige Temperaturen und schneidende Windböen: Das mag Spontanbesucher tatsächlich abgehalten haben. Dem Spiel auf der Bühne tat das keinen Abbruch. Gefesselt beobachteten die kleinen und großen Besucher das Treiben, hielten so manches Mal vor Spannung die Luft an und konnten sich zwischendurch vor Lachen kaum halten.

Die Handlung: Die quirlige Meerjungfrau Ariella (Naomi Krommendijk) sprüht vor Abenteuerlust, was ihrem Vater, dem König Dreizack ( Ralf Effing ) Sorge bereitet. Er befördert Bastian Languste (Jan Riestenpatt) zum königlichen Leibwächter seiner Tochter. Doch die entwischt ihrem Wächter bei der erstbesten Gelegenheit, denn Ariella will unbedingt wissen „wie die Welt draußen aussieht“. Während der ewig zeternde Knurrhahn Motzke (Birgitta Dietz) und Fabian Kugelfisch (Anja Rosenski-Beernink) die kesse Nixe suchen, verliebt die sich prompt in den Menschenprinzen Aramis (Niklas Spitzer).

Der wäre schon allein aufgrund ihrer lieblichen Stimme nicht abgeneigt, doch es gibt einen Haken: Der Anblick der Nixe wäre sein Tod. Während die böse Meerhexe (José Krommendijk) etliche Meeresbewohner in ihre Macht bringt und in graue Kreaturen verwandelt, sucht Ariella hartnäckig nach einer Lösung, damit sie ihren Prinzen doch noch bekommen kann. Und gutmütig, wie ihr Vater ist, hilft er ihr schließlich.

Dem Bühnenteam der Bentheimer Freilichtspiele ist es gelungen, eine bunte Meeresmärchenwelt auf die Bühne zu bringen, die das Publikum zwei Stunden in ihren Bann gezogen hat. Kompliment an die vielen Darsteller und Darstellerinnen sowie die Mitwirkenden von Technik, Bühnenbau, Kostüm und Maske! Ob Seepferdchen, Kofferfische, die vielen kleinen bunten Fische und grauen Gestalten, Möwen, Albatros, das Schlosspersonal und Piraten – sie alle waren spitze und haben zum gelungenen Bühnenerlebnis beigetragen.

Zauberhaft und auch im Gesang stark war Naomi Krommendijk als Ariella, glaubhaft Ralf Effing als König Dreizack. Auch die Meereshexe war mit José Krommendijk und ihrem schrillen Lachen fabelhaft besetzt. Toll der Albatros (Lilly Rosenski), dessen Bauchlandung auf dem Rollbrett besonders die kleinen Gäste herrlich amüsierte. Fröhliches Gelächter gab es bei den Auftritten der kleinen Hunde Fi (Mia Rosenski) und Lou (Rieke Büttelmann). Auch die neunmalklugen Sprüche von Klein Klaus (Emil Walter) kitzelten das Zwerchfell.

Besonders spannend war für die jüngsten Besucher das Intermezzo mit den Piraten. „Die waren den Kindern anfangs richtig unheimlich“, sagte Kathrin Grunder aus Nordhorn im Gespräch nach der Aufführung. Ihre beiden Töchter und deren Freundin gaben an, dass ihnen die Aufführung sehr gefallen habe. Warum? „Weil alle gut gesungen haben“, sagte die achtjährige Joyce aus Nordhorn.

Komponist der mitbeklatschten Unterwasserohrwürmer ist Hartmut Meyer, die musikalische Leitung oblag Thomas Lischik, die Choreografie Dominique Schölling, und Chef vom Dienst in Sachen Bühnenbild war Hein Schlüter. „Wir waren jetzt schon oft mit den Kindern hier, ich bin immer wieder begeistert von der Naturbühne“, so Grunder. Für die Kinder sei es immer wieder ein besonderes Erlebnis, die Schauspieler live zu erleben.

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