Di., 08.11.2016

Konfis beschäftigten sich in der Gedenkstätte Esterwegen mit dem Leben der Häftlinge Besuch bei den Moorsoldaten

Die Konfis der Evangelischen Kirchengemeinde besuchten am Wochenende die Gedenkstätte Esterwegen.

Die Konfis der Evangelischen Kirchengemeinde besuchten am Wochenende die Gedenkstätte Esterwegen. Foto: privat

Gronau - 

Mit einem traurigen Kapitel der Geschichte beschäftigten sich am Samstag die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde. Gemeinsam mit Pfarrerin Bettina Roth-Tyburski und einem Team von Jugendlichen besuchten sie die Gedenkstätte Esterwegen. „Einige engagierte Lehrer der Fridtjof-Nansen-Realschule führen ja schon seit vielen Jahren mit Schülern Fahrten zu dieser Gedenkstätte durch. Durch ihre durchweg positiven Erfahrungen und auf ihren Rat hin habe ich die Gruppe der Konfis zu einem Workshop-Nachmittag in Esterwegen angemeldet“, sagt die Pfarrerin.

In der Gedenkstätte wurden sie von dem fachkundigen Fietje Ausländer begrüßt und in das schwere Thema eingeführt. Berichte von Zeitzeugen, die Ausländer selbst kennenlernen durfte, beeindruckten die Konfis sehr und machten sie nachdenklich.

„Jeder Häftling hatte sein Bett akkurat am Morgen zu machen. Mit einem Seil wurde geprüft, ob eine Bettdecke zu hoch oder zu tief auflag. Sobald die Wächter irgendetwas auszusetzen hatten, wurden die Gefangenen mit Schikanen schlimmster Art gemaßregelt.“ Dieses und andere Beispiele prägten sich stellvertretend für die Situation der Menschen, die als Moorsoldaten ihre schwere Zeit der Gefangenschaft ertragen mussten, schnell bei den Konfis ein.

Nach einer Pause gingen die Jugendlichen in Kleingruppen auf Spurensuche einzelner Gefangener. So sollten sie an einer Porträtwand eine bestimmte Person heraussuchen und verschiedene Fragen versuchen herauszufinden, wie zum Beispiel die Lebensdaten des Gefangenen, die Häftlingsnummer, den Grund der Verhaftung und vieles mehr.

Auf dem Weg zurück zum Bus unterhielten sich die Jugendlichen über das Erlebte am Nachmittag. „Es ist doch so wichtig, dass es diese Gedenkstätten gibt“, war sich Miriam sicher. „Bald gibt es keine Überlebenden mehr, die uns aus dieser Zeit berichten können. Dann ist es unsere Aufgabe, davon weiter zu erzählen.“

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