Fr., 02.12.2016

Andere Lösung gefunden „Schlammschlacht“ wird günstiger

Im Sommer 2016 ging den Fischen im Eper Bültenteich beinahe die Luft aus. Schuld daran ist nach Meinung von Fachleuten auch die zunehmende Verschlammung des Wassers.

Im Sommer 2016 ging den Fischen im Eper Bültenteich beinahe die Luft aus. Schuld daran ist nach Meinung von Fachleuten auch die zunehmende Verschlammung des Wassers. Foto: Feuerwehr

Epe - 

Im Sommer noch hieß es: Die Schlammschlacht wird teuer. Jetzt scheint die Stadt – zumindest für einen Teil des Problems – eine kostengünstige Lösung gefunden zu haben. Derzufolge könnte die Entschlammung des Eper Angelteiches in den Bülten deutlich weniger kosten als noch vor Monaten angenommen.

Von Klaus Wiedau

Im Sommer noch hieß es: Die Schlammschlacht wird teuer. Jetzt scheint die Stadt – zumindest für einen Teil des Problems – eine kostengünstige Lösung gefunden zu haben. Derzufolge könnte die Entschlammung des Eper Angelteiches in den Bülten deutlich weniger kosten als noch vor Monaten angenommen. Das berichtete Stadtbaurat Frank Vetter am Mittwochabend im Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Energie und Tierschutz (VUET).

Im Sommer hatte die Verwaltung erklärt, dass für die Beseitigung von rund 2000 Kubikmeter Sediment aus dem Teich Kosten in Höhe von rund 150 000 Euro anfallen würden. Eine Lösung, die dem Ausschuss zu teuer war. Jetzt stellte Vetter eine Variante vor, die „nur“ noch 40 000 Euro an Kosten verursachen soll: Der Teich soll leergepumpt, das Sediment mit einem Bagger auf Lkw verladen und anschließend auf eine städtische Fläche im Bereich „Füchtenfeld“ transportiert werden. Ein Antrag für die Verteilung des Sediments auf dem städtischen Areal sei beim Kreis (Untere Abfallbehörde) bereits gestellt worden. Ende Oktober habe sich indes die Landwirtschaftskammer Coesfeld gemeldet und darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Schlamm aus dem Teich um sandiges Sediment und nicht um sogenannten schluffiges (lehmiges) Material handle. Deshalb seien andere Grenzwerte bei der Verwertung zu beachten. An der Lösung dieser Frage arbeiten nach Angaben der Verwaltung derzeit der Kreis Borken und ein Bodengutachter.

Wenn die Genehmigung des Kreises für die Verteilung des Schlamms vorliegt, soll der Auftrag für die Entschlammung des Eper Teiches beschränkt ausgeschrieben werden.

Nicht gelöst ist bisher die Entsorgung des Schlamms aus dem BSG-Teich. Dessen Entschlammung würde „um ein Vielfaches“ teurer als die des Eper Teiches, hieß es im Sommer. Denn: Anders als beim Eper Angelteich, sind die rund 900 Kubikmeter Sediment hier belastet. Unter anderem wurde ein stark erhöhter Gehalt an extrahierbaren organischen Halogenen nachgewiesen.

Bei dem sogenannten TOC-Wert (total organic carbon – organisch gebundenen Kohlenstoffe) handelt es sich um einen organischen Wert. Der stellt, so die Stadt, grundsätzlich nicht das Problem dar, führt aber in erhöhter Konzentration zu einer höheren Zuordnungsklasse im Abfallbereich und bestimmt daher unter anderem auch das Verfahren, mit dem der Schlamm entsorgt werden kann. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist demzufolge „voraussichtlich nicht möglich“. Der Aushub wäre abzufahren und auf einer Deponie zu entsorgen.

Dass die zunehmende Verschlammung den beiden Gewässern zusetzt, wurde zuletzt im Juli deutlich. Weil ein Fischsterben einsetzte, musste die Feuerwehr beiden Teichanlagen durch Wassereintrag Sauerstoff zuführen.

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