Fr., 21.04.2017

Innenministerium benennt Brennpunkte Gronauer Bahnhofstraße ist einer der gefährlichsten Orte in Nordrhein-Westfalen

Nächtlicher Polizeieinsatz in der Bahnhofstraße Sie gehört nach Angaben des NRW-Innenministeriums zu den gefährlichen Orten in Nordrhein-Westfalen.

Nächtlicher Polizeieinsatz in der Bahnhofstraße Sie gehört nach Angaben des NRW-Innenministeriums zu den gefährlichen Orten in Nordrhein-Westfalen. Foto: Martin Borck

Gronau - 

Traurig, aber Realität: Auf einer Liste der besonders gefährlichen Orte in Nordrhein-Westfalen taucht auch die Stadt Gronau auf. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Peter Biesenbach (Oberbergischer Kreis) hervor.

Von Klaus Wiedau

Der Rechtsanwalt – er ist stellvertretendes Mitglied des Innenausschusses – wollte Anfang März wissen, wie viele „gefährliche bzw. verrufene“ Orte der Landesregierung aktuell in NRW bekannt seien. Das Innenministerium listete daraufhin in seiner Antwort vom 12. April insgesamt 25 Örtlichkeiten auf, für die diese Kriterien zutreffen.

Gefährlich, aber keine No-Go-Area

Vertreten sind neben dem Kreis Borken die Städte Dortmund, Düsseldorf, Essen, Hagen, Köln, Recklinghausen, Wuppertal, Siegen und Aachen. Die Zahl der gefährlichen Orte pro genanntem Standort schwankt zwischen einem und 13 (Köln). Von der Polizei im Kreis Borken wird das Kneipenviertel in und rund um die Gronauer Bahnhofstraße genannt.

„Das ist aber deshalb keine No-Go-Area“, warnt Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister davor, die Gefährlichkeit dieses Ortes zu dramatisieren. Vielmehr seien in der Auflistung des Innenministeriums Örtlichkeiten genannt, „an denen es nachvollziehbare Anlässe gibt, die besondere gefahrenabwehrende Maßnahmen nach dem Polizeigesetz zulassen“. Darunter sei etwa die Identitätsfeststellung von Personen ohne besonderen Anlass, aber auch die Durchsuchung von Personen und Sachen zu verstehen.

Körperverletzung, Prostitution, illegales Glücksspiel

534 solcher Personalienfeststellungen hat die Polizei 2016 im Umfeld der Gronauer Bahnhofstraße durchgeführt. In 86 Fällen geschah dies im Zusammenhang mit Straftaten. Rentmeister: „Das sind aber nicht 86 Einzelfälle, sondern auch Delikte – etwa Körperverletzungen – bei denen die Identität mehrerer Personen festgestellt worden ist. In 21 Fällen kam es nach den Kontrollen zu Festnahmen, weil gegen Personen ein Haftbefehl vorlag. 17 Mal wurden Angetroffene zur Verhinderung von (weiteren) Taten in Gewahrsam genommen.“

Die Zahl dieser Maßnahmen in Verbindung mit dem Wissen um Rotlichtmilieu, illegales Glücksspiel, Drogengeschäfte und die Existenz einer rockerähnlich auftretenden Gruppe habe zur Einstufung des Bereichs Bahnhofstraße als „gefährlicher bzw. verrufener Ort“ geführt. „Die Polizei geht konsequent, aber mit Augenmaß vor“, so Rentmeister. „Niemand muss jetzt fürchten, dort permanent von der Polizei kontrolliert zu werden“, so der Polizeisprecher.

"Maßnahmen zeigen Wirkung"

Andererseits seien das konsequente Einschreiten und eine sichtbare Polizeipräsenz zu neuralgischen Zeiten an diesem Ort wichtig. Auch die inzwischen getroffenen Maßnahmen von Polizei, Ordnungsamt und anderen Behörden zeigen Wirkung, so Rentmeister. Konkrete Zahlen lägen zwar noch nicht vor, aber: „Das bringt viel – und zwar nicht nur für die gefühlte, sondern auch für die objektive Sicherheit der Bürger.“

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