Machtstreit mit Outlaws
Polizei Twente setzt Motorradclub Satudarah unter Druck

Enschede -

Bei der Polizeiaktion am Mittwoch in Enschede ist auch ein Mann mit Wohnsitz in Alstätte festgenommen worden. Das bestätigte die Polizei Twente. Insgesamt gab es fünf Festnahmen.

Donnerstag, 18.05.2017, 18:05 Uhr

Die Polizei führte bereits im Dezember 2013 eine Razzia gegen Mitglieder des Motorradclubs Satudarah durch. Damals wurde auch ein Mann mit Wohnsitz in Alstätte festgenommen. Er gehörte auch am Mittwoch zu den Festgenommen in Enschede.
Die Polizei führte bereits im Dezember 2013 eine Razzia gegen Mitglieder des Motorradclubs Satudarah durch. Damals wurde auch ein Mann mit Wohnsitz in Alstätte festgenommen. Er gehörte auch am Mittwoch zu den Festgenommen in Enschede. Foto: Klaus Wiedau

Darunter befindet sich auch der 58-jährige Michel B. Er war bereits im Dezember 2013 bei einer Razzia in einem Wohnhaus in Alstätte festgenommen worden. B. ist, ebenso wie der ebenfalls festgenommene Bewohner der am Mittwoch durchsuchten Wohnung in Enschede, Laurence S. (45), Mitglied des Outlaw-Motorradclubs Satudarah . Beide Männer nehmen hohe Stellungen in der Hierarchie des Vereins ein. Unter den Festgenommen sind zudem zwei Frauen im Alter von 19 und 26 Jahren aus Enschede.

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Anschlag auf Laurence S. kurz vor Weihnachten

Die Polizei Twente bestätigte, dass im Rahmen der Aktion am Mittwoch mehrere Feuerwaffen, Bargeld, vier Autos und mehrere Datenträger beschlagnahmt worden sind. Die Ermittler erhoffen sich brauchbare Informationen über den Anschlag auf Laurence S. kurz vor Weihnachten 2016. Damals hatte ein Unbekannter eine Handgranate in dessen Wohnung geworfen. Die Motive und Hintergründe der Tat sind unklar. S. selbst weigerte sich, mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Satudarah lobte jedoch eine Belohnung von 10.000 Euro für den „goldenen Tipp“ aus – der allerdings wohl nicht kam.

Nicht auszuschließen, dass ein erneuter Anschlag verübt wird

Die Behörden sehen Gefahren für die Nachbarn von S., solange der Attentäter nicht gefasst ist. Es sei nicht auszuschließen, dass ein erneuter Anschlag verübt werde, bei dem Unbeteiligte verletzt werden könnten. In der Nachbarschaft stieß die Polizeiaktion laut dem Twentsche Courant Tubantia auf Zustimmung – auch wenn es nach dem Attentat vom Dezember keine weiteren Vorfälle gegeben habe.

Staatsanwaltschaft versucht, die Gang zu verbieten

Die Polizei Twente hat Satudarah schon seit mehreren Jahren auf dem Kieker. Die Staatsanwaltschaft versucht, die Gang zu verbieten; sie wird mit Drogen- und Waffenhandel in Verbindung gebracht. Doch für ein Verbot gibt es derzeit keine Handhabe. Die Mitglieder verhalten sich relativ ruhig. Sie selbst sehen sich in einer Opferrolle.

Die Polizei betreibe eine Hexenjagd gegen sie. Die Behörden sehen das anders. Sie verfolgen laut dem Twentsche Courant Tubantia eine Taktik, mit der Satudarah als kriminelle Organisation entlarvt werden soll. Die Behörden versuchen, Satudarah so viele Steine wie möglich in den Weg zu legen. Gaststättenbetreiber werden davor gewarnt, den Mitgliedern Räume zur Verfügung zu stellen. Auch die Polizeiaktion vor zwei Wochen beim FC Twente galt Satudarah, deren Mitglieder unter dem harten Kern der Twente-Fans Einfluss haben sollen.

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