Ausstellung des Werner-von-Siemens-Gymnasiums im Thiemann-Haus
Luther in die Welt gestellt

Gronau -

Religionskurse des Werner-von-Siemens-Gymnasiums stellen bis zum Reformationstag (31. Oktober) Arbeitsergebnisse zum Thema „500 Jahre Reformation“ im Walter-Thiemann-Haus aus.

Freitag, 14.07.2017, 08:07 Uhr

Schülerinnen und Schüler des evangelischen Kurses der Q1 des Werner-von-Siemens-Gymnasiums von Lehrerin Sabine Sderra (2.v.l.) haben mit Unterstützung von Pfarrer Uwe Riese (l). die Ausstellung im Walter-Thiemann-Haus aufgebaut. Mit dabei: der Playmobil-Luther.
Schülerinnen und Schüler des evangelischen Kurses der Q1 des Werner-von-Siemens-Gymnasiums von Lehrerin Sabine Sderra (2.v.l.) haben mit Unterstützung von Pfarrer Uwe Riese (l). die Ausstellung im Walter-Thiemann-Haus aufgebaut. Mit dabei: der Playmobil-Luther. Foto: Ev. Kirche

Die Welt feiert 500 Jahre Reformation und Martin Luther ist in aller Hände – zumindest gilt das für die 7,5 Zentimeter große Playmobil-Figur, deren millionstes Exemplar im Juni 2017 verkauft wurde. Doch das Miniaturmodell ist nicht nur die bisher beliebteste Einzelfigur des Unternehmens, sondern vor allem offizieller „Reformationsbotschafter“ der Evangelischen Kirche im Luther-Jahr 2017.

Natürlich wurde das Thema Reformation auch am Werner-von-Siemens-Gymnasium in diesem Schuljahr auf verschiedene Weise aufgegriffen: In Klasse 7 hat die katholische Religionsgruppe von Kathrin Bußmann wichtige Stationen Luthers mit Playmobilfiguren nachgestellt, fotografiert und mit Text versehen. Dabei war der beschriebene Reformationsbotschafter Ausgangspunkt für das Projekt: „Der Spielzeughersteller hat den kleinen Luther ohne eigene Welt und ohne Menschen um ihn herum entworfen“, erklärt Kathrin Bußmann. Eine Welt ohne Menschen entspreche jedoch nicht Luthers Lebenswirklichkeit: „Wir haben also nachgeholfen und aus alten Kindheitsschätzen der Schüler eine Umgebung gestaltet, die der Luthers entsprechen könnte. Angefangen bei seinem Gewittererlebnis über den bekannten, aber doch historisch nicht gesicherten Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg, bis hin zu seiner Hochzeit mit der Nonne Katharina von Bora.“

Im evangelischen Religionsunterricht von Silke Heilen entwarf jeweils ein Kurs Flyer zum Reformationstag und bebilderte die Biografie Luthers. Als besonderes Ereignis widmete sich eine Gruppe auch dem Thesenanschlag in Wittenberg vor 500 Jahren. Angeregt durch die Internetseite „deine-these.de“ beteiligte sich diese Gruppe an der Suche nach 95 Thesen für unsere Zeit.

Auch in der Oberstufe des Gymnasiums wurde intensiv zum Thema Reformation gearbeitet: Während der Kurs von Susanne Blöbaum im Rahmen der EF die Angst Luthers mit Ängsten in unserer Zeit verglich, stand für den evangelischen Kurs der Q1 von Sabine Sderra im zweiten Halbjahr die Kirche im Nationalsozialismus auf dem Lehrplan. Dass der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer aufbauend auf den Freiheitsbegriff Luthers seinen Weg in den Widerstand fand, holte auch hier die Erkenntnisse der Reformation in die Neuzeit. In diesem Zusammenhang arbeiteten die Schüler auch an der Frage, wie ein Theologe, der doch schließlich den zehn Geboten verpflichtet ist, beim Attentat auf Hitler mitarbeiten konnte. Das Reformations-ABC einer katholischen Gruppe von Anke Tapken war am Ende leider so umfangreich, dass es aus Platzgründen nicht ausgestellt werden konnte.

Alle Beteiligten freuen sich über Interessierte, die bis zum 31. Oktober Gelegenheit haben, die Ausstellung im Walter-Thiemann-Haus zu besuchen. Dort können sich die Gäste unter anderem auch ein genaueres Bild vom kleinen Reformationsbotschafter machen – der Playmobilfigur Martin Luthers. Anschließend, ab November, wird die Ausstellung auch noch im Gymnasium zu sehen sein.

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