Projekte zum Thema „Werner von Siemens und seine Zeit“
Zeitstrahl, Kekse und Strom-Song

Gronau -

Der 200. Geburtstag des Namensgebers mobilisierte in der zurückliegenden Woche das komplette Gronauer Gymnasium. Unter dem Motto „Werner von Siemens und seine Zeit“ forschten und arbeiteten die Schüler, unterstützt von externen Partnern, Eltern und Lehrern zu verschiedenen Themen um den deutschen Physiker und Elektrotechniker.

Samstag, 15.07.2017, 10:07 Uhr

Wandbild fertig: Die Projektgruppe „Mosaikporträt“ ist mit ihrem Ergebnis zufrieden. Rechts die Gruppe der Redakteure, die die Projektwoche dokumentierten. Für den Einsatz ließen sie sich zuvor in der WN-Reaktion fit machen.
Wandbild fertig: Die Projektgruppe „Mosaikporträt“ ist mit ihrem Ergebnis zufrieden. Rechts die Gruppe der Redakteure, die die Projektwoche dokumentierten. Für den Einsatz ließen sie sich zuvor in der WN-Reaktion fit machen. Foto: WvS-Gymnasium/ kw

„Wenn man zum Ende des Schuljahres alle Mitglieder der Schulgemeinde noch einmal so engagiert mit- und füreinander arbeiten sieht, ist das eine ganz tolle Sache“, freut sich Anja Walter , die die Projekt- und Forschungstage mitorganisierte.

Während die einen den Schulhof mit Siemens-Zitaten verschönerten, entwarfen andere Fensterbilder und Mosaike zu Siemens und seinen Erfindungen. Zwei Schülergruppen entwickelten neue Layouts für ein Schulshirt und das Mitteilungsheft der Schule. Eine Projektgruppe der Oberstufe konzipierte einen Zeitstrahl, der zukünftig – in Metall gearbeitet – das Leben Werner von Siemens’ mit all seinen beruflichen Errungenschaften und der parallel laufenden Entwicklung in ganz Deutschland veranschaulichen soll. Das Werk wird in der Pausenhalle einen prominenten Platz finden.

In den Räumen der Naturwissenschaften untersuchten Schüler die Leitfähigkeit von Bleistiftminen unterschiedlicher Härte, die üblicherweise in der Maßeinheit „Siemens pro Meter“ angegeben wird. Einige Schüler sammelten unter Leitung des Labors für Hochfrequenz und Mikrowellentechnik der Fachhochschule Münster erste Erfahrungen mit Lötkolben und elektronischen Bausteinen, indem sie eine einfache Blinkschaltung aufbauten.

Jüngere Schüler entwickelten ein Zeichenalphabet und verschickten mithilfe selbst gebastelter Telegrafen eine Nachricht durch das Schulgebäude. „Man muss sich das wie Whats-App zu Zeiten des jungen Siemens vorstellen“, schmunzelte Projektleiter Fabian Ransleben. Parallel dazu wurden in der Gesamtschule „Siemens-Kekse“ gebacken, die als Dankeschön an Helfer und externe Partner verschenkt wurden.

Einige Gruppen hatten es sich zum Ziel gemacht, Gesellschaftsspiele, Quizze oder eine App zum Thema „Werner von Siemens“ zu entwickeln, die künftig, genau wie ein Stationenlernen und eine Schulbroschüre, für die Einführungstage der neuen Sextaner genutzt werden sollen.

Oberstufenschüler warfen außerdem einen kritischen Blick auf die soziale Ausrichtung des Siemens-Konzerns und diskutierten das Zusammenspiel von Religion, Philosophie und Wissenschaft. Die Problematik der ethischen und sozialen Verantwortung der Wissenschaft wurde in einem stufenübergreifenden Theaterprojekt auf die Bühne gebracht, das die Lebenskrisen von Goethes Faust, Brechts Galileo Galilei und Dürrenmatts Physiker Möbius thematisierte.

Eine fremdsprachige Theateraufführung, in der Werner von Siemens mit Kind und Kegel nach London aufbricht, um dort internationale Investoren von seinem Telefonkabel zu überzeugen, und auf verschiedenste Sprachen und Widerstände trifft, wurde innerhalb weniger Stunden einstudiert und in der Aula aufgeführt. Die Projektgruppe um den Schulpaten Dennis Buß überzeugte mit einem selbst verfassten Siemens-Rap, und die Teams des Siemens-Films und des Hörspiels ernteten große Anerkennung und viel Applaus. Engelbert Laakman rief eine Projektgruppe aus musikalischen Schülern und Lehrern ins Leben und dichtete: „All you need is love“ von den Beatles in „Was du brauchst, ist Strom“ um. Im Anschluss an den gefeierten Liveauftritt in der Aula zog das Ensemble ins Tonstudio des Rock’n’Popmuseums, um den neuen Siemens-Song professionell aufzunehmen.

Seit Dienstag fanden die Projekt- und Forschungstage unter dem neuen Schulbanner statt: Ein Siemens-Porträt, bestehend aus über 800 Einzelfotos der Schüler und Lehrer, zog trotz des regnerischen Wetters viele Mitglieder der Schulgemeinde auf den Schulhof. Zukünftig wird es bei besonderen Veranstaltungen des Gymnasiums den Eingangsbereich schmücken.

Detaillierte Projektbeschreibungen, Fotos und Arbeitsergebnisse werden Anfang des nächsten Schuljahres in einem Sonderheft als Beilage zur Schulzeitung erscheinen. Hierfür war die Lehrerbibliothek während der Projekttage in eine Schülerredaktion verwandelt worden, in der sich Schülerinnen und Schüler mit dem Verfassen journalistischer Texte und professioneller Fotografie beschäftigten.

Für alle Beteiligten waren sowohl Projekt- als auch Präsentationstag ein voller Erfolg. Die Organisation bedankt sich bei den Eltern und Kollegen für die tatkräftige Unterstützung. Weiterhin wäre die Umsetzung vieler Projekte ohne die Hilfe zahlreicher externer Kooperationspartner nicht möglich gewesen. Ihnen gilt ebenso der Dank, wie dem Förderverein und Sponsoren aus dem Kreis der Eltern, privaten Spendern und Firmen.

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