Sa., 12.08.2017

VW-Passat ist eine Million Kilometer gefahren Dietmar Oberste ist Kilometer-König

Grund zur Freude: Der Passat von Dietmar Oberste (links) hat eine Million Kilometer gelaufen. Mit im Bild Kfz-Meister Manfred Brockhues und Mechaniker Wilfried van Putten.

Grund zur Freude: Der Passat von Dietmar Oberste (links) hat eine Million Kilometer gelaufen. Mit im Bild Kfz-Meister Manfred Brockhues und Mechaniker Wilfried van Putten. Foto: Klaus Wiedau

Gronau - 

Den spannenden Moment hat Dietmar Oberste in einem Video festgehalten. Am Mittwochnachmittag um 18.20 Uhr auf der A 1 zwischen Wuppertal Nord und Gevelsberg. Da sollte der Tacho seines VW-Passat eigentlich von 999.999 Kilometer umspringen. 

Von Klaus Wiedau

„Entweder zurück auf Null oder auf lauter Striche“, so die Erwartung von Kilometer-König Oberste. Indes: Es passiert nichts. Die sechs Neunen bleiben stumpf stehen. „Nur der Tageskilometerzähler zählte weiter“, sagt Oberste.

„Shit“, war sein erster Gedanke. „Das hat mich schon ein bisschen gewundert“, gibt Oberste zu. Und hat eigentlich nur eine Erklärung: „Wahrscheinlich hat der Autohersteller nicht damit gerechnet, dass der Wagen so lange laufen würde.“ Doch die kleine Panne trübt die Freude über den Rekord nicht lange: Dass sein Diesel bisher eine Million Kilometer gelaufen ist, kann der Wahl-Gronauer schließlich dokumentieren.

Im Autohaus Brockhues & Engelke, wo Oberste sein „zweites Wohnzimmer“ (wie er den Wagen nennt) seit Jahr und Tag warten lässt, war die Eine-Million-Kilometer-Laufleistung am Freitag Grund für eine kleine Feier. Mittendrin nicht nur Technik-Fan Dietmar Oberste. Zur Feier des Tages steht auch sein dunkelblauer Dauerläufer blitzblank in der Ausstellungshalle.

2003 hat Oberste den Wagen im VW-Werk Emden abgeholt. Und seitdem läuft und läuft und läuft der 1,9er-Turbo-Diesel. Oberste ist studierter Chemiker und arbeitet in der Lackbranche. Täglich fährt er zur Arbeit nach Leverkusen, kommt so auf jährlich 77 000 bis 78 000 Kilometer, wie er sagt. In Stich gelassen hat der Passat ihn dabei so gut wie nie, er läuft immer noch mit dem ersten Motor. Nur ein neues Getriebe gab es während der Garantiezeit, dazu Ersatz für blind gewordene Scheinwerfer und im Hochwasser abgetauchte Nebelleuchten. „Der braucht sogar weniger, als vom Werk angegeben“, so Oberste: Statt 4,9 Liter auf 100 Kilometer rollt der Passat nach den Worten seines Lenkers mit durchschnittlich 4,3 Liter dahin.

VW macht Strich durch die Rechnung

Im Mai 2016 hat ihm das treue Gefährt gar einen Preis beschert, als Radio WMW im Zuge einer Rekord-Aktion das Auto mit der höchsten Laufleistung im Kreis suchte. Damals stand der Passat-Tacho bei 912.640 Kilometer.

Und wie geht es jetzt weiter? Darf der Langstrecken-Läufer bald in Rente gehen? Pläne dafür gibt es, verrät der 59-Jährige Oberste. Aber der VW-Konzern hat ihm einen Strich dadurch gemacht. Im März hatte sich Oberste auf der Homepage seinen neuen Wagen zusammengestellt – natürlich einen Passat. „Der sollte mindestens die aktuellen Umweltstandards erfüllen und nicht in zwei Jahren veraltet sein“, so die Vorgabe des Vielfahrers. Also wählte er aus dem Motorenangebot einen Diesel-Antrieb mit AdBlue-Technik.

Weil im Mai aber die neuen 2018er-Passat-Modelle auf den Markt kommen sollten, verschob Oberste den Kauf. Als er im Mai erneut sein Fahrzeug konfigurierte, „fand ich bei VW den Motor mit der AdBlue-Technik nicht mehr“. Auf Anfrage bekam er von den Wolfsburgern schriftlich die Auskunft, dass es den Motor sehr wohl noch gebe. Allerdings: Kein einziger Händler, den er bisher kontaktierte, kann das Aggregat liefern . . .

Und so muss der dunkelblaue Passat vorerst noch weiter laufen. Für Dietmar Oberste ist das kein Problem: „Der ist ja gerade erst richtig eingefahren . . .“

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