Ohrenschmaus und Augenweide
Blühende Rosette für die Sauer-Orgel

Gronau -

Die Sauer-Orgel der Stadtkirche wird nicht nur ein Ohrenschmaus, sondern auch eine Augenweide sein. In der mit Jugendstilelementen gestalteten Orgelfront (Orgelprospekt) zieht eine große Rosette die Aufmerksamkeit auf sich, umgeben von 36 glänzenden Pfeifen.

Mittwoch, 27.09.2017, 06:09 Uhr

Das Hauptbild der Rosette, das Kantor Tamás Szöcs und Projektleiter Steffen Holtmann (Peters) präsentieren, stellt drei Engel dar, die mittlere Gestalt im leuchtend roten Gewand gibt mit erhobener Hand den Ton an, während sie von beiden Seiten von Trompete und Laute spielenden Engeln umgeben wird. Darum formieren sich acht Blütenblätter in der gleichen Farbgebung.
Das Hauptbild der Rosette, das Kantor Tamás Szöcs und Projektleiter Steffen Holtmann (Peters) präsentieren, stellt drei Engel dar, die mittlere Gestalt im leuchtend roten Gewand gibt mit erhobener Hand den Ton an, während sie von beiden Seiten von Trompete und Laute spielenden Engeln umgeben wird. Darum formieren sich acht Blütenblätter in der gleichen Farbgebung.

In Orgelfronten sind gewöhnlich nur Pfeifen sichtbar, bei Instrumenten der Barockzeit kommen öfter auch holzgeschnitzte Engel hinzu, die Gestaltung mit einer Rosette ist dagegen sehr selten.

Die Sauer-Orgel wurde schon bei der Erbauung im Jahr 1904 mit einer Rosette geschmückt, diese ist vermutlich im Zweiten Weltkrieg durch Druckwellen beschädigt worden. Aus der Erbauungszeit gibt es weder Foto noch Zeichnung der Orgel, so dass man keine Vorstellung hat, wie die ursprüngliche Rosette ausgesehen hat. Nach dem Krieg wurde das „Orgelfenster“ zunächst mit Holzbrettern verschlagen, im Mai 1950 hat der Dortmunder Künstler und Glasmaler Johann August Stork eine neue Rosette eingesetzt. Stork war Gründer des Dortmunder Kunstvereines, seine Glasarbeiten schmücken die Fenster der Nicolaikirche in Dortmund. Das Fensterbild der Sauer-Orgel hat er kunstvoll und aufwendig aus mundgeblasenem Glas gestaltet.

Nach 67 Jahren sind die Spuren der Zeit auf der Rosette deutlich sichtbar, im Zuge der Orgelumsetzung nach Gronau wird sie nun in der Fachwerkstatt Peters in Paderborn gereinigt und restauriert, zersplitterte und zerbrochene Glasteile werden ersetzt, das Bleinetz wird an einigen Stelle nachgelötet und verstärkt. Entsprechend dem künstlerischen und kulturhistorischen Wert der Rosette und den denkmalrechtlichen Auflagen werden alle Restaurierungsarbeiten umfangreich dokumentiert. Mit dieser Orgelrosette bekommt das Altarfenster im Ostchor der Ev. Stadtkirche Gronau (1948 von Paul von der Forst gestaltet) ein würdiges und auch zeitlich und stilistisch passendes Gegenüber.

Heute startet die Sparkasse Westmünsterland eine zweite Runde der Aktion „Gut für das Münsterland“. Auf der Spendenplattform ist speziell die Restaurierung der Orgelrosette angemeldet (Projektnummer 55728). Alle Spenden bis 100 Euro, die online auf der Plattform ab 12 Uhr eingehen, werden von der Sparkasse Westmünsterland verdoppelt, solange der Vorrat des Spendentopfs von 20 000 Euro reicht. Bei der ersten Auflage dieser Aktion im Juli ist bereits die Hälfte der Restaurierungskosten der Rosette zusammengekommen.

 

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