Do., 07.12.2017

Beiträge für Übermittagsbetreuung sollen reformiert werden Segen oder Todesurteil?

Vertreterinnen zweier Ümi-Vereine haben eine Petition an die Bürgermeisterin übergeben: (v.l.) Bürgermeisterin Sonja Jürgens, Beate Hofste (Viktoriaschule) Miriam Butke und Barbara Buckstegge (beide Overberg-Schule)..

Vertreterinnen zweier Ümi-Vereine haben eine Petition an die Bürgermeisterin übergeben: (v.l.) Bürgermeisterin Sonja Jürgens, Beate Hofste (Viktoriaschule) Miriam Butke und Barbara Buckstegge (beide Overberg-Schule).. Foto: Klaus Wiedau

Gronau - 

Die Elternbeiträge für die Offene Ganztagsschule (OGS) und die Übermittagsbetreuung an Grundschulen (Ümi) sollen an die Einkommensberechnung für Kita- und Tagespflegeplätze angepasst werden. Eine entsprechende Beitragstabelle hat der Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig auf den Weg gebracht. Einen Schritt „zu mehr sozialer Gerechtigkeit“ nennt das Ausschussvorsitzender Norbert Ricking (SPD). „Wenn das so kommt, ist die Ümi nach einem Jahr tot“, sagt dagegen Barbara Buckstegge vom Trägerverein der Ümi an der Bernhard-Overberg-Schule. Gemeinsam mit Beate Hofste von der Ümi der Viktoriaschule und Miriam Butke von der Overberg-Schule hat Buckstegge am Dienstag eine Petition an Bürgermeisterin Sonja Jürgens übergeben. Darin plädieren sie für den Erhalt des Ümi-Angebots in seiner jetzigen Form und mit einem einheitlichen Beitragssatz.

Von Frank Zimmermann

Die Ümi-Vorstände argumentieren damit, dass die Reform der Beitragssätze für die meisten Eltern eine deutliche Kostensteigerung bedeuten würde. Dadurch würde das Angebot für viele unattraktiv, reihenweise Abmeldungen seien zu befürchten. So habe zum Beispiel eine Elternbefragung an der Overberg-Schule ergeben, dass 64 Prozent der Eltern ihre Kinder abmelden beziehungsweise Erstklässler nicht neu anmelden würden. Da die Ümi-Vereine Geld pro Kind bekommen, würden auch die Einnahmen einbrechen, Betreuungskräfte müssten entlassen werden. „Darauf basierend würde die Ümi kein weiteres Jahr ‚überleben‘“, schreiben die Ümi-Vorstände.

Politik und Stadtverwaltung schätzen die Situation anders ein, zumal die Reform mehr umfasst als die Staffelung der Elternbeiträge. So müssten Eltern mit mehreren Kindern nur noch für das erste einen Beitrag zahlen. Alle weiteren Kinder könnten gleichzeitig Kita, Tagesmutter, OGS oder Ümi beitragsfrei besuchen. Außerdem würden die Beiträge zukünftig zentral durch die Stadt erhoben, die Vereine würden von dieser Verwaltungsaufgabe entlastet und bekämen von der Stadt eine Pauschale pro Kind von rund 26 Euro pro Monat, was in etwa den jetzigen, durchschnittlichen Einnahmen der Vereine pro Kind entspräche.

Norbert Ricking weist außerdem darauf hin, dass durch die Neuregelung die Ümi auch für Eltern/Alleinerziehende attraktiv werden könnte, die sie bisher nicht in Anspruch genommen haben. Dadurch könnten etwaige Abmeldungen durch Neuanmeldungen kompensiert werden, ohne dass die Trägervereine finanzielle Einbußen hätten.

Das Thema wird alle Beteiligten noch eine Weile beschäftigen: Am Dienstag steht es auf der Tagesordnung des Schulausschusses, am 24. Januar befasst sich der Haupt- und Finanzausschuss damit und am 31. Januar hat dann der Rat das letzte Wort.

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