Aktionen gegen Satudarah-Mitglieder
Polizei wollte Beweismittel von Rockern sichern

Enschede/Almelo -

Die Razzia bei zwei führenden Mitgliedern der umstrittenen Motorradgang Satudarah ist durchgeführt worden, um Beweismittel zu sichern. Das stellte sich bei einer Gerichtsverhandlung in Almelo heraus.

Mittwoch, 27.12.2017, 07:12 Uhr

Aktionen gegen Satudarah-Mitglieder: Polizei wollte Beweismittel von Rockern sichern
Im Zusammenhang mit dem Motorradclub Satudarah gibt es immer wieder Hausdurchsuchungen der Polizei. Foto: Rupert Joemann

Die Razzia bei zwei führenden Mitgliedern der umstrittenen Motorradgang Satudarah ist durchgeführt worden, um Beweismittel zu sichern. Das stellte sich bei einer Gerichtsverhandlung in Almelo heraus. Im Mai hatten schwer bewaffnete Polizisten die Wohnung von Laurence S. (45) durchsucht. Dabei waren drei durchgeladene Schusswaffen sichergestellt worden. Wegen verbotenen Waffenbesitzes sind die beiden Satudarah-Leute sowie zwei weitere Bewohner der Wohnung angeklagt, berichtet die in Enschede erscheinende TC Tubantia.

Handgranate in Wohnung explodiert

Die Vorgeschichte: Im Dezember 2016 war eine Handgranate im Flur der Wohnung von Laurence S. in Enschede explodiert. Niemand wurde verletzt. S. gab zu Protokoll, dass er sich an den Polizeiermittlungen nicht beteiligen wolle. Vielmehr lobte Satudarah selbst 10.000 Euro Belohnung für Tipps aus und kündigte an, sich selbst auf die Suche des Täters zu begeben. Ein Vorgehen, mit dem die Justizbehörden alles andere als einverstanden waren.

Razzia missfiel Satudarah

Im Mai erfolgte die Razzia in S.‘ Wohnung – was wiederum Satudarah missfiel. In der Wohnung hielten sich zu dem Zeitpunkt vier Menschen auf, darunter S. und der mittlerweile mit internationalem Haftbefehl gesuchte Michel B. (52), außerdem der Enscheder Mitchell van H. (23) und die Rumänin Iuliana N. (26). Alle vier wurden vorübergehend festgenommen.

Die Staatsanwältin erklärte nun vor Gericht, dass Anlass für das gewaltsame Eindringen der Polizei die Suche nach Ergebnissen der Satudarah-Ermittlungen war. Die polizeilichen Ermittlungen seien nämlich ergebnislos verlaufen.

Dokumente zu spät zugestellt

Die Gerichtsverhandlung wegen des illegalen Waffenbesitzes wurde derweil unterbrochen. Die Staatsanwaltschaft hat der Verteidigung Schriftstücke zu spät zugestellt, so dass diese um einen zeitlichen Aufschub bat.

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