Niederländische Polizei fahndet weiterhin nach Michel B.
Führende Satudarah-Mitglieder in Zwolle vor Gericht

Enschede/Alstätte -

Drei Mitglieder des Rockerclubs Satudarah müssen sich seit vergangener Woche in Zwolle vor Gericht verantworten. Ein vierter Topmann der Organisation fehlt: Michel B., der seinen Wohnsitz in Alstätte hat. Er ist jedoch seit Ende September verschwunden. Die Polizei in den Niederlanden fahndet öffentlich nach dem 52-Jährigen. Bei einer Polizeirazzia Anfang November in Alstätte wurde das Anwesen des 52-Jährigen in Alstätte durchsucht. B. wurde jedoch nicht entdeckt.

Dienstag, 09.01.2018, 07:01 Uhr

Deutsche und niederländische Polizisten durchsuchten am 8. November ein Haus in Alstätte. Inhaber Michel B. gilt als Kopf von Satudarah im Osten der Niederlande.
Deutsche und niederländische Polizisten durchsuchten am 8. November ein Haus in Alstätte. Inhaber Michel B. gilt als Kopf von Satudarah im Osten der Niederlande. Foto: rmj

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten die Führung einer kriminellen Organisation vor. Und denen hat die niederländische Justiz den Kampf angesagt. Die Banden bedrohten durch Mafia-ähnliche Praktiken wie Erpressung, Körperverletzungsdelikte, Drogen- und Waffenhandel die öffentliche Ordnung.

Die Richter in dem Prozess verlängerten die Untersuchungshaft für die Brüder Xanterra (43) und Angelo (40) M. sowie Paul M. (48), berichtet der Twentsche Courant Tubantia. In dem Verfahren geht es dem Bericht zufolge vor allem um Fälle, bei denen Mitglieder des Clubs unter Druck gesetzt wurden, Satudarah zu verlassen. Ihnen wurde, so schildert es die Staatsanwaltschaft, eine Buße von 5000 Euro auferlegt, und sie wurden zusammengeschlagen. Außerdem hätten sie ihre Motorräder, die sie selbst bezahlt hatten, abliefern müssen. Staatsanwalt Hajo Timmer zufolge ist Satudarah tief in den Waffen- und Drogenhandel verstrickt. Das „Chapter“ Gold Coast, eine Unterabteilung von Satudarah in Spanien, soll ihm zufolge nur gegründet worden sejn, um Drogentransaktionen abzuwickeln.

Anwalt Erik Thomas nannte das Verfahren eine Prinzipienreiterei, die das Ergebnis einer politischen Entscheidung ist. Seit der Justizminister 2011 fragwürdigen Motorradgangs den Krieg erklärt habe, habe der Staat alles dafür getan, um Clubs wie Satudarah zu verbieten. Der Anwalt nannte den Prozess ein Mittel, dieses Ziel zu erreichen.

In Den Haag läuft derzeit ein Verfahren, Satudarah zu verbieten. Gegen den Rockerclub Bandidos ist mittlerweile in den Niederlanden ein Verbot ergangen.

Ein Antrag der Verteidiger, die drei Angeklagten auf freien Fuß zu setzen, wies der Richter ab. Es bestehe die Gefahr, dass die drei erneut straffällig würden. Die Richter wollten auch nicht ausschließen, dass die Verdächtigen Druck auf Belastungszeugen ausüben könnten, wenn sie auf freien Fuß gesetzt würden.

Der Prozess wird voraussichtlich im März fortgesetzt.

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