Deckenschäden in der Viktoriaschule
Harte Prüfung für Schulalltag

Gronau -

Der alten Dame „Viktoriaschule“ bleibt derzeit wenig erspart: Im August letzten Jahres richtete ein Feuer auf der Baustelle des Anbaus massiven Schaden an. Und jetzt das: Die rund 100 Jahre alten Steineisen-Decken des Altbau-Traktes müssen saniert werden. Das wirbelt gegenwärtig den Schulalltag durcheinander.

Mittwoch, 24.01.2018, 08:01 Uhr

Schäden an der Decke des Altbaus wirbeln im Moment den Alltag an der Viktoriaschule durcheinander.
Schäden an der Decke des Altbaus wirbeln im Moment den Alltag an der Viktoriaschule durcheinander. Foto: Klaus Wiedau

Hintergrund: Mitte Dezember wurde bei Arbeiten im Gebäude festgestellt, dass Putz von der alten Steineisen-Decke abgebröckelt und auf eine darunterliegende Zwischendecke gefallen war. „Wir haben daraufhin den Raum vorsorglich gesperrt und ein Fachingenieurbüro eingeschaltet“, so Andrea Winkler , Leiterin des Fachdienstes Gebäude- und Liegenschaftsmanagement. Zwischen Weihnachten und Neujahr sei dann die alte Deckenkonstruktion stellenweise freigelegt worden. Winkler: „Dabei wurde Korrosion festgestellt.“ Um weitergehende Untersuchungen durchzuführen und ein Sanierungskonzept zu erarbeiten, wurde entschieden, drei Klassenräume im ersten Obergeschoss der Schule und das Dachgeschoss (in dem die OGS untergebracht ist) aus Sicherheitsgründen zu sperren. Winkler: „Im ersten Schritt ging es um die Gefahrenabwehr, im zweiten Schritt geht es jetzt um die Ursachenforschung und die Sanierung.“

Die betroffenen Klassen wurden nach Winklers Angaben in anderen Klassenräumen, in der Aula der Schule und in einem Container, der noch an der Schule steht, untergebracht. „Wir haben zudem zwei weitere Container angefordert“, so Winkler. Die sollen nächste beziehungsweise übernächste Woche geliefert werden. Weiter entzerren werde sich die Situation im Februar, wenn der neue Anbau fertig ist und in Betrieb genommen werden kann.

Die OGS und die Übermittagbetreuung (Ümi) sind derweil in die Turnhalle der Schule untergebracht. „Die Halle wurde aus diesem Grund für den Vereinssport gesperrt“, so die Erste Beigeordnete Sandra Cichon. In der vergangenen Woche sei zudem ein Caterer mit der Lieferung des Mittagessens beauftragt worden, weil auch die Küche der OGS nicht zur Verfügung steht. Gegenwärtig denkt die Verwaltung nach Cichons Worten darüber nach, die Turnhalle für die Nutzung durch die OGS vorübergehend mit Einrichtungsgegenständen zu möblieren. Nach Fertigstellung des Anbaus sollen dann OGS und Ümi dorthin umziehen und zudem die Aula mitnutzen.

Ausdrückliches Lob zollt die Erste Beigeordnete der Schulleiterin Rahel Foerster , die die besondere Situation „sehr besonnen und gut strukturiert“ manage. Auch Andrea Winkler attestiert der Schulleiterin, durch gute und konstruktive Vorschläge an der Problemlösung mitzuwirken.

„Wir nutzen im Moment jede Möglichkeit, um zu unterrichten, beschreibt Schulleiterin Foerster die Situation. Die Situation sei natürlich „nicht die schönste“, auch wenn sie von den Schülern teilweise noch als „Abenteuer“ aufgenommen werde. Besonders in der aktuellen Phase – angesichts der noch nicht installierten Container – sei alles schon angespannt.

Da sei es auch verständlich, dass Eltern beunruhigt seien und Fragen hätten. Aber, so Foerster: „Wir sehen das Licht und halten zusammen.“ Die Stadt habe sehr gut und schnell auf den Schaden reagiert, das weitere Vorgehen werde mit der Schule abgestimmt.

Wann mit der Sanierung der maroden Decken begonnen werden kann und wie lange die Arbeiten dauern, konnte Andrea Winkler auf WN-Anfrage noch nicht im Detail sagen. Aber: Mit Planung und Ausschreibung werden die Arbeiten wohl Monate dauern. Im Zuge der Sanierung sollen die vorhandenen Decken mit einer Stahlträgerkonstruktion abgefangen werden, die danach unter einer Zwischendecke verschwindet.

Rahel Foerster blickt dem Ende dieser Arbeiten mit (Zweck-)Optimismus entgegen und freut schon mal auf eine „frisch renovierte Schule“ im neuen Schuljahr – „in der wir entspannt in die Zukunft schauen können“.

Zuletzt überprüft worden war die Deckenkonstruktion im Jahre 2006, bevor die OGS ins Dachgeschoss der Schule einzog. Damals seien, so Andrea Winkler, keine Beeinträchtigungen der Konstruktion aus dem Jahre 1899 festgestellt worden.

Der Bauausschuss soll in der nächsten Sitzung über die Situation an der Viktoriaschule informiert werden.

Blick von unten gegen die schadhafte Decke in einem Klassenraum.

Blick von unten gegen die schadhafte Decke in einem Klassenraum. Foto: Klaus Wiedau

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