Gabi Drees zum Austritt aus der Gal-Fraktion
„Ich bin im Herzen weiter eine Grüne“

Gronau -

Sie hat sich die Entscheidung nach eigenen Angaben nicht leicht gemacht, sah aber keine Alternative: „Es hat keine Basis mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit gegeben“, begründet Gabi Drees ihren Austritt aus der Gal-Fraktion.

Dienstag, 13.02.2018, 06:02 Uhr

Gabi Drees 
Gabi Drees  Foto: Klaus Wiedau

Sie hat sich die Entscheidung nach eigenen Angaben nicht leicht gemacht, sah aber keine Alternative: „Es hat keine Basis mehr für eine konstruktive Zusammenarbeit gegeben“, begründet Gabi Drees ihren Austritt aus der Gal-Fraktion. Gut eine Woche danach sprach Drees am Montag mit der WN-Redaktion über die Gründe, die Folgen ihres Handelns und ihre weitere politische Arbeit.

„Ich bin im Herzen weiter eine Grüne“, stellt Drees klar, wo auch künftig ihr politischer Schwerpunkt liegen wird. Denn: „Politik machen für die Menschen und für die Kommune“ will sie auch weiterhin – aber eben nicht in der Gal-Fraktion.

Dort habe es in der Vergangenheit immer wieder „Konflikte mit einzelnen Mitgliedern gegeben“, beschreibt sie den Prozess, der zum Austritt geführt habe. Dabei gehe es nicht um solche Diskussionen und Auseinandersetzungen, die in einer Fraktion – und sicherlich gerade in Gremien der Grünen – „normal“ seien. Drees: „Ich bin für den Austausch von Standpunkten und für Pluralität.“ In der Gal-Fraktion sei es zuletzt aber um eine Arbeit gegangen, „die in Form und Inhalt so nicht geht“. Wenn Extrempositionen einzelner Mitglieder „zeitraubend eingebracht und diskutiert werden, um von anderen Themen abzulenken, dann kann man nicht mehr richtig arbeiten“, so Drees. Dass sie am Ende für sich die Reißleine gezogen habe, sei dabei nicht aus heiterem Himmel gekommen. „Das kam nicht überraschend, ich habe das mehrfach angesprochen, habe konstruktive Vorschläge gemacht, wie wir unsere Arbeit in den Fraktionssitzungen organisieren könnten“, sagt Drees. Und: „Die internen Auseinandersetzungen haben viel Kraft aufgefressen“, meint Drees. Kraft, die sie künftig für die inhaltliche Arbeit nutzen will.

„Ich sehen ein Mandat für grüne Inhalte“, betont sie, dass es ihr wichtig ist, diese Themen auch weiterhin als fraktionsloses Ratsmitglied in die kommunalpolitische Debatte einzubringen. Und dabei wolle und könne sie dem „AKU-Flügel“ der Gal durchaus thematisch etwas entgegensetzen. Sie sieht sich hier – ohne den Begriff vom politischen Erbe strapazieren zu wollen – zumindest in Teilen auf dem politischen Kurs des verstorbenen Gal-Ratsmitgliedes Rüdiger Bardels, nach dessen Tod sie Ende 2016 in den Rat nachrückte.

„Ich werde weiter für meine Überzeugungen arbeiten“, so Drees. Sie kann sich vorstellen, dafür „andere Grüne um mich zu sammeln“, wie sie es formuliert. Drees ist inzwischen wieder Mitglieder der Grünen, die sie – wie viele andere Alternative – vor Jahren im Streit mit der damaligen rot-grünen Landesregierung um die Urenco-Erweiterung verlassen hatte. Drees: „Inzwischen ist viel Wasser die Dinkel heruntergeflossen. Die letzte rot-grüne Landesregierung hat einen anderen Kurs eingeschlagen. Ich denke, man könnte mal wieder aufeinander zugehen und über eine Wiedervereinigung von Grünen und Gal vor Ort reden.“ Auch dieser Vorschlag sei aber kategorisch abgelehnt worden.

Dass Gal-Verantwortliche jetzt Druck auf sie ausüben, ihr Mandat zurückzugeben, „finde ich nicht in Ordnung“. Richtig sei zwar, dass ihr Ausscheiden den Fraktionsstatus koste, die Gal im Rat keine Anträge mehr stellen darf und beratende Mitglieder aus den Ausschüssen abgezogen werden müssen. Aber: Ratsmitglieder hätten weiter das Recht, an bestimmten Ausschüssen teilzunehmen. Auch für die stimmberechtigten Vertreter in Ausschüssen und Gremien bleibe alles wie bisher.

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