Für Altex-Flächen gab es ein klares Nein
„Standort grundsätzlich anpacken“

Gronau/Epe -

Das „Wettrüsten des Einzelhandels“ (Udo Buchholz, Gal) geht weiter: Der Bauausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit insgesamt drei Anträgen zur Vergrößerung und/oder Neuordnung bestehender Supermarkt- oder Discounter-Filialen in Gronau und Epe.

Donnerstag, 15.02.2018, 07:02 Uhr

Auf dem Altex-Gelände an der Gronauer Straße können sich die Bauausschuss-Mitglieder keine neuen Supermärkte vorstellen – hier soll über eine generelle zukünftige Entwicklung nachgedacht werden. Die Erweiterung es K+K-Marktes Alstätter Straße hat dagegen durchaus Chancen.
Auf dem Altex-Gelände an der Gronauer Straße können sich die Bauausschuss-Mitglieder keine neuen Supermärkte vorstellen – hier soll über eine generelle zukünftige Entwicklung nachgedacht werden. Die Erweiterung es K+K-Marktes Alstätter Straße hat dagegen durchaus Chancen. Foto: Klaus Wiedau/Archiv

Für zwei der Anträge – K+K-Markt Alstätter Straße sowie Aldi-Markt Gildehauser Straße – kann sich die Politik eine solche Expansion durchaus vorstellen. Für den dritten Standort – Altex-Flächen an der Gronauer Straße – gab es vom Bauausschuss unisono ein Nein. Hier müsse zunächst die Gesamtsituation und die künftige Entwicklung mit dem Eigentümer geklärt werden, hieß es.

Für die beiden Erweiterungsvorhaben in Gronau sieht die Politik eine Chance, wenn ein Gutachter bestätigt, dass die geplanten Erweiterungen im Einklang stehen mit den Versorgungsfunktionen, die für die jeweiligen Standorte im Einzelhandelskonzept der Stadt definiert sind. Diese gutachterliche Expertise brachte der Ausschuss am Ende auf den Weg.

Die beiden Vorhaben in Gronau im Detail:

► Die Firma Klaas und Kock würde den Markt an der Alstätter Straße 23 gern von rund 1175 auf 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern. Dazu müsste das Grundstück in den Zentralen Versorgungsbereich der Innenstadt eingebunden werden (in dem es heute nicht liegt). Zudem müsste ein Bebauungsplan mit der Ausweisung Sondergebiet aufgestellt werden.

► Das Unternehmen Aldi hat beantragt, den Markt an der Gildehauser Straße zu modernisieren und von heute rund 760 Quadratmeter auf 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern. Die Erweiterung soll nach Angaben der Verwaltung durch die Nutzung von Flächen zur Gildehauser Straße hin erfolgen. Die Verwaltung geht davon aus, dass die Entscheidung im Wege eines Baugenehmigungsverfahrens erfolgen kann.

In Epe stellt sich die Lage indes komplexer dar, wie die Debatte im Ausschuss deutlich machte. Für den Standort Gronauer Straße hat die Firma Altex beantragt, die heutige K+K-Flächen neu zu gestalten und dabei gleichzeitig zu erweitern. Zudem beantragt Altex die Genehmigung für die Ansiedlung eines zweiten Marktes (zum Beispiel Aldi). Im Gegenzug bietet das Unternehmen an, die Anlage der Gronauer Filz (Trockner) nach Gronau an den Standort Düppelstraße zu verlagern. „Dies hätte für die Altex Gronauer Filz den Vorteil der günstigeren Logistik und für die Anwohner der Entlastung der Emissionen“, schreibt Altex.

Grundsätzlich kann sich das Unternehmen vorstellen, den Standort Gronauer Straße aufzugeben und das Unternehmen auf eine geeignete Fläche (40 000 bis 60 000 Quadratmeter) umzusiedeln. Das sei aber nicht kurzfristig zu bewerkstelligen, weil dafür nicht nur ein geeignetes Areal, sondern auch die nötige Infrastruktur und liquide Mittel zur Finanzierung der Baumaßnahme erforderlich seien.

Die Bauausschuss-Mitglieder wollten indes von einer Ausweitung der Supermarkt-Kapazitäten an dieser Stelle nichts wissen. „Wir müssen eine Lösung für den Standort finden – und zwar für die Firma und für die künftige Nutzung dort“, so Jörg von Borczykowski (UWG). „Den Standort grundsätzlich anpacken“, so auch das Credo von Markus Busen (FDP). Und auch Ulrich Brügger (SPD) warnte davor, an diesem Standort „mit dem Feuer zu spielen“.

UWG-Sprecher von Borczyskowski betonte, dass es an der Gronauer Straße perspektivisch ohnehin nicht um eine gewerbliche Nutzung gehen könne. Es gelte vielmehr, eine städtebauliche Lösung zu finden. Überhaupt, so mahnte er an, müssten solche städtebaulichen Aspekte auch an anderen Einzelhandelsstandorten stärker in den Blick genommen werden, als sich immer auf die Folgenutzung leerfallender Alt-Supermärkte zu fokussieren.

Mit zwei Gegenstimmen entschied der Ausschuss am Ende, für die Gronauer Vorhaben (K+K, Aldi) eine gutachterliche Einschätzung einzuholen und in Epe die künftige Entwicklung des Altex-Standortes mit dem Eigentümer und weiteren Beteiligten grundlegend voranzutreiben.

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